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Sind gute Liebhaber die besseren Investoren?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
21.03.2017, 10:59  |  324   |   |   

„Geld macht sexy“, sagt man, aber das ist nur die Hälfte der Wahrheit. Wer nämlich schlecht an der Börse handelt, der ist wahrscheinlich auch im Bett kein Held. Was auf den ersten Blick zwei völlig unterschiedliche Welten sind, hat genau betrachtet ganz schön viel gemeinsam. Dabei meint Liebhaber allerdings nicht den Kamasutra-Akrobaten, sondern Menschen, die in der Lage sind, mit aufrichtiger Leidenschaft ihren Partner wirklich glücklich zu machen.

Vergängliche Quickies

Sex in Hollywood-Spielfilmen ist oft ziemlich abstoßend, wie ich finde. Oft geht es da mehr um Macht und taktische Spielchen. Oder es wird hektisch dem Trieb nachgegeben. Dabei zeichnet sich fast unmittelbar ein seltsam schlechtes Gewissen in den Mienen ab. Um sich nicht in die Augen schauen zu müssen, wird sie fast gewaltsam umgedreht und nach dem kurzen Akt im Stehen gehen beide schlecht gelaunt auseinander. Vielleicht kommt auch dir gerade eine solche Filmszene in den Sinn.

Ein Quickie zur schnellen Triebbefriedigung macht eben nur sehr selten nachhaltig glücklich. Genauso macht eine vorschnelle Entscheidung an der Börse selten reich. Doch leider agieren viele Anleger nach diesem triebgesteuerten Prinzip. Sie wollen jetzt, in diesem Moment, die 100-Prozent-Chance nutzen. Dann wird ohne ausreichend darüber nachzudenken — oder vielleicht nur aufgrund von Äußerlichkeiten wie einer Chartanalyse — Geld in zwielichtige Tipps oder gehebelte Papiere gesteckt.

Wenn es dann doch nicht so klappt wie erhofft, wird ungeduldig wieder mit Verlust verkauft, um bald darauf der nächsten heißen Wette hinterherzujagen. So wird das nichts.

Völlige Hingabe mit nachhaltiger Wirkung

Dabei geht es auch anders. Ich denke beispielsweise an den Film Cold Mountain mit Jude Law als Inman und Nicole Kidman als Ada. Sie haben nach den Wirren des Bürgerkriegs nur eine einzige gemeinsame Nacht, aber diese nutzen sie ausgiebig, um sich völlig einander hinzugeben. Eine schnelle Nummer hätte eine ganz andere Wirkung gehabt (und wahrscheinlich wäre auch kein Nachwuchs dabei herausgekommen). Aber dieses eine Mal war für die beiden wahrscheinlich bedeutender als alles andere, was sie in ihrem Leben je getan haben (ja, ich weiß, es ist nur Fiktion).

Die Situation für Anleger ist vergleichbar. Sie sollten sich vielleicht häufiger die folgende Frage stellen: „Wenn ich in meinem Leben nur ein einziges Mal investieren dürfte, welche Aktie würde ich auswählen?“ Das ist eine Haltung, die man vor jeder Geldanlage einnehmen kann. Sicherlich würdest du echte Verantwortung für deine Entscheidung übernehmen, ähnlich wie zwei junge Menschen, die eine Familie gründen wollen. Schließlich soll sich auch dein Depot fortpflanzen und Früchte tragen.

Wenn du unter allen Aktien eine aussuchen müsstest, dann würdest du dich bestimmt nicht für Kobaltsuch Exploration, Allesheil Biotech oder Superblumen.com entscheiden, sondern für etwas, das wirklich Substanz hat, dich vollkommen überzeugt und dir vielleicht sogar am Herzen liegt.

Kleine Fehler verzeihen

Wenn du ein solches Unternehmen gefunden hast, dann schaust du ihm gerne in die Augen. Damit meine ich, dass es dir Freude macht, die Entwicklung zu beobachten und dass du dich wohl fühlst mit der Beziehung, die du mit deiner Investition eingegangen bist.

Fallen die Quartalszahlen dann einmal nicht so erfreulich aus wie erwartet, dann haut dich das nicht gleich aus der Bahn. Einem mit Sorgfalt ausgewählten Unternehmen kannst du sicherlich einen kurzfristigen Ausrutscher verzeihen, weil du weißt, dass es dich langfristig glücklich (oder zumindest ein bisschen reicher) macht. Schließlich schätzt du die inneren Werte der Aktie.

Rein trieborientierte Liebhaber geben hingegen schon bei der ersten Missstimmung auf und schauen sich anderswo um. Sie schätzen den Partner nicht wirklich und können ihn deshalb auch niemals glücklich machen — weder im Bett noch im Leben.

Es kommt auf die Größe an

Beim Erfolg des Anlegers genauso wie beim Liebhaber ist also tatsächlich die Größe entscheidend. Die Größe, sich einerseits dem Partner und andererseits den Unternehmen in seinem Depot mit Leidenschaft und Aufrichtigkeit zu widmen, ohne dabei den Verstand zu verlieren.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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