Neue Restriktionen im Außenhandel Argentinien macht der Minenindustrie das Leben immer schwerer

    Gastautor: Björn Junker
     |  30.05.2012, 17:21  |  1162 Aufrufe  |   | 

    Der südamerikanische Staat macht sich mit protektionistischen Maßnahmen international wenig beliebt. Die Regierung in Buenos Aires legt vor allem der Bergbaubranche immer neue regulatorische Fesseln an.

    Mit der Verstaatlichung von YPF und der damit einher gehenden Enteignung der spanischen Repsol hat sich Argentinien in der Wirtschaft keine neuen Freunde gemacht. Im Gegenteil: Konzerne, die in dem Land aktiv sind oder aktiv werden wollen, schauen mit Misstrauen auf die Entscheidungen der Regierung in Buenos Aires um die Präsidentin Cristina Kirchner. Der internationale Druck auf das südamerikanische Land wächst, so hat zuletzt die EU vor der Welthandelsorganisation eine Klage gegen Argentinien eingereicht. Kurzfristig nimmt die Klage aber keinen Druck von der Bergbaubranche, denn das Verfahren dürfte Jahre in Anspruch nehmen.

    Die Politiker in Buenos Aires scheint dies daher auch wenig zu stören. Aus der Hauptstadt kommen immer wieder Meldungen, mit denen das Land auf weitere Kritik stoßen dürfte. Die Regierung Kirchner setzt protektionistische Maßnahmen um, die vor allem die Bergbaubranche treffen. Die zuständige argentinische Regierungsstelle hat die Unternehmen angewiesen, zukünftig vor allem lokale Güter und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen statt diese zu importieren. Importe müssen 120 Tage im Voraus genehmigt werden. Unternehmen müssen zudem quartalsweise ihren voraussichtlichen Einkaufsbedarf an das zuständige Ministerium melden.

    Mehr als 600 Güter, unter anderem bestimmte Maschinen und Chemikalien, benötigen nun eine Importlizenz. Schätzungen der EU zufolge betrifft dies allein im Handel zwischen Europa und Argentinien ein Handelsvolumen im Wert von 500 Millionen Euro. Experten gehen davon aus, dass rund 70 Prozent des Bedarfs der Minenindustrie nach Argentinien importiert wird. Von dem Kuchen, so das Kalkül der Kirchner-Administration, soll die argentinische Wirtschaft ein wesentlich größeres Stück abbekommen. Um 1,5 Milliarden Dollar solle sich die Handelsbilanz des Landes durch die Maßnahmen verbessern, heißt es von Regierungsseite.

    Doch nicht nur die Neuregelungen im Güterverkehr machen den Bergbauunternehmen zunehmend Sorgen und verbreiten Unsicherheit. Auch Beschränkungen im Devisenverkehr bringen Unternehmen in Probleme. So können Umsätze, die ausländische Konzerne in Argentinien mit Rohstoffprojekten machen, nicht ohne weiteres außer Landes gebracht werden, um konzernintern andere Projekte zu finanzieren. Das bringt bei einigen Unternehmen, zum Beispiel McEwen Mining (WKN: A1JS7T), die Planungen durcheinander. Dort ist man unsicher, ob man nun mit dem Cashflow aus einem argentinischen Joint Venture, an dem man 49 Prozent der Anteile hält, das Projekt „El Gallo” in Mexiko weiter vorantreiben kann. Die Gelder aus dem argentinischen Projekt sollten bei „El Gallo” eigentlich die zweite Ausbaustufe ermöglichen. Deren Finanzierung wackelt nun. Ob sie fällt, ist zurzeit ungewiss.


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