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Professionelle Anleger Erfolg Trumps nicht nur problematisch

09.09.2016, 16:29  |  802   |   |   

Sollte Donald Trump Präsident der USA werden, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit unruhig an den Märkten werden. Doch was sagen Investmentexperten dazu?

Die US-Wahlen liegen nur einige Wochen entfernt und langsam beginnen sich professionelle Anleger intensiver mit den verschiedenen Szenarien auseinanderzusetzen. Sollte Donald Trump tatsächlich Präsident werden, dann werden Anleger wohl vermeintlich sichere Häfen wie Gold, den Franken oder europäische Anleihen ansteuern.

Anleger in exportstarke amerikanische Unternehmen könnten wohl auch etwas Vorsicht walten lassen, da Trump selber angekündigt hat eine stärker isolationistische Wirtschaftspolitik  fahren zu wollen.

Mark Haefele, Global Chief Investment Officer Wealth Management bei UBS, schreibt zum Beispiel zusammen mit Dirk Effenberger, Head of Cross-Regional Investment Office, dass ein Sieg Trumps wohl dem Brexit-Szenario ähneln dürfte und zur Flucht der Anleger in sichere Häfen führe:

At first, the effect of a Trump victory would probably resemble that of the UK “leave” vote: gold would likely rise, and capital could flow out of the US dollar and into the Swiss franc. At the same time, fear of increased protectionism could hurt equity markets or sectors with high sales exposure to the US like the Eurozone consumer discretionary sector.”

Martin Hüfner von Assenagon schrieb zum Beispiel schon in seinem wöchentlichen Kommentar im Juni, dass Trump sich nicht nur schlecht auf die US-Amerikanische Wirtschaft auswirken muss:

„Es wird schwerer. Kurzfristig würde ein möglicher Wahlsieg von Donald Trump die Unsicherheit an den Märkten erhöhen. Das würde den US-Dollar schwächen, die Zinsen steigen lassen und die US-Aktien (und darüber hinaus auch die internationalen Börsen) belasten. Mittelfristig würden eine Rückführung der Globalisierung und die Eindämmung der Migration das Wachstum in den USA und in der Weltwirtschaft verringern. Andererseits: Sollte Trump ähnlich wie Ronald Reagan das Selbstbewusstsein der Amerikaner stärken, würde sich das langfristig positiv auf das Standing der Amerikaner in der Welt auswirken. 1985 (also zu Beginn der zweiten Amtszeit Reagans) war eines der Jahre in der Nachkriegszeit, in der der US-Dollar besonders stark war.“

Chris Iggo, CIO Global Fixed Income bei AXA IM in London, fühlt sich relativ sicher, was einen Gewinn Trumps bei den US-Wahlen betrifft. Im Interview mit der TIAM sagte er:

„Unser US Short Duration High-Yield Fund ist, aufgrund der Kurzläufer-Struktur sehr konservativ aufgestellt. Mit den kurzen Durationen haben wir bereits eine grundsätzliche Sicherung eingebaut. Nach einem möglichen Sieg Trumps müssten wir sicher die Volatilitäten gut managen, darauf wird es ankommen. Wir haben das in der Vergangenheit sehr gut geschafft und ich bin zuversichtlich, dass uns das auch künftig gelingen wird.“

Martin Moeller, Head of Equities und Portfoliomanager bei UBP,  einer Schweizerischen Privatbank, glaubt, dass ein Präsident Trump moderater als der Kandidat Trump sein wird. So zitiert ihn die Financial Times in einem Artikel zur Vorbereitung von Investoren auf Trump vom 22. Mai:

“The campaign has focused on the entertaining and ridiculous statements, [but], once elected, there will be less need for media attention and more focus on finding consensus with other politicians to get things done. I think President Trump would be more realistic and reasonable than Campaigner Trump.”

Alles in allem, sind also die Hoffnungen und Erwartungen nicht ausschließlich negativ bei den Anlegern, sondern durchaus gemischt und differenziert.

(KR)



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Konstantin Riffler hat mehr als 10 Jahre an Erfahrung als Redakteur und Journalist in Deutschland, Großbritannien und Asien. Seine Spezialgebiete sind Fondsmanagement, Investmentthemen, IPOs, M&A und Digitalwirtschaft. Als Redakteur und Content-Manager bei €uro Advisor Services GmbH ist er zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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