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ETF Securities - September Ausblick 2016 GBP im Tiefflug

Nachrichtenquelle: ETF Securities
19.09.2016, 13:50  |  495   |   |   

Folgen des Brexit-Referendums

Das Ergebnis der Volksabstimmung im Juni war ein Schock für die Finanzmärkte – die Mehrheit der Briten hatte für einen Austritt aus der EU gestimmt. In der Folge knickte das GBP in den Tagen nach dem Referendum um 11% ein.

Bisher wurde jedoch nicht weiter geklärt, wann das Land tatsächlich den Austritt nach Artikel 50 der EU-Verfassung erklären will (was den offiziellen Beginn einer zweijährigen Austrittsfrist markieren würde). Die neue britische Premierministerin Theresa May hat bisher nur bestätigt, dass das Land aus der EU austreten wird.

Die Unsicherheit im Hinblick auf den konkreten Kurs des Landes beim Austritt aus der EU dürfte die potenziellen negativen Effekte auf die britische Wirtschaft zusätzlich verlängern. Der Zeitpunkt für die Eröffnung des Austrittsverfahrens nach Artikel 50 ist ebenso wichtig wie die endgültige Struktur der Handelsverträge zwischen Großbritannien und der EU.

Abschätzung des Schadens

Die erhöhte Volatilität der Wechselkurse war 2016 eine zentrale Eigenschaft der Märkte, die durch die Politik der Notenbanken und einmalige Ereignisse (wie beispielsweise das Brexit-Referendum) noch zusätzlich verstärkt wurde.

Das GBP reagierte besonders empfindlich auf Phasen erhöhter Volatilität, und aktuell bewegt sich der Wechselkurs zum USD nahe den 30-Jahres-Teifs. Zwischenzeitlich hat die Bank of England jedoch Maßnahmen zur Stützung der britischen Wirtschaft beschlossen, sodass an den Märkten eine gewisse Ruhe eingekehrt ist. In der Folge hat die Volatilität abgenommen, wobei die Erholung des GBP insgesamt schleppend verläuft.

Importierte Inflation

Zunächst fiel die Inflation überraschend hoch aus und erlebte den stärksten Anstieg seit November 2014. Im Juli stieg der VPI um 0,6% relativ zum Vorjahr, während die Kerninflation bei 1,3% seitwärts tendierte. Vor allem die importierte Inflation infolge der Schwächung des GBP könnte zum Jahresende einen Anstieg der Teuerung bewirken (hauptsächlich über Lebensmittel- und Treibstoffimporte). Im britischen VPI-Korb entfallen ca. 15% auf Lebensmittel und Getränke.

Die Schwächung des GBP um 10% könnte somit einen Anstieg des britischen VPI um 1% in den nächsten 6-12 Monaten (nach Wechselkursschwankungen) bewirken. In ihrem Inflationsbericht für August 2016 geht die BoE davon aus, dass die Auswirkungen des EU-Referendums bis 2018 einen Anstieg der Inflation über die Zielmarke der Bank hinaus bewirken werden.

Unseres Erachtens könnten die Auswirkungen des Referendums auf das GBP (und damit auf die britische Inflation) einen Anstieg der Inflationserwartungen begünstigen. Angesichts des zu erwartenden Anstiegs der VPI-Werte im Zuge steigender Lebensmittel- und Treibstoffpreise in den kommenden Monaten könnten sich die Inflationserwartungen relativ rasch erholen, sodass die Bank of England unter Druck geraten könnte.

Bank of England riskiert Anstieg der Inflation

Obwohl ein Anstieg der Inflation erwartet wird, hat die BoE die Zinsen gesenkt und weitere QE-Maßnahmen zur Stützung der britischen Wirtschaft beschlossen. Die Bank hat angekündigt, ihre Wachstumsprognose für die nächsten drei Jahre relativ zu den Werten der Prognose im Mai um insgesamt um 2,5% nach unten zu korrigieren.

Infolge der zusätzlichen Käufe der Notenbank sind die Zinsen entlang der Giltkurve gesunken, und der Rückgang des GBP-Wechselkurses verlief parallel zur Entwicklung der Realzinsen.

 

Obwohl sich die Auswirkungen des Brexit-Votums nur schwer durch harte Zahlen belegen lassen, deuten die Stimmungsdaten auf einen potenziell drastischen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hin.Hiervon dürften vor allem die Investitionen im britischen Unternehmens- und Immobiliensektor betroffen sein, wobei ein Rückgang um 4,75% bzw. 2% im nächsten Jahr durchaus möglich scheint.

„Reset“ für den britischen Haushalt

Die neuen Haushaltsziele werden in der Herbstrede des Schatzkanzlers im November bekanntgegeben. Unter dem neuen Schatzkanzler Hammond wurden bisher wenige Details bekannt. Es wurde lediglich verlautbart, der Haushalt müsse „zurückgesetzt“ werden. Hammond sicherte außerdem zu, beim Austritt aus der EU für europäische Subventionen an Landwirte, Wissenschaftler und Universitäten zu bürgen. Das Schatzamt beziffert die entsprechenden Beträge im Haushalt 2014/15 auf ca. 6 Mrd. GBP.

Obwohl die Zahlen für den Haushalt noch nicht vorliegen, haben die großen Ratingagenturen das britische Bonitätsrating gesenkt, bedingt durch den negativen Ausblick für die britische Konjunktur und die bestehenden Haushaltsrisiken.

Zwar deuten die Prognosen für die Netto-Kreditaufnahme des öffentlichen Sektors in die richtige Richtung, doch fallen die Schätzungen für das erforderliche Kreditvolumen insgesamt zu niedrig aus. Im März 2016 verschob das Office of Budget Responsibility (OBR) die geplante Rückzahlung von Verbindlichkeiten auf 2019/20, ein Jahr später als im Haushalt vom März 2015 vorgesehen. Angesichts des kommenden Brexits dürfte dieser Termin in der Herbstrede im November erneut um mehrere Jahre verschoben werden. Tatsächlich entsprach die Senkung der Netto-Kreditaufnahme im öffentlichen Sektor mit 11% noch nicht einmal der Hälfte der erforderlichen Reduzierung um 26% zur Erreichung der Haushaltsprognose.

Das GBP hat infolge der potenziellen Konjunkturschwäche im Zusammenhang mit dem Brexit spürbar nachgegeben. Diese Schwäche scheint zum aktuellen Zeitpunkt vollständig im Wechselkurs eingepreist zu sein. Obwohl wir derzeit keinen direkten Katalysator für eine Erholung des GBP erkennen, dürfte sich die Währung in der Nähe ihres strukturellen Tiefs bewegen.



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ETF Securities ist einer der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von börsennotierten Rohstoffprodukten (ETPs) und bietet eine umfangreiche Palette an börsennotierten Aktien-, Rohstoff- und Währungsprodukten an. Das Unternehmen hat im Jahr 2003 das erste börsennotierte, physisch hinterlegte Gold-Produkt emittiert. Mittlerweile bietet ETF Securities über 300 ETPs in den Assetklassen Rohstoffe, Währungen und Aktien an, die an den wichtigsten Börsen weltweit notiert sind.

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ETF Securities - September Ausblick 2016 GBP im Tiefflug

Nach dem EU-Referendum knickte das GBP um über 10% ein und erreichte die niedrigsten Werte seit 1985. In der Folge dürften Treibstoff- und Lebensmittelimporte die Inflation über den Zielwert der Bank of England steigen lassen. Die Schwächung der Konjunktur scheint unvermeidlich, da ein Rückgang der Investitionen im Unternehmens- und Immobiliensektor erwartet wird und das britische Länderrating gesenkt wurde. Die schwache Konjunktur, aggressive Stimulierungsmaßnahmen der Notenbank und die Gefahr einer Haushaltskrise haben den GBP-Kurs auf Werte um das strukturelle Tief absinken lassen.

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