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Dammbrüche Euro-Austritt Griechenlands nun reales Szenario; Europagegner jetzt auch in EU-Kommission; Spaniens Banken wanken; Nikkei zwischenzeitlich unter 8.900er Marke; 26 Italo-Banken herabgestuft; Chinas Immobiliennachfrage bricht ein; Koenig & Bauer druckt wied

Gastautor: Norbert Lohrke
 |  15.05.2012, 08:35  |  1720 Aufrufe  |   | 

In Europa nehmen die Dammbrüche zu. Nach Griechenland und Problemen mit Spaniens Banken sind nun auch Italiens "geschwächte und deshalb verwundbare" Banken unter Ratingagentur Beschuss. Die EU-Minister sieht man in Brüssel auf Fotos (noch) lachend. Dass erst jetzt über Regeln für die Banken nachgedacht wird, zeigt das offensichtliche Versagen.Was haben die eigentlich die letzten 3 Jahre gemacht?

Globalyze Marktbericht

 

Die scheinbar ausweglose Situation in Griechenland und die Konsequenzen eines Euro-Austritts, der an den Finanzmärkten mittlerweile als reales Szenario gehandelt wird, sorgte für Kurseinbrüche an der Wall Street. Dow, Nasdaq und S&P 500 gaben um -0,98% (12.695), -1,06% (2.902) und -1,11% (1.338) nach. Der Dow steht damit so niedrig wie seit 31. Januar nicht mehr. Im S&P 500 waren alle 10 Sektoren im Minus, wobei Finanz- und Energie am stärksten nachgaben. Die Zockerbank J.P. Morgan Chase verlor erneut -3,2% und hat damit in nur 2 Tagen über 20 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung verloren. Auch die Bank of America traf es mit -2,7% überdurchschnittlich. Es gab aber auch Gewinner wie Chesapeake Energy die, nach dem Bekanntwerden des Einstiegs des Großinvestors Carl Icahn, um +4,2% zulegten. Avon Products stiegen ebenfalls um +3,8%. Man wolle das Angebot von Coty nun prüfen und innerhalb einer Woche beantworten, hieß es aus dem Kosmetikunternehmen. Die Absage der Regierung Papua Neuguinea für ein Flüssigkeitsgasprojekt sorgte bei InterOil für einen Kurseinbruch von -6,73%. Rohöl und Gold gaben erneut  um -1,4% auf 94,78 Dollar je Barrel und 1.560,60 Dollar je Unze nach. Der Dollar wertete gegenüber dem Euro auf, musste aber dem Yen den Vortritt lassen. Die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen fielen auf 1,788%.

 

In Frankfurt waren es vor allem, der inzwischen nun auch in Brüssel als reale Option diskutierte Austritt Griechenlands aus dem Euro. Darf man jetzt Teile der EU-Kommission und Brüssels ebenfalls als Europa-Gegner beschimpfen und diskriminieren, wie Sie es vor 2 Jahren mit uns getan haben, als wir sachlich erkannten, dass es so nicht gehen wird? Die wankende Bankenlandschaft Spaniens jagte dem Markt zusätzlich mächtig Angst ein. Was zu deutlichen Risikoaufschlägen auf die spanischen Staatsanleihen führte. Im Dax gab es nur drei Gewinner: SAP (+0,32%), K+S (+0,19%) und Deutsche Börse (+0,19%). HeidelbergCement, MAN und Allianz stürzten mit -5,28%, -4,39% und -3,60% am stärksten ab. Im Tec Dax wurden die fünf Kursgewinner von Gigaset, die mit +2,30% gegen den weiteren Absturz ankämpft, angeführt. Solarworld zerlegte es wieder einmal mit -7,85% auf nur noch 1,58 Euro. QSC folgte mit -4,03%. Warum man sich über die höheren Gehälter der Commerzbank-Vorstände aufregt, wundert mich. Als ob in Deutschland im Vorstand nach Leistung bezahlt würde. Wovon träumen die Kritiker eigentlich nachts? Keine Zinsen für die Staatshilfen zahlen, aber höhere Vorstandsgehälter. Eine noch größere Watsch‘n für die blöden deutschen Steuerzahler, die diese marode Bank gerettet haben, geht wohl kaum mehr.

 

In Tokyo sorgte die griechische Tragödie und never ending story dafür, dass der Nikkei (-0,81%; 8.900 Punkte) zwischenzeitlich unter die 8.900er Marke wegsackte. Der gegenüber dem Euro auf ein Drei-Monatshoch aufgewertete Yen drückte – wie zu erwarten – auf die Exportwerte. So verloren Canon -1,3% und Nikkon -2,9%. Erschwerend kam die Herabstufung 26 italienischer Banken durch Moody’s hinzu, unter denen auch die UniCredit und Intesa Sanpaolo sind. Dabei stellt sich die Frage, wann die Politiker endlich im Bankenmarkt aufräumen und über ein Trennbankensystem und die wieder in Kraft gesetzte Möglichkeit von Insolvenzen/Marktaustritten wieder so etwas wie Vertrauen herstellen? Muss es denn erst zu einem europäischen Bankenkollaps kommen? Jetzt Steuergelder in eine Branche zu stecken, die mittelfristig durch das Internet (analog der Druckbranche) einem dramatischen Veränderungsprozess unterliegen wird, ist jedenfalls unverantwortlich. Aber kommen wir zurück zu Japan und den Branchen. Verloren haben erneut Seetransporte, Pappe und Papier und Minen. Pharmazie und Kommunikation waren die einzigen Branchengewinner. Bei Einzelwerten verloren die Konsumelektronikhersteller Sony (-2,3%) und Panasonic (-2,9%) erneut deutlich. Die sozialen Netzwerkbuden Gree Inc. und DeNa Co. brachen mit -7,8% und -5,6% stark ein, obwohl mixi Inc. auf der Suche nach einem Übernahmekandidaten auf diesem Feld ist. 1.452 fallenden Aktien standen 153 steigende Aktien gegenüber. 56 waren unverändert.

 

Globalyze Pressetour

 

Nachfrage nach China-Immobilien bricht ein. Die Investitionen in Immobilien auf dem chinesischen Festland ist im 1. Quartal um -70% eingebrochen. Im asiatisch-pazifischen Raum gingen sie um -42% zurück.

 

Standpunkt: Dies geht auf eine Studie von CB Richard Ellis zurück. Die Erklärung dafür sind sehr starke Immobilieninvestitionen im letzten Jahr und die ausgeweiteten Neujahrsfeiern in diesem Jahr. Derzeit werden die chinesischen Investitionen zu 86% von inländischen Firmen vorgenommen. Die Auslandsinvestitionen brachen um -69% ein. Die befürchtete Immobilienblase konnte also vermieden werden. Das ist eine gute Nachricht. Sobald die Weltkonjunktur wieder anzieht, wird es auch zu einer Erholung des Immobilienmarkts kommen.

 

Larsen & Toubro arbeitet ab. Die Abarbeitung des großen Auftragsrückstands sorgte dafür, dass Indiens größter Maschinenbauer seinen Gewinn trotz schwacher Infrastrukturnachfrage um +14% auf 19,20 Mrd. Rupien steigerte.

 

Standpunkt: Dabei stieg der Umsatz um +21% auf 184,61 Rupien. Das sieht aber besser aus, als es ist. So gingen die Auftragseingänge aufgrund hoher Kapitalkosten und einer schwachen Industrieaktivität um -30% auf 211,59 Mrd. Rupien zurück. Dennoch ist das Unternehmen optimistisch und erwartet +15% bis +20% steigende Umsätze und Aufträge. So geht CFO Shankar Raman davon aus, dass die zuletzt gecancelten Aufträge wieder zurückkommen werden, wenn sich die Lage bessert.

 

JGC mit Rekordgewinn. Angesichts eines sich stetig entwickelnden LNG-Projekts im Pazifischen Ozean und auch andere Projekte stiegen der Jahresumsatz um +25% auf 556,9 Mrd. Yen und der Gewinn um +14% auf 72,5 Mrd. Yen.

 

Standpunkt: Dabei kamen der Japan Gasoline Co. die in 2008 bzw. 2009 hereingeholten und jetzt abarbeitenden Großaufträge im Mittleren Osten und pazifischen Ozean zugute. Dennoch ging die Bruttomarge um 2,6 Prozentpunkte auf 15,6% zurück. Allerdings verweist Masayuki Sato auf die recht gute Branchenentwicklung, die seiner Meinung nach für weitere Aufträge aus Nordafrika und dem Mittleren Osten sorgen wird. Der Umsatz soll deshalb im aktuellen Geschäftsjahr um +8% auf 600 Mrd. Yen und der Gewinn um +13% auf 44 Mrd. Yen steigen. Was dem Unternehmen zuzutrauen ist.

 

Geschwächte Italo-Banken herabgestuft. Die schlechte wirtschaftliche Verfassung Italiens, welche die bereits vielfach „geschwächten“ Banken noch verwundbarer macht, hat Moody’s zu einer Herabstufung bewogen.

 

Standpunkt: Dabei wurden Unicredit und Intesa Sanpaolo um eine, Banca Monte dei Paschi die Siena, Banche Italia und Banca Popolare um zwei und viele um drei bzw. vier Stufen herabgestuft. Einige notieren damit bereits kurz vor Ramschniveau. Das Problem dabei ist, dass die Herabstufung die Banken an dem empfindlichen Punkt der Refinanzierung trifft. Wie lange der italienische Staat und auch die Bad Notenbank EZB noch Kapital bzw. Geld in das Banksystem schießen können, um Pleiten zu vermeiden, ist fraglich. Es wird jedenfalls langsam eng. Nicht nur für italienischen Banken. Deshalb ein gut gemeinter Rat: Finger weg von europäischen Banken!

 

Koenig & Bauer druckt wieder schwarz. Obwohl der Auftragseingang im 1. Quartal um -45,2% einbrach, wurde aus dem Vorjahresverlust von -3,9 Mio. Euro aufgrund eines um  +4,0% gestiegenen Umsatzes ein Gewinn von +200 T€.

 

Standpunkt: Ein Vorsteuerergebnis von 200 T€ ist natürlich noch nicht der Hit und zeigt, wie stark die Branche und auch der Branchenprimus weiter kämpfen. Auch wenn der Auftragsbestand um +28,9% auf 798,8 Mio. Euro gewachsen ist, so zeigt der doch recht deutliche Auftragseingangsrückgang, dass das Licht am Horizont noch sehr, sehr schwach schimmert. Der Vorstand rechnet für dieses Geschäftsjahr optimistisch mit einem Umsatzwachstum auf über 1,2 Mrd. Euro und einem EBT von ca. 3,3 Mio. Euro. Da liegt noch viel Anstrengung davor.

 

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Globalyze steht für eine voll automatisierte und damit manipulationsfreie, fundamentale Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop und Value Börsenbrief. Investmentprofi Lohrke ist einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren. Sein Slogan? Rendite ist kein Zufall.

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