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Zinsen - Inflation Das Potenzial für politische Unsicherheit - Wahltermine kommen, Deflationssorgen gehen

Gastautor: w:o Gastbeitrag
11.11.2016, 12:03  |  2347   |   |   

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die Entscheidung in den USA ist zweifellos wichtig, aber sie beendet nicht das Potenzial für politische Unsicherheit. Wie an einer Perlenschnur reihen sich weitere Abstimmungen und Wahlen in Italien, Österreich, Frankreich und Deutschland auf, die es in sich haben, denn es sind allesamt Euroländer. Dabei schwingt im Wahlverhalten immer auch mit, wie die jeweils aktuelle Haltung der Bevölkerung zur Gemeinschaftswährung aussieht.

Nehmen wir an dieser Stelle einmal an, dass politische Börsen nach wie vor kurze Beine haben. Dann dominiert ganz eindeutig ein Thema das Kapitalmarktgeschehen: Die Deflationssorgen schwinden, die Inflationsraten legen zu. Die Notenbanken nehmen einen kommunikativen Themenwechsel vor, sodass zusätzliche expansive monetäre Maßnahmen nur noch im Fall schwerer exogener Schocks zu erwarten sein dürften.

Hieraus ergeben sich verschiedene Diskussionsebenen. Medial wird zu Recht auf positive und steigende Inflationsraten hingewiesen. Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds ergeben sich für deutsche Anleger in sicheren Zinsprodukten reale Kaufkraftverluste. Aus Sicht der Kapitalmarktteilnehmer ist derzeit freilich offenkundig, dass die steigenden Inflationsraten vor allem aus dem im Vorjahresvergleich höheren Rohölpreis resultieren. Dies können die Rentenmärkte hinreichend gelassen zur Kenntnis nehmen, denn die Notenbanken stehen damit nicht unmittelbar vor anschwellenden Inflationsgefahren, denen sie mit einem radikalen Kurswechsel hin zu restriktiven Maßnahmen und Leitzinserhöhungen begegnen müssten. Für Euroland gilt nach wie vor, dass die Unterauslastung der Kapazitäten und die nur moderate konjunkturelle Expansion eine hinreichend entspannte Inflationsperspektive bieten, sodass die Europäische Zentralbank ihr Wertpapierankaufprogramm weiter durchziehen wird und erst in etwa vier Jahren den Hauptrefinanzierungssatz von der Nulllinie nach oben anpassen dürfte.

Vor diesem Hintergrund verändert sich beim Thema Inflation der thematische Fokus, aber die Anlagekonsequenzen bleiben erhalten. Schließlich wollen und werden die Notenbanken weder der Konjunktur noch den Finanzmärkten wehtun. Insofern sehen wir unverändert im festverzinslichen Bereich bei Unternehmensanleihen niederer Bonität und auch in den Emerging Markets positive Anlageperspektiven, also dort, wo noch etwas laufender Ertrag in Form des Kupons vorhanden ist. Mehr noch erscheint uns die Anlageklasse Aktien attraktiv, vor allem durch ihre relativ zu Renten günstige Bewertung. Wahltermine mögen immer spannend sein. Für die Kapitalmärkte ist jedoch die spannendste Frage, ob die Inflation wie von uns erwartet nur moderat steigen wird. Damit wäre einem Fortgang der globalen Expansion der Boden bereitet, und es würde eine realistische Chance bestehen, die erwarteten positiven Renditen in breit gestreuten Wertpapierportfolios zu erreichen. (Gastbeitrag des MakroResearch-Teams der DekaBank)



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Kommentare

So und nicht anders ist es!Die Herren des Minuszins/Billiggeldschlaraffenlandes,werden ihr Deja-Vu auch noch erleben.Selbst das ausgeklügelste,am Anfang hinreissendste Schneeballsystem ist bisher immer implodiert!So wird es auch diesmal sein! Und dann,Gnade euch Gott ihr Master of the Universe!Es wird nicht genug Lampenpfähle geben befürchte ich.Ich gründe schon mal sicherheitshalber ein Start-up nach französischem Recht!Die autonom fahrende&handelnde Guilottine,welche euch Bankster euerer geliebten Cloud näherbringt!
"......sodass die Europäische Zentralbank ihr Wertpapierankaufprogramm weiter durchziehen wird und in etwa vier Jahren den Hauptrefinanzierungsansatz von der Nulllinie nach oben anpassen dürfte."

Gratulation zu dieser unglaublichen Hellseherfähigkeit eines Banksters, der genau weiß, was die EZB in vier Jahren tun wird. Natürlich werden auch noch Unternehmensanleihen niederer Bonität, positive Anlageperspektiven in den Emerging Markets und selbstverständlich Aktien - wohlgemerkt in der jetzigen Hochblasenphase - wie warme Semmeln angepriesen.

In vier Jahren wird die Welt eine ganz andere sein, als die, die wir jetzt kennen. Das ungedeckte, betrügerische Papiergeldsystem wird bis dahin seinen längst überfälligen Zusammenbruch mit katastrophalen Folgen für die allermeisten Bürger hinter sich haben und die Zentralbanken - sowieso überflüssig wie ein Krebsgeschwür - werden möglicherweise nicht mehr existieren.

Die Menschen werden bis zum Jahre 2020 schmerzlich erfahren haben, dass man weder den Zentralbankstern und schon gar nicht den politischen Allesversprechern auch nur ein Wort ihrer ihnen von den wahren Herren des Planeten vorgekauten Lügen glauben kann.

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