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Baufinanzierung An Spanien wird Euroland entschieden

 |  27.11.2010, 10:15  |  6107 Aufrufe  |   4  | 

Keine 24 Stunden nach der Entscheidung Irlands, ein Rettungspaket bei der EU zu beantragen, haben sich die Märkte Anfang der Woche schon auf Portugal und Spanien eingeschossen. Das Dominospiel wird also weitergehen und die EU-Politiker und Notenbanker an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen. Die Zinsen für portugiesische Staatsanleihen sind bereits auf ein Niveau gestiegen, das die Refinanzierung über den Rettungsschirm attraktiv macht. Es ist daher davon auszugehen, dass auch Portugal in den nächsten Wochen seinen eigenen wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum verlieren und unter das Diktat der EU und des IWF fallen wird.

Der große Konstruktionsfehler des Euro kommt damit immer mehr zu Tage: Eine Währung und ein gemeinsames Zinsniveau wurden über weitgehend inhomogene Volkswirtschaften gelegt, ohne gleichzeitig die steuerlichen, budgetären und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen ebenfalls zu harmonisieren. Das hat zu dramatischen Fehlentwicklungen auf der Ebene einzelner Staaten geführt, die von der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank jahrelang ignoriert wurden. Was bleibt, ist ein Scherbenhaufen, der derzeit mit viel Rhetorik, mit obszön dimensionierten Rettungsschirmen, aber ohne klare gemeinsame Strategie beantwortet wird.

Selbst ein kühler Kopf wie Bundesbank-Chef Weber stellt plötzlich eine Aufstockung des Rettungsschirmes in Aussicht, sollte der alte nicht halten. Der spanische Regierungschef Zapatero warnt internationale Anleger, deren Wohlwollen er dringend bräuchte, vor Spekulationen gegen Spanien.

Dabei ist klar, was diejenigen, die am Ende das Kapital zur Verfügung stellen sollen, gerne sehen wollen: konsequente Sanierungsschritte für die Haushalte, klare Regularien und fest definierte Spielregeln für die Euro-Mitgliedschaft eines Landes, klare Schritte und Zeithorizonte zur Harmonisierung der Eurozone in Bezug auf Wirtschafts- und Steuerpolitik und die Erarbeitung von neuen Geschäftsmodellen für die Länder, deren alte Modelle gerade zusammengebrochen sind.

Dazu gehört neben Griechenland, Irland und Portugal leider auch Spanien. Der Zusammenbruch des monströsen Immobiliensektors dort hat das Land mit 20% Arbeitslosigkeit, 30% Jugendarbeitslosigkeit und 50% Minderverdienenden zurückgelassen. Der Bankensektor ist nur oberflächlich stabil und die bisherigen Reformansätze sind bezogen auf die Dramatik der Situation viel zu zaghaft. Daher ist das große Misstrauen der Investoren gegenüber Spanien verständlich. Sollte der Druck auf Spanien, das immerhin 12% der Eurozone darstellt, unerträglich werden, kann es nur zwei Alternativen geben: Entweder der finale Schritt zu einer Transferunion bei der nur noch wenige Zahler, allen voran Deutschland, übrig bleiben. Oder ein Auseinanderbrechen in einen Kern- und Peripherie-Euro. Da die zweite Variante politisch undenkbar ist, wird es wohl auf Variante 1 hinauslaufen. Die Folge werden höhere Kreditzinsen ebenso für die Geberländer sein.

Der Außenwert des Euro bleibt da eher das geringere Problem. Zu befürchten ist allerdings eine zunehmend angespannte Stimmung in Europa, da sowohl Geberländer als auch die unter dem Diktat von Brüssel und IWF stehenden Nehmerländer ihre jeweilige Situation als zutiefst ungerecht empfinden werden.

Für Baufinanzierungskunden ändert sich vorerst nichts. Zwar sind die Zinsen für längere Laufzeiten zuletzt schon gestiegen - im langjährigen Vergleich sind sie aber immer noch extrem günstig. Wir empfehlen daher, nicht mehr auf sinkende Zinsen zu spekulieren, sondern für Sicherheit zu sorgen. Bauherren und Immobilienkäufer müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken - diese Periode heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern, kann kein Fehler sein. Grundsätzlich ist bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2% bis 3% empfehlenswert, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind aus diesem Grund derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

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Kommentare

danatbank
28.11.10, 15:46
@muff67

Die betreffenden Politiker haben nicht falsch gehandelt, zumindest nicht aus ihrer Warte. Denn der Euro ist in erster Linie ein politisches Projekt die europäischen Nationalstaaten und im Gefolge (zusammen mit Förderung von Masseneinwanderung) die europäischen Völker abzuschaffen, um dann eine supranationale Diktatur mit pseudodemokratischer Legitimierung zu errichten, während die Hirnamputierten Musikantenstadl oder das Supertalent sehen. Die Krise, die sie selbst herbeigeführt haben, wird mit denselben Mitteln bekämpft, die erst zur Krise geführt haben; und wenn das immer noch nicht funktioniert, dann nur, weil wir angeblich noch mehr und nicht weniger "Europa" brauchen.
danatbank
28.11.10, 15:37
Die tollen europäischen Freunde sind genauso zu beurteilen wie die ganzen neuen Freunde eines Lottomillionärs. Und die Deutschen sind definitiv zu doof für Demokratie und glauben allen Müll (spätestens in der Wahlkabine wieder), der ihnen von den MSM aufgetischt wird.
muff67
27.11.10, 17:13
Es ist ein Trauerspiel!! Mit Biegen und Brechen wurde versucht, den Euro einzuführen, was dann auch geschah - wie bei so vielen Entscheidungen gegen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Jeder Warner, Zweifler oder Skeptiker wurde verhöhnt, nicht ernstgenommen oder diskreditiert. Auch jetzt, nachdem schon lange klar ist, daß eine Gemeinschaftswährung nicht zum Besten der deutschen Bevölkerung sei, wird panisch versucht an einem Konstrukt festzuhalten, daß in der Realität de Facto schon gescheitert ist. Gemäß der immer wieder strapazierten " Dominotheorie" muss ein Staat nach dem anderen gerettet werden, um einen komplettabsturz der "Gemeinschaftswährung" zu verhindern. Geradezu skandalös ist es, wenn man bedenkt, daß Länder wie Griechenland oder Portugal angeblich zu Einführung des Euro die Bedingungen die zu einer Aufnahme führten, eingehalten haben sollen. Noch schlimmer ist es aber, wen Politiker uns glauben machen möchten, es gebe keine Alternative zum Euro und Deutschland stünde isoliert da. Ein Austritt aus der Gemeinschaftswährung und die Einführung der D-Mark hätte auch nicht die gebetsmühlenartig skizzierten Negativauswirkungen. Auch wenn Deutschland Exportweltmeister ist sind die geschürten Ängste, daß Deutschlands Exporte dann einbrächen völlig haltlos. Es wird Zeit, daß die politisch Verantwortlichen zugeben, falsch gehandelt zu haben ( errare humanum est!!), dies dann aber auch anerkennen und daraus die richtigen SChlüsse ziehen. Diese bestehen aber nicht in einer Transferunion und einem stetigen Aufblähen eines Rettungsschirmes, der jede Selbstverantwortung und Konsequenz ( Thema Ausschluß / Sanktion) ad absurdum führt....
yellowKing
27.11.10, 13:11
Die Sache ist doch schon längst durch. Wirtschaftsregierung und gemeinsame EU-Anleihe sind beschlossen:

Jetzt greifen sie zum letzten Mittel: gemeinsame EU-Anleihe...


Bundesregierung unter Bedingungen zu gemeinsamen Anleihen aller Euro-Länder bereit. Mit den Eurobonds würde Deutschland auch für die Schulden anderer Euro-Länder mithaften. „Das tun wir aber bei einer Ausweitung oder Verlängerung des Euro-Rettungsschirms auch".


http://www.mmnews.de/index.php/politik/6862-regierung-will-e…

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