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Ausblick auf die Handelswoche Brent C.O. massiv unter Druck

11.03.2017, 08:14  |  2370   |   |   

Nicht nur die Edelmetalle haben in diesen Tagen mit deutlichen Rücksetzern zu kämpfen, auch die Ölpreise sind ins Rutschen gekommen. Die Situation beim "Schwarzen Gold" stellt sich freilich etwas anders dar.

In unseren Kommentierungen haben wir uns immer wieder skeptisch bezüglich der hohen Preise bei Brent C.O. und WTI Oil geäußert. Nachdem die OPEC Ende November ihre Förderkürzungen beschloss und auch Nicht-OPEC-Staaten wie Russland diesen Beschlüssen folgten, sprangen die Ölpreise innerhalb kürzester Zeit nach oben. Der Markt wähnte sich in Sicherheit, würde doch die Überversorgung ein baldiges Ende haben. 

Die Warnsignale mehrten sich jedoch in den letzten Wochen. Allerdings wurden sie vor dem Hintergrund der Hoffnung auf ein Ende der Ölschwemme weitgehend ignoriert. Es schien kaum jemanden zu stören, dass die Förderdisziplin der OPEC-Staaten bereits in der Vergangenheit zu wünschen übrig ließ. Gleiches galt und gilt im Übrigen auch für weitere Protagonisten wie Russland. Es schien keinen zu stören, dass die US-Lager sich mit Rohöl füllten. Es schien auch kaum jemanden zu stören, dass die US-Rohölindustrie selbst zu neuem Leben erwachte. Die Aktivitäten nahmen zu. Die Zahl der aktiven Bohrtürme in den USA stieg zuletzt stetig an. Eine höhere US-Produktion kompensiert die Maßnahmen der Förderkürzungen von OPEC und Nicht-OPEC-Staaten. Man kann auch sagen, sie torpediert die OPEC-Politik. Und da war ja noch etwas. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die OPEC die US-(Schiefer)Ölproduktion zum erklärten Feind ausrief und die kostenintensive US-Produktion über eine Ölschwemme und daraus resultierend über niedrigen Weltmarktpreise aktiv bekämpfte. Es war ein Kampf um Marktanteile und Marktmacht. Doch die OPEC hatte offenkundig selbst nicht die Kraft, diesen Kampf erfolgreich durchzuziehen und lockerte (zu früh) den Aufgabegriff. Nun kommt die Retourkutsche. Die höheren Öl-Preise lassen die US-Produktion wieder anstiegen. Die OPEC-Effekte beginnen zu verpuffen und damit auch die Basis für das hohe Preisniveau. Dass der US-Dollar sich in diesen Tagen darüber hinaus bester Verfassung erfreut, hellt das fundamentale Bild auch nicht wirklich auf. 

Charttechnik: Für Brent C.O. war es zuletzt unmöglich, den Widerstand bei 58 US-Dollar aufzulösen. Die 60 US-Dollar blieben unerreichbar. Zuletzt ist Brent C.O. nun auch unter die Unterseite der ehemaligen Handelsspanne gefallen. Der Verlust der Zone 52,5 / 53,5 US-Dollar ist ein weiteres Warnsignal, hat sich Brent C.O. doch nun weiteres Abwärtspotential "erarbeitet". Jetzt rücken die psychologisch wichtigen 50 US-Dollar in den Fokus des Marktes. Sollten auch diese nicht halten, ist auch ein weiterer Rückgang auf 45 US-Dollar nicht ausgeschlossen und sollte auch nicht überraschen, denn der Markt ist schwach. Erste Stabilisierungstendenzen würden sich mit der Rückeroberung der Unterstützung 52,5 / 53,5 US-Dollar einstellen.


 

Wertpapier: BP, Royal Dutch Shell (A), Exxon Mobil, Öl (Brent), Öl (WTI)


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