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Ihre Sparstrategie gegen Altersarmut

Gastautor: Dieter Fromm
29.12.2016, 14:17  |  554   |   |   

Die große Koalition hat sich unlängst auf Modifizierungen der Altersvorsorge verständigt. Bis 2045 will Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) das Rentenniveau bei mindestens 46 Prozent halten – finanziert durch höhere Beitragssätze bis maximal 25 Prozent. Ab 2030 soll ein steuerfinanzierter „Demografiezuschuss“ folgen.

Welche finanziellen Belastungen dadurch auf die junge Generation letztlich zukommen, ist schwer zu sagen. Fest steht: Die Modifikationen ändern wenig an dem Grundproblem, dass nur wenige Deutsche im Alter in der Lage sein werden, ihren heutigen Lebensstandard allein mit der gesetzlichen Rente zu halten. Und das gilt nicht nur für viele Akademiker und Teilzeitkräfte, sondern auch für langjährig Versicherte und Durchschnittsverdiener:

So lag das durchschnittliche Bruttoarbeitseinkommen aller Mitglieder der Deutschen Rentenversicherung 2016 bei 36.267 Euro. Ein alleinstehender 64-jähriger Mann, der keine Kinder hat und gesetzlich versichert ist, käme damit monatlich auf 1.923 Euro netto.  Als Standardrentner, der 45 Jahre den Durchschnittsbeitrag in die Rentenkasse eingezahlt hat, bekäme er wenige Wochen später 1.342 Euro Bruttorente oder 1.197 Euro netto. Obwohl das Rentenniveau bei 46 Prozent liegt, könnte es für ihn also knapp werden.

Was erwartet Versicherte also in 25 oder 30 Jahren?

geld-sparen.jpg Hand auf Herz: Wissen Sie, wieviel Rente Sie bei Ihrem Renteneintritt zu erwarten haben? Die meisten Beitragszahler sind schlecht auf das Alter vorbereitet. Nur 18 Prozent von 15.000 befragten Erwerbstätigen aus 15 Ländern kennen die Höhe ihrer künftigen Rente, zeigt die Ruhestandsstudie der niederländischen Versicherungsgruppe Aegon. Das ist alarmierend. Denn es wird so ziemlich für Jeden künftig eine beachtliche Rentenlücke geben, die durch private Rücklagen zu stopfen ist. Eine Prognose für Ihre Rente entnehmen Sie in einem ersten Schritt den Angaben aus der jährlichen Renteninformation, die jedem über 27-jährigem Mitglied der Deutschen Rentenversicherung zusteht.

Betriebsrente nimmt Fahrt auf

Beitragszahler müssen also in die Altersvorsorge investieren – auch wenn es knapp sein sollte. Dabei macht es Sinn, Steuer- und Abgabefreiheit von Sparbeiträgen möglichst auszunutzen. Denn umso mehr Kapital kann sich verzinsen. Das sind auch die Hauptargumente für eine Betriebsrente, die viele Arbeitgeber anbieten. Sie lohnt sich für Angestellte fast immer, zeigt eine aktuelle Analyse des Online-Verbrauchermagazins finanztip. Leider ist die Steuer- und Abgabenfreiheit auf einen Höchstbeitrag von 2.976 Euro pro Jahr beschränkt, so dass die betriebliche Altersvorsorge nur ein Teil der Sparstrategie sein kann. Sparer berücksichtigen zudem, dass sie Betriebsrenten im Alter – zu einem voraussichtlich niedrigeren Steuersatz - versteuern müssen.  Nach dem aktuellen Gesetzentwurf von Ministerin Nahles erhalten Arbeitgeber zudem künftig Zuschüsse von 72 bis 144 Euro, wenn sie für Mitarbeiter mit einem Lohn unter 2.000 Euro jährlich 240 bis 480 Euro in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Mitnehmen lautet hier die Devise.

Riester-Rente: Lohnend für Familien und Gutverdiener

Vor allem Eltern können zudem überdurchschnittlich von der Riester-Rente profitieren: Neben einer staatlichen Grundzulage von 154 Euro und steuerlichen Vorteilen erhalten sie zusätzlich für jedes Kind eine Zulage von 185 Euro, für Kinder, die nach 2007 geboren wurden, sind es 300 Euro pro Jahr. Auch für Gutverdiener sind Riester-Verträge interessant. Denn sie können die Kosten bis zu einer Höhe von 2.100 Euro steuerlich absetzen. Riester-Sparer können Fonds, Versicherungen, Bankprodukte besparen oder den so genannten Wohnriester zur Baufinanzierung nutzen. Angebote und Kosten der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich jedoch erheblich. Daher lohnt sich ein umfassender Vergleich.

Die Rürup-Rente richtet sich hingegen in erster Linie an Freiberufler und Selbstständige. Wer viel verdient, profitiert von jährlichen Steuervorteilen. Ledige können hier bis zu 22.766 Euro jährlich einzahlen und Steuervorteile nutzen. Bei Verheirateten gilt die doppelte Summe. Bei einer Rentendauer von unter 20 Jahren lohnt sich allerdings die Rürup-Rente nicht. Laut Stiftung Warentest ist in vielen Fällen dann eine freiwillige Abgabe an die gesetzliche Rentenversicherung vorzuziehen.  

Bei der privaten Altersvorsorge auf die Kosten achten

Obwohl die gesetzliche Rente vor allem in der jüngeren Generation kaum ausreichen wird, belohnt der Gesetzgeber die private Altersvorsorge noch nicht. Hier zählen also vor allem Performance und Risiko. Wegen der anhaltenden Minizinsen lohnen sich für Neuabschlüsse vor allem Fondssparpläne oder Fondspolicen. Verbraucher sollten bei beiden Varianten Zeit in die Fondsauswahl investieren, die Produkte beobachten und womöglich gelegentlich austauschen. Mit dem passenden Anlagemix aus Aktien- und Anleihenfonds können sie ordentliche Renditen erzielen, ohne Kopf und Kragen zu riskieren. So erzielten moneymeets-Fondsanleger 2016 im Schnitt 8,4 Prozent Performance. Dabei gilt es jedoch hohe Kosten zu vermeiden. Die Finanzplattform moneymeets.com zeigt, wo Anleger Spitzenfonds günstig ordern können und wie sie sich einen Teil der Innenprovisionen erstatten lassen können.

Ähnliches gilt für Renten- und Lebensversicherungen. Hier gibt es nicht nur Abschlussprovisionen. Versicherer vergüten Vermittlern und Maklern alljährlich die Betreuung von laufenden Verträgen. Es lohnt sich, sich einen Teil dieser Bestandsprovision erstatten zu lassen, etwa bei moneymeets.com.




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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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