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Automobilindustrie - Reifendruck Reifenskandal: Es stinkt zum Himmel, geht ins Geld und nun auch an die Sicherheit

18.11.2016, 15:25  |  2508   |   |   

Die Automobilindustrie ist um einen Skandal reicher. Nicht, dass es da nicht schon genug gebe. Da ist der Abgasskandal rund um die Manipulation von Dieselautos und Benzinern schon ein alter Hut. Nicht nur, dass das zum Himmel stinkt. Nein, das geht auch noch ins Geld der Autobesitzer. Nächster Trick: Die Mobile verbrauchen zumeist mehr als von den Herstellern angegeben. Getestet wurde - mal wieder - unter klinischen Bedingungen, nicht auf der Straße, wo der Verbrauch viel höher liegt.

Hinzu kommt ein weiterer Problembaustein. Und dieser betrifft nun auch noch die unmittelbare Sicherheit der Autofahrer. Reifentests der Brüsseler Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) haben ergeben, dass Reifendruck-Kontrollsysteme häufig nicht funktionieren und es bei der Technologie ein ähnliches Phänomen gibt, wie der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen: Die Systeme funktionieren nur bei behördlichen Zulassungstests, aber nicht oder nur sehr eingeschränkt im Normalbetrieb. „Es besteht der Verdacht“, so das Fazit der Studie, „dass Autobauer nicht nur bei Emissionstests betrügen, sondern auch bei Sicherheitstests“.

Verschärfte Auflagen Anfang kommenden Jahres

Nach der Veröffentlichung von Reifentests will die EU-Kommission gegen Sicherheitsprobleme bei Autoreifen vorgehen. „Die Kommission begrüßt die Schlussfolgerungen der Studie“, zitiert die „WirtschaftsWoche“ einen Sprecher der EU-Kommission. „Bei einigen Systemen kann es sein, dass die auf der Straße nicht so gut funktionieren wie unter Laborbedingungen.“ So untermauere die T&E-Studie die Position der EU-Kommission: „Verschärfte Auflagen werden Anfang kommenden Jahres in Kraft treten.“ Auch das Bundesverkehrsministerium in Berlin unterstützt die Position der EU-Kommission.

T&E hat in dem Test überprüft, ob ein VW Golf und ein Fiat 500 L in alltäglichen Fahrsituationen Alarm schlagen, wenn der Reifenluftdruck gefährlich sinkt. Der Golf versagte in 14 von 16 Tests, der Fiat in allen. VW und Fiat zweifeln die Ergebnisse an, ihre Systeme erfüllten alle gesetzlichen Anforderungen. Die von T&E beanstandete Technik stammt überwiegend vom Audi-Tochterunternehmen Nira Dynamics. Die meisten anderen Autobauer nutzen dagegen ein System, das nicht im Verdacht steht, in Alltagssituationen zu versagen.

Themen: Geld, Autobauer, Fiat


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