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Marktkommentar Inflation Und sie kommt doch

18.11.2016, 09:37  |  312   |   |   
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Spätestens 2017 werden die Preise wieder spürbar steigen. Anleger sollten sich rechtzeitig positionieren

Dass die Inflation jetzt endlich doch kommt, hängt maßgeblich mit dem Ölpreis zusammen. Zurzeit kostet ein Fass der Sorte Brent rund 47 US-Dollar. Damit ist es in etwa fünf Dollar preiswerter als vor einem Monat. Gegenüber dem Tief im Februar dieses Jahres hat sich der Energierohstoff jedoch um fast 20 Dollar oder zwei Drittel verteuert. Im zurückliegenden Winter notierte ein Barrel zeitweite bei weniger als 28 Dollar. Vor einem Jahr kostete Öl so viel wie heute und ist dann in den Monaten danach immer weiter gefallen – bis zum erwähnten Tief im Februar. Der Vergleichspreis für Öl von vor einem Jahr wird also erst einmal weiter kräftig sinken. Selbst wenn der aktuelle Ölpreis nur stagniert, wird dieser Basiseffekt spürbar für Inflation sorgen.

Schon heute hat Öl keinen deflatorischen Einfluss mehr. Das war der Hauptgrund dafür, dass die Verbraucherpreise zuletzt wieder etwas stiegen. Das wird sich in den kommenden Monaten verstärken. Denn Öl spielt bei der Berechnung von Inflation eine gewichtige Rolle. Der Preis für Rohöl fließt direkt über die Kosten für Benzin und Heizöl in die entsprechenden Verbraucherpreisindizes ein, aber auch indirekt über alle Produkte, bei deren Herstellung Energie verbraucht wird. Dasselbe gilt für entsprechende Dienstleistungen wie beispielsweise die Logistik.

Es ist also absehbar, dass sich in den kommenden Monaten die Preissteigerung dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent ein gutes Stück weit annähert. Damit werden auch die Zinsen wahrscheinlich anziehen – denn Zinsen sind ja nichts anderes als der Preis für geliehenes Geld. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen notierte zuletzt bei 0,23 Prozent. Das ist zwar immer noch ausgesprochen niedrig, jedoch schon spürbar höher als beim Tief von -0,17 Prozent. Ein weiterer Anstieg ist durchaus denkbar. Denn in den USA wird die Notenbank Fed voraussichtlich noch im Dezember die Leitzinsen ein zweites Mal erhöhen.

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Gut für Aktien, schlecht für Anleihen

Steigende Verbraucherpreise sind gut für Aktien. Erfahrungsgemäß entwickeln sich diese bei einer Inflationsrate von zwei bis sechs Prozent am besten. Steigende Preise weisen in der Regel auf ein gewisses Wirtschaftswachstum hin. Tatsächlich fielen die letzten Konjunkturdaten wieder besser aus. In Deutschland stieg der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober den zweiten Monat in Folge. Vielleicht noch wichtiger ist, dass sich auch die Erwartungen der Unternehmer deutlich verbessert haben. In China ist der Einkaufsmanagerindex sogar auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2014 gestiegen. Und in den USA ist die Wirtschaft im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent gewachsen.

Die verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in den Unternehmensergebnissen wider.  Insgesamt fielen die Gewinne im dritten Quartal etwas besser als erwartet aus. Wenn sich jetzt noch der politische Pulverdampf nach der Präsidentschaftswahl in den USA verzieht, ist es an der Zeit, das Depot umzuschichten. Steigende Inflation und anziehende Zinsen sprechen langfristig klar für Aktien. Sollte es hier zu zwischenzeitlichen Korrekturen kommen, können Anleger diese als Einstiegsgelegenheit begreifen. Für Anleihen sind dagegen höhere Verbraucherpreise und steigende Renditen pures Gift. Je länger deren Laufzeit ist, desto stärker leiden sie unter erhöhten Inflationserwartungen und -daten.

ReinhardPfingstenQuerAls einer der führenden Köpfe von Hauck & Aufhäusers Privatbankiers und medienpräsenter Geldanlage-Experte, hält Reinhard Pfingsten seit Mai 2016 zudem die Position als Chief Investment Officer (CIO) von easyfolio inne. In seinem Monatskommentar schreibt er, was die Weltwirtschaft derzeit bewegt.

 

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Der easyfolio Beitrag Marktkommentar Inflation: Und sie kommt doch erschien zuerst auf - easyfolio Blog.

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Themen: Inflation, Dollar, Öl


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Reinhard Pfingsten verwaltet seit 2012 die Anlagestrategie von privaten und institutionellen Kunden bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Als einer der führenden Köpfe von Hauck & Aufhäusers Privatbankiers und medienpräsenter Geldanlage-Experte, hält Reinhard Pfingsten seit Mai 2016 zudem die Position als Chief Investment Officer (CIO) von easyfolio inne.

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