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Verheerende Entwicklung dividendenstarker Aktien

Autor: C. Schneekloth | 12.02.2010 | 16:38 | 5039 mal gelesen

Die Dividendenrendite ganzer Aktienmärkte ist bei PortfolioStrategie eines der wichtigsten Kriterien für Anlageentscheidungen. Ganz allgemein entscheiden wir so: Liegt die Dividendenrendite höher als die Rendite von Anleihen und von Fest- oder Tagesgeld, dann schichten wir auf Aktien um und umgekehrt. So erzielten wir bisher sehr gute Renditen.

Dividendenrendite des MSCI World

Anfang April 2009 signalisierte die hohe Dividendenrendite des Weltaktienindex MSCI World von 3,6 % eine Unterbewertung nach dem Crash von September 2008 bis März 2009. Entsprechend war mit steigenden Kursen zu rechnen, was auch eintrat, so dass inzwischen die Dividendenrendite auf 2,6 % gefallen ist.

Dieser Erfolg legt nahe, die Dividendenrendite nicht nur zur Entscheidung über den Kauf ganzer Aktienmärkte (mittels börsengehandelter Index-Fonds ETFs) zu verwenden, sondern einfach in diejenigen Aktien mit der höchsten Dividendenrendite zu investieren. Der Gedanke dabei: Wenn eine hohe Dividendenrendite steigende Aktienmärkte voraussagt, müsste die Auswahl von Aktien mit der höchsten Dividendenrendite noch stärkere Kurssteigerungen nach sich ziehen. Das ist die so genannte Dividenden-Strategie.

Tatsächlich war die Dividenden-Strategie einst erfolgreich. Vor 1990 konnte sie den Marktdurchschnitt deutlich schlagen. Das ging so lange gut bis die Strategie wohl eine größere Bekanntheit erlangte. Ab 1990 nimmt der Renditevorteil deutlich ab. Es treten immer längere Zeiträume auf, in denen die Strategie schlechter abschneidet als der Marktdurchschnitt.

Dividenden-Strategie im Dow Jones

Der Renditevorteil/-nachteil im Vergleich zur Entwicklung des Dow-Jones-Index, wenn man jeweils zu Jahresanfang in die 10 der 30 Dow-Jones-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite des abgelaufenen Jahres investiert („Dogs of the Dow“-Strategie): 2002: +6,1 % / 2003: -0,4 % / 2004: -0,9 % / 2005: -6,8 % / 2006: +11,2 % / 2007: -7,9 % / 2008: -7,8 % / 2009: -5,8 %. Wer also auf diese Dividenden-Strategie gesetzt hat, hat erheblich schlechter abgeschnitten als ein passives Investment in den Dow-Jones-Index.

Besser zukünftige Dividenden?

Erfolgversprechender scheint allerdings das Abstellen auf zukünftige anstatt vergangene Dividenden. Leider existiert kein passives Anlageprodukt, dass Aktien aufgrund erwarteter Dividenden abbildet. Sobald es in einem Anlage-Produkt um zukünftige Dividenden geht, handelt es sich nicht mehr um ein passives Investment, sondern um einen aktiven Fonds. Der Fondsmanager müsste erwartete Dividenden richtig prognostizieren. Und von aktiven Fonds wissen wir, dass sie im Allgemeinen schlechter abschneiden als der Index. Siehe unseren Artikel „Miss-Erfolgsbilanz von aktiven Fonds“. Soviel zur Prognose von Dividenden.

Besser mehr Streuen?

Erfolgversprechender scheint auch die Investition in eine größere Zahl verschiedener Aktien mit hoher Dividendenrendite, um Sondereffekte durch einzelne negative Aktien zu eliminieren (bei der „Dogs of the Dow“- Strategie oben wird lediglich in 10 verschiedene Aktien investiert). Es bieten sich börsengehandelte Indexfonds auf dividendenstarke Aktien an:

- DivDAX (15 dividendenstärkste der 30 Unternehmen des DAX). Kritik: Beschränkung auf wenige Unternehmen und auf Deutschland (= wenig Streuung); In den letzten 3 Jahren erzielte der DivDAX eine Rendite von -13,12 % im Vergleich zum DAX mit -9,91 %.

- DJ Euro STOXX® Select Dividend 30 (30 dividendenstarke Aktien aus dem Dow-Jones-Euro-STOXX®-Index). Kritik: Beschränkung auf Eurozone; In den letzten 5 Jahren +8,54 % im Vergleich zum Dow Jones EURO STOXX® mit +19,87 %, d.h. die Dividendenstrategie hat eine um mehr als 10 Prozentpunkte geringere Rendite erzielt.

- DJ STOXX® Global Select Dividend 100 (101 dividendenstarke Aktien aus dem Index "Dow Jones STOXX® Global 1800"). Kritik: Index schnitt mit +0,21 % in den letzten 5 Jahren ebenfalls deutlich schlechter ab als der vergleichbare Index Dow Jones STOXX® Global 1800 mit geschätzten +12 % (Schätzung der Rendite dieses Performanceindex mittels Preisindex mit -2,55 % + reinvestierte Dividenden von z.B. 3 % p.a. in 5 Jahren).

FAZIT: Die vier Beispiele beweisen, dass der Kauf von vermeintlich "sicheren" dividendenstarken Aktien zu erheblich Verlusten geführt hat im Vergleich zu einer passiven Kapitalanlage in den Vergleichsindex (z.B. mittels börsengehandelter Indexfonds). Das nächste Mal, dass Ihnen z.B. in einer Zeitschrift eine Aktien mit Hinweis auf die hohe Dividende angepriesen wird, denken Sie bitte an diesen Artikel.

PortfolioStrategie und die Dividendenrendite

Noch einmal zum Verständnis: PortfolioStrategie verwendet nicht die Dividendenrendite einzelner Aktien um unterbewertete Aktien aufzuspüren, sondern von ganzen Aktienindizes, um abzuschätzen, ob Aktien nun teuer oder billig sind im Vergleich zu Anleihen und Fest-/Tagesgeld. Das eine funktioniert, das andere nicht. Im Gegensatz zur Dividende einzelner Aktien ist die Dividende des Gesamtmarktes relativ stabil und damit planbarer.

RAFI-Indizes

Dennoch kann die Dividendenrendite einzelner Aktien helfen, den Durchschnitt des Aktienmarkts zu schlagen: Über die so genannten RAFI-Indizes. Mehr dazu in einem kommenden Artikel.


In diesem Zusammenhang interessiert Sie wahrscheinlich diese Beiträge:

- Warum aktive Strategien im Allgemeinen grundsätzlich eher scheitern werden:

Beweis: Index-Fonds zwangsläufig besser als durchschnittliche Aktienauswahl.

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Miss-Erfolgsbilanz von aktiven Fonds

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Ihr Curtis Schneekloth




Autor: C. Schneekloth

(PortfolioStrategie ist ein gedruckter Anlegerbrief. Das Muster-Depot verschafft den Lesern bisher eine Rendite, die deutlicher höher ist als bei Tagesgeld wobei in keinem einzigen Monat Verluste aufgetreten sind. Freier Newsletter auf www.PortfolioStrategie.net)

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C. Schneekloth
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16:38 | 12.02.2010
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