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Personen Portrait: Peter E. Huber (StarCapital): Bundesanleihen möglichst bald verkaufen
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Personen Portrait Peter E. Huber (StarCapital): "Bundesanleihen möglichst bald verkaufen"

Nachrichtenquelle: Asset Standard
24.05.2016, 12:56  |  638   |   |   

Traditionell sind Kursgewinne bei Rentenfonds nicht gerade der Renditetreiber Nummer Eins. Seit die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins immer weiter gesenkt hat, hat sich das allerdings geändert. In der Annahme, der Boden sei so langsam erreicht, verkauften Privatanleger und Finanzprofis zuletzt nach jedem Zinsschritt Bundesanleihen. Manager von Rentenfonds haben über Kursgewinne gute Renditen für ihre Anleger erzielt.

Doch wie gehen Manager etablierter Anleihefonds mit diesen Kursgewinnen um? Wo reinvestieren sie die Gelder? FONDS professionell ONLINE hat darüber mit verschiedenen Finanzprofis gesprochen - auch mit Peter E. Huber, Gründer des unabhängigen Vermögensverwalters Starcapital.

Herr Huber, aufgrund beständig sinkender Zinsen haben Rentenfondsmanager zuletzt hohe Kursgewinne realisiert. Sie auch?

Peter E. Huber: Wir sind kein klassischer Rentenfonds und investieren antizyklisch. Daher haben wir in diesem Segment nicht von steigenden Kursen profitiert. Hätte ich Bundesanleihen im Portfolio, würde ich sie in der momentanen Situation aber auf jeden Fall verkaufen, solange noch Kursgewinne möglich sind.

Manche Manager von Rentenfonds verkaufen Bundesanleihen und investieren stattdessen in Staatsanleihen andere Länder in der Eurozone. Ist das denn eine gute Alternative?

Huber: Nein, meiner Ansicht nach ist das keine Alternative. Man braucht sich ja nur vor Augen zu führen, dass die Verschuldung der europäischen Staaten hat seit der Finanzkrise um mehr als 40 Prozent zugenommen hat. Und sie steigt weiterhin. Daher erkenne ich ein doppeltes Problem: Sich weiter verschlechternden Bonitäten stehen geringe Renditen gegenüber. Ich sehe europäische Staatsanleihen deshalb kritisch. Und mit Blick auf Bundesanleihen könnte man es so formulieren: Früher hatten wir einen risikolosen Zins, heute haben wir ein zinsloses Risiko.

Manager klassischer Rentenfonds haben also ein echtes Problem, wenn sie Kursgewinne reinvestieren wollen?

Huber: Ja, das Problem ist in vielen Fällen natürlich der begrenzte Anlagehorizont. Ein klassischer Rentenfonds hat nun einmal nicht die Möglichkeit, in jede Art von festverzinslichen Papieren zu investieren. Wir dürfen das hingegen schon. Daher können wir Chancen wahrnehmen, die ja durchaus vorhanden sind.

Was würden Sie Managern von Rentenfonds, die ähnlich wie Sie breiter investieren dürfen, raten?

Huber: Wer weltweit ohne Benchmark anlegen darf, sollte Staatsanleihen verkaufen und Kursgewinne realisieren. Diese können dann zum Beispiel in ausgewählte hochverzinsliche Unternehmensanleihen investiert werden. Gerade im Rohstoff- und Energiesektor lassen sich Bonds finden, die bei zehnjähriger Laufzeit zweistellige Dollar-Renditen erzielen. Auch einige Währungen sind aufgrund des Verfalls der Energie- und Ölpreise stark unter Druck geraten. Der russische Rubel und der brasilianische Real bieten Chancen. Wer kann, sollte sie jetzt nutzen und nicht länger auf weitere Kursgewinne warten.



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