DAX+0,57 % EUR/USD-0,48 % Gold-1,10 % Öl (Brent)+0,58 %

Pot-Hype Cannabis-Freigabe in Deutschland - Was hat George Soros damit zu tun?

17.02.2016, 15:20  |  6292   |   |   

Der Görlitzer Park in Kreuzberg und das RAW-Gelände in Friedrichshain sind unter Berlinern und Touristen als Hot-Spots des Drogenumschlags bekannt. Marihuana, Haschisch und Kokain? Kein Problem! Oder anderes? Kein Problem! Drogen und Gewalt - die Schattenseiten der Party-Metropole. Mittlerweile macht auch der Begriff der No-Go-Areas die Runde.

Da preschte das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Plan vor, den Verkauf von Cannabis zu legalisieren. Und legte eine Bauchlandung hin. Auch der Widerspruch gegen das Verbot des regulierten Verkaufs von Cannabis scheiterte. „Der Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken ist mit dem Betäubungsmittelgesetz nicht vereinbar“, schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Nach Informationen der „WirtschaftsWoche“ entscheidet das Berliner Bezirksamt in den kommenden Tagen, ob es gegen den Bescheid klagt.

Was, George Soros hat hier auch die Finger im Spiel?

Doch die Berliner stehen nicht allein da. Auch Düsseldorf plant, den regulierten Verkauf von Cannabis an Erwachsene. Ihre Lösung das Verbot des Bundesinstituts zu umgehen: Eine aufwendige wissenschaftliche Begleitung des Projektes, um zu klären, welche gesundheitlichen Auswirkungen die Legalisierung von Cannabis hat. Wenn die Kommunen den regulierten Verkauf von Cannabis als Forschungsvorhaben nutzen würden, könnte eine Ausnahmegenehmigung möglich sein, glaubt laut „WirtschaftsWoche“ der Berliner Projektleiter Horst-Dietrich Elvers.

Und wie passt da nun die Finanzlegende George Soros ins Bild? Besorgt sich der Milliardär etwa Hasch am Görli oder der Revaler Straße? Wohl eher nicht. Doch könnten die Düsseldorfer Unterstützung von der Stiftung „Open Society Foundations“ erhalten, die bereits im vergangenen Jahr dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg 20.000 Euro zur Finanzierung einer Studie in Aussicht gestellt hatte, weiß die WiWo zu berichten. Noch ist nicht klar, welchen Weg die Stadt Düsseldorf beschreitet. Wie es weiter heißt, könnten sie sich auch vorstellen, eine Klage der Berliner gegen das BfArM finanziell zu unterstützen.

Das lukrative Geschäft mit Cannabis - Milliarden für den Staat?

Ökonomen und Politiker wittern lukrative Geschäfte und beträchtliche Steuereinnahmen durch die Freigabe von Cannabis. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft ließen sich hierzulande theoretisch bis zu 3,5 Milliarden Euro an Mehrwert- und Einkommensteuereinnahmen erzielen. Außerdem würden Einsparungen in den Ausgaben der Kriminalitätsbekämpfung die Staatskasse entlasten. Nach Meinung des früheren Vorsitzenden der Monopolkommission, Justus Haucap, lässt sich der Drogenkonsum mit Verboten sowieso nicht verhindern. Stattdessen solle man die Steuereinnahmen sinnvoll für Anti-Drogen-Kampagnen nutzen, denn "Aufklärung ist effektiver, als sinnlose Repression" (mehr dazu hier). 

Colorado war der Pot-Pionier der USA und avanciert seither zu einem Cannabis-Mekka, auf dessen Markt es von Kosmetik bis Hundekuchen alles gibt, was das Kiffer-Herz begehrt. Der Handel bescherte dem Bundesstaat allein im ersten Halbjahr nach der Legalisierung rund 25,3 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen, Washington zog in der Folge nach und rechnete mit 51 Millionen Dollar für das erste Jahr.

Börsenrausch mit Pot-Aktien? Vorsicht!

Noch ist es hierzulande nicht soweit, doch lässt sich auf unseren Finanzmärkten dennoch legal Handel mit den psychotropen Pflänzchen treiben. Dabei gilt vor allem, einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht von den Angaben der Player auf dem Markt benebeln lassen. (Lesen Sie mehr: „Obacht bei Pot-Aktien! BaFin warnt vor dubiosen Kaufempfehlungen“)

Was Kirschsirup, Bienen, geheime Wandschränke und dunkle Löcher mit der größten unterirdischen Cannabisplantage in der Geschichte New Yorks zu tun haben, lesen Sie hier: „Polizei macht historische Entdeckung: Das dunkle Geheimnis des Kirsch-Patriarchs Arthur Mondella".



Verpassen Sie keine Nachrichten von Redaktion w:o
Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Kommentare

"Nach Jahrzehnten verfehlter Drogenpolitik sollte das eigentlich für jeden offensichtlich sein. "

Für uns normalen Bürger mitsicherheit.
Nur Politiker bekommen das nicht in Ihr Hirn, warum auch, ist ja nicht Ihr persönliches Geld, sondern nur Steuergelder.
Ob die Politiker weiterhin Hanf verbieten oder nicht, ist mir persönlich völlig egal, wenn ich etwas Hanf Rauchen möchte, dann werde ich das auch tun, dafür brauche ich kein Gesetz oder Genehmigung.
Für Jugendliche ist es sogar viel einfacher an Cannabis zu kommen als an (hochprozentigen) Alkohol. Der Schwarzmarkt kümmert sich weder um Qualität noch Jugendschutz.

Verbote helfen bei Cannabis nicht, sie sind auch völlig überzogen. Nach Jahrzehnten verfehlter Drogenpolitik sollte das eigentlich für jeden offensichtlich sein.

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel