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„Momentum-Effekt erstmals darstellbar“

12.07.2016, 14:24  |  499   |   |   

Dr. Wilhelm Berghorn gründete im vergangenen Jahr Mandelbrot Asset Management. Der erste Fonds des Unternehmens nutzt Erkenntnisse des Mathematikers Benoît Mandelbrot, um den Markt zu schlagen. Mithilfe der fraktalen Theorie kann der Momentum-Effekt erstmals am Computer modelliert werden.

Wie lautet die Strategie Ihres Hauses?

Unser Investmentansatz basiert auf den Erkenntnissen und der Arbeit des Mathematikers Benoît Mandelbrot. Dieser stellte fest, dass Objekte in der Natur oft nicht durch einfache geometrische Objekte beschrieben werden können, sondern aus verkleinerten Kopien ihrer selbst zusammengesetzt – also selbstähnlich - sind. Mandelbrot nannte sie Fraktale. Egal ob Sie einen gewählten Ausschnitt vergrößern oder verkleinern, Sie finden immer wieder verkleinerte oder vergrößerte Kopien dieses Objekts. Selbstähnlichkeit und die zweite Eigenschaft von Fraktalen, die der gebrochenen Dimension, gelten auch für Aktienpreiszeitreihen. Mandelbrot nahm unter dem Begriff „fraktale Märkte“ an, dass sich Trends in immer kleinere Trends zerlegen lassen. Mit modernen Methoden haben wir gezeigt, dass der Momentum-Effekt, der in der klassischen Kapitalmarkttheorie als Anomalie bezeichnet wird, über dieses Prinzip von Mandelbrot modelliert werden kann. Preiszeitreihen bilden überlange statistische Trends aus, das heißt, dass Aktien, die gut gelaufen sind weiterhin ihren „Schwung“ behalten. In unseren Strategien verwenden wir unsere mathematischen Methoden, um den Momentum-Effekt auszunutzen. Einen ersten Fonds, mit dem wir diese evidenzbasierte, quantitative Investment-Management-Strategie verfolgen, haben wir im Juli letzten Jahres mit den Partnern von Universal Investments und Berenberg aufgelegt. 

Wie grenzt sich Ihre Gesellschaft von der Konkurrenz ab?

Wir nutzen den Momentum-Effekt über eine spezielle Technologie (Wavelets) aus und setzen diesen in eine marktneutrale Rendite um. Wavelets kommen aus dem Gebiet der mathematischen Signaltheorie und erlauben die gleichzeitige Analyse von Signalbewegungen (Schwingungen) sowie den Ursprung der Schwingungen im Signal selbst. Sowohl die eingesetzte Technologie, aber auch die spezielle marktneutrale Umsetzung, ist Alleinstellungsmerkmal. Zudem haben wir eine stark wissenschaftliche Ausrichtung und tragen mit unseren Veröffentlichung (z.B. in Quantitative Finance) zum Verständnis des Momentum-Effektes bei. 

Wie setzen Sie diese Erkenntnisse in einem Fonds um? 

Der Fonds Mandelbrot Market Neutral Germany mit über 29 Millionen Euro Assets under Management per Ende April basiert aus zwei Positionen: einem Aktienportfolio (üblicherweise 75 Prozent des Fondsvolumens) sowie einer Gegenposition in gleicher Höhe über verkaufte DAX Futures (Short-Position auf den DAX). Das Long-Portfolio besteht aus einer Mischung deutscher Aktien aus dem DAX, MDAX und TecDAX, die mittels Wavelets ausgewählt werden. Die Rendite des Fonds entsteht dementsprechend aus der Überrendite des Aktienportfolios - positiv wie negativ - gegenüber dem Aktienmarkt. Da Marktbewegungen durch die dem Markt entgegengesetzte Short-Position im DAX Future minimiert werden, ist die resultierende Rendite nicht korreliert. Diese Nicht-Korrelation gilt auch für andere Asset-Klassen und andere marktneutrale Strategien, so dass sich signifikante Diversifikationsmöglichkeiten ergeben.  

Mehr zu Quant-Strategien hier

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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