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Skandale und ihr Einfluss auf das Wertpapier: Volkswagen und die Krise

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
03.05.2017, 09:22  |  554   |   |   

Der größte Autobauer der Welt wollten sie werden. Die beste Marke für alle und jeden, der auf vier Rädern durch die Welt wollte.

Der Traum ist seit September 2015 ausgeträumt.

Nur wenn die Abgaskrise überwunden werden kann, wird Volkswagen wieder so groß werden, wie sie einst sein wollten. Volkswagen (WKN:766403) hatte schon vor dem Abgasskandal mit schwachen Umsätzen in Amerika zu kämpfen, der Skandal selbst riss dann jedoch ein riesen Loch in die Bilanzen – nicht nur in den USA, sondern auch in den Herzen der vielen Volkswagen-Kunden.

Die Chronik der Krise zeigt, dass Volkswagen viel falsch gemacht hat. Und dennoch gibt es Licht am Ende des Diesel-Tunnels. Was war, was sein wird und wann es sich lohnt doch wieder in die Wolfsburger Autoschmiede zu investieren …

Der Weg in die Krise

Mit Martin Winterkorn hatte man scheinbar Kompetenz und Erfahrung an der Spitze, und Volkswagen steuerte in seichtem Fahrwasser. Rekordabsätze, Toyota dicht auf den Fersen und klar auf dem Weg zum Weltmarktführer. Onkel Piëchs verschmitztes Lächeln gab es in Interviews gratis dazu. Der Kurs der Volkswagen VZ-Papiere stand im April 2015 bei 253,20 Euro.

Schon 2014 wurden in einer Studie des Forschungsinstituts “International Council on Clean Transportation” erhöhte Emissionswerte bei einigen Modellen der Kernmarke von VW gefunden. Wie sich später herausstellen sollte, wurde die Entscheidung manipulativ vorzugehen aber bereits in den Jahren 2005 bis 2007, also vor Winterkorns Zeit, getroffen. Eine Randnotiz in dem, was nun folgte.

Am 3. September 2015 räumte Volkswagen dann die Manipulation gegenüber der US-Umweltbehörde EPA ein. Die Öffentlichkeit weiß zu diesem Zeitpunkt jedoch noch immer nichts. Die Aktie bewegt sich zu dieser Zeit schon unter 170 Euro pro Papier.

Die Entwicklung seit der Krise

Danach folgen nun beinahe täglich neue News, die Tageszeitungen überschlagen sich, öffentliche Statements von Winterkorn und dem gesamten Vorstand helfen weder dem Image, noch der Aktie von VW. Am 2. Oktober stehen die Volkswagen-Papiere bei 92,36 Euro.

Die Welt hat den ersten handfesten Umweltskandal eines deutschen Autobauers und es scheint, als wenn die Juristen-Wölfe die Wolfsburger jetzt erst richtig jagen wollen. Von Milliardenstrafen ist die Rede, manch einer diskutiert sogar schon den Untergang der deutschen Automobilindustrie, einer Branche, die Millionen von Menschen Arbeit besorgt.

Zukunft gewissermaßen ungewiss

Am 24.02.2017 berichtet der Konzern nun einen Betriebsgewinn von 7,2 Milliarden Euro. Ohne die Gerichtsverfahren wären es wohl satte 14,6 Milliarden geworden. Wo ist die Krise?

Die schlimmen Jahre 2015 und 2016 „scheinen“ vorbei zu sein. Die Sache mit dem „scheinen“ ist eben leider immer der „Schein“. Wie viel wird auf die Wolfsburger noch zukommen, welche Krisen folgen noch, welche Geheimnisse verbergen sich in den nächsten Modellen? Und wie kann man überhaupt einen Imageschaden dieser Größe in Zahlen ausdrücken?

Scheinbar erfolgreich wehren sie sich gegen Untergang. Ein neues Management (mal wieder), eine neue Unternehmensphilosophie und endlich eine Start-Up Mentalität sollen den Konzern zukunftsfähig machen.

Volkswagen AG: Operative Ergebnisse nach Jahren (in Milliarden Euro)

2012 2013 2014 2015 2016
Operative Ergebnisse  11,5  11,7  12,7  -4,1  7,1
Quelle: Ariva

Die Aktie von Volkswagen ist unter 140 Euro in das neue Jahr gestartet und hält sich seitdem auf diesem Niveau.

Der jetzt vermeldete Gewinn kann dem Papier in den nächsten Wochen Rückenwind verleihen, von einer alten Stärke wird aber noch nicht zu sprechen sein. Dafür muss es noch mehr gute Nachrichten und noch weniger Strafzahlungen geben.

Vielleicht kann Ende 2017 dieser Skandal dann wirklich abschließend und vor allem endlich in die verdiente Geschichte eingehen.

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Marvin Engel ist Freier Autor von The Motley Fool. Er besitzt keine Aktien der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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