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    ROUNDUP 3  353  0 Kommentare Aixtron-Übernahme nach US-Veto geplatzt - Kritik an Gabriel

    (Neu: DSW-Kritik an Gabriel)

    HERZOGENRATH (dpa-AFX) - Böse Weihnachtsüberraschung für den Herzogenrather Spezialmaschinenbauer Aixtron mit 700 Beschäftigten: Die geplante Übernahme des Unternehmens durch chinesische Investoren ist nach einem Veto aus den USA geplatzt.

    Da US-Präsident Barack Obama den Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron untersagt habe, sei eine Bedingung für die Offerte entfallen und das Übernahmeangebot insgesamt erloschen, teilten die chinesische Grand Chip Investment und Aixtron selbst am Donnerstag mit. "Ja, wir sind enttäuscht", sagte ein Unternehmenssprecher mit. Hintergrund für das US-Veto sind Befürchtungen, dass Aixtron-Produkte auch militärisch genutzt werden könnten.

    AIXTRON IN SCHWIERIGER LAGE

    Die bisher angedienten Aixtron-Aktien sollen voraussichtlich am 13. Dezember an ihre Eigentümer zurückgebucht werden. Der Kurs sackte bis zum Nachmittag um mehr als fünf Prozent ab. Angesichts wachsender Zweifel am Erfolg der Übernahme hatte das Papier bereits in den vergangenen Wochen rapide an Wert verloren. Aixtron erwirtschaftet derzeit tiefrote Zahlen. Das Unternehmen müsse jetzt die Situation neu bewerten und werde zeitnah über die künftige Geschäftsentwicklung informieren, sagte der Sprecher.

    Die Aktionärsvereinigung DSW kritisierte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Er habe in dem Geschäft eine "sehr unglückliche und viel zu passive Rolle gespielt", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Damit habe sich Gabriel zum Erfüllungsgehilfen von US-Wirtschaftsinteressen gemacht. Den Schaden hätten jetzt die Aktionäre.

    OBAMA SCHOB RIEGEL VOR ÜBERNAHME

    Das chinesische Konsortium Grand Chip Investment (GCI), hinter dem staatlich kontrollierte Fonds stecken, hatte im Mai eine Übernahmeofferte über 670 Millionen Euro vorgelegt. Die chinesische Seite hatte wiederholt für die Übernahme geworben. Diese sei ein normaler Zusammenschluss von Firmen und habe rein wirtschaftliche Motive. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte eine Genehmigung für den Verkauf von Aixtron an den chinesischen Investor zurückgenommen und eine neue Überprüfung des Verkaufs eingeleitet.

    Obama hatte den Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron versagt, da "Risiken für die nationale Sicherheit" der USA bestünden. Der Entscheidung des US-Präsidenten war eine Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) vorausgegangen. Es ist erst das dritte Mal seit 1990, dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert.

    MASCHINEN FÜR CHIPINDUSTRIE

    Die US-Regierung hat ein Mitspracherecht, weil das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen auch eine Zweigstelle in Kalifornien mit etwa 100 Mitarbeitern hat. Die Behörde CFIUS hatte sich Mitte November klar gegen die Übernahme durch die Chinesen ausgesprochen, den Fall aber an das Weiße Haus weiter verwiesen.

    Aixtron stellt Maschinen für die Chipindustrie her und steckt seit langem wegen einer schwachen Auftragslage in der Krise. Chinesische Investoren griffen zuletzt verstärkt nach deutschen Mittelständlern und Technologieunternehmen. Minister Gabriel hatte angekündigt, heimische Schlüsseltechnologien besser schützen zu wollen.

    ROTE ZAHLEN BEI AIXTRON

    Allein in den ersten drei Quartalen hatte Aixtron bei gut 106 Millionen Euro Umsatz mehr als 30 Millionen Euro Nettoverlust erwirtschaftet. Auch das Gesamt-Jahresergebnis werde negativ ausfallen, sagte der Unternehmenssprecher./rs/stb/DP/stb





    dpa-AFX
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