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Mythos Reich mit Einzelaktien

24.10.2016, 14:02  |  1461   |   |   

Am 19. August 2004 ging Google an die Börse. Wer damals etwas mehr als 57.000 Euro in Google-Aktien investierte, ist heute Millionär. Wer dagegen in Aktien von KarstadtQuelle investierte, verlor sein Kapital. Ist reich werden mit einzelnen Aktien also realistisch oder nicht?

Die meisten Anleger verfolgen die Wertentwicklung von Aktien, Anleihen oder Rohstoffen anhand von Indizes wie dem DAX. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass unter der Oberfläche dieser Indizes die einzelnen Wertentwicklungen sehr stark streuen. 

Jede 7. Standardaktie weist über einen längeren Zeitraum einen Totalverlust (-75% und mehr) auf! Unter Einbezug kleinerer Aktien (SmallCaps) vernichtet sogar jede 5. Aktie das Investment. Überraschend ist auch, dass 39 Prozent aller Aktien eine negative Wertentwicklung im Laufe ihres Leben (Listings) aufweisen. 

Die Verteilung der einzelnen Aktienrenditen ist nicht normalverteilt. An den Rändern häufen sich die gescheiterten aber auch erfolgreichen Titel. 

Die Spreizung der extremen Ausreißer wird besonders in der nachfolgenden Grafik deutlich, die die jährliche Outperformance der schlechtesten und besten Aktien gegenüber dem EuroStoxx ausweist. 



Während der EuroStoxx-Index im Zeitraum von 1999 bis 2016 eine jährliche Performance von 1,7% aufweist, klafft zwischen den besten und dem schlechtesten Titel ein jährlicher Renditeunterschied von ca. 200%! Zudem erzielt der breit-diversifizierte Index eine höhere Performance als der Durchschnitt aller Aktien. 

Mit einzelnen Aktien reich zu werden, ist unserer Meinung nach nicht realistisch. Dazu benötigt es einer stark überdurchschnittlichen Prognosefähigkeit. Langfristig haben nur wenige Aktien eine annualisierte Performance von 10 Prozent und mehr (siehe Grafik 2). Diese Titel müssten treffsicher vor dem Anstieg identifiziert und in einem konzentrierten Portfolio gehalten werden. Gleichzeitig dürften keine Verluste schlechter Aktien auftreten, die ausgeglichen werden müssten. 

Einzelaktien eignen sich insbesondere nicht für Privatanleger. Wer eine bestimmte Aktie kauft, geht davon aus, dass er einen Informationsvorsprung gegenüber allen anderen Marktteilnehmern besitzt. Diesen Wettlauf können Privatanleger langfristig nicht gewinnen. 

FAZIT: Ein breiter Mix aus Aktien kann langfristig zwischen 2 bis 10 Prozent p.a. erzielen. Mit Einzelaktien steigt jedoch die Streuung der Renditen. Die Vergangenheit zeigt, dass…

• eine von sieben Aktien einen Totalverlust erleidet.

• ca. 40 Prozent der Aktien eine negative Wertentwicklung haben. 

• nur 44 Prozent der Aktien eine Outperformance gegenüber dem Index ausweisen.

• Investoren bei der Langfristanlage auf ein diversifiziertes Portfolio achten sollten.

In Kooperation mit Mars Assetmanagement 



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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Kommentare

"Und es kommt noch hinzu, dass Fondmanager nicht ihren Index z.B. DAX schlagen, sondern weit darunter liegen."

Weil 20% aller Fondsmanager eh nur den DAX versuchen nachzubilden
(weil sie wissen-das sie nix können--und so das Minus erträglich bleibt)

Kann man auch diese Statistik vergessen...
Schöne PR meldung....Als Fussball fan - habe ich ne menge Kohle mit der Borussia Dortmund gemacht.

Und in wieviele Fonds war die wohl vor einem oder drei Jahren vertreten?

Und in wieviel Fonds Schrotthaufen wie Deutschen Bank, RWE oder VW ?

An der Börse wird nix verschenkt - Fonds machen keine Totalverluste - aber die Gebühren belasten über jahre das Ergebnis beachtlich...

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