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Der Markt unterschätzt die FED

Gastautor: Daniel Saurenz
21.09.2016, 11:00  |  550   |   |   

Börse_USA_NewYork_5Als Janet Yellen im Dezember 2015 den Leitzins der US-Notenbank FED um 0,25 Basispunkte anhob, sollte dies der Startschuss zu einer Rückkehr in die “Zinsnormalität” sein. Daraus ist bislang nichts geworden. Vor nunmehr jeder FED-Sitzung ist das Motto ” dieses Mal wohl nicht, aber vielleicht bei der nächsten Sitzung”. Derzeit preist der Markt für den Dezember eine Zinserhöhung ein. Es kann natürlich auch ganz Anders kommen.  Die Terminbörsen unterschätzen das Ausmaß der anstehenden Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed). Dieser Ansicht ist Steven Bell, Analyst bei BMO Global Asset Management. Wir wollen ihnen die Studie nicht vorenthalten.

Derzeit rechne der Markt bis Ende 2017 lediglich mit einer Leitzinserhöhung um 36 Basispunkte und bis Ende 2018 nur mit weiteren zehn Basispunkten. „Zwar sprechen niedrige Produktivität, schwache Inflationsraten und ultraniedrige Zinsen außerhalb der Vereinigten Staaten dafür, dass die geldpolitische Straffung der Fed schwächer ausfallen könnte als in der Vergangenheit. Allerdings fallen die Prognosen des Marktes aus unserer Sicht eine Größenordnung zu niedrig aus“, so Bell. Gründe dafür sieht er in den zuletzt starken US-Arbeitsmarktdaten, dem schwachen US-Dollar und der Erholung am Rohstoffmarkt.

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Investoren stellen Glaubwürdigkeit der Federal Reserve in Frage

USA_Bank_SymbolObwohl verschiedene Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) äußerten, dass noch in 2016 mit weiteren Leitzinserhöhungen zu rechnen sei, preise der Markt die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis bei gerade einmal 60 Prozent ein. Und bis Ende 2017 läge die Wahrscheinlichkeit für einen unveränderten Zinssatz immerhin bei 18 Prozent. Zum Vergleich: Drei schrittweise erfolgende Erhöhungen, die sich auf insgesamt 75 Basispunkte summieren, seien gerade einmal zu 17 Prozent eingepreist. Grund für diese pessimistische Haltung sei die Erfahrung aus der Vergangenheit: „Nachdem die Fed im vergangenen Dezember die Straffung einläutete, ging der Markt noch von einer Serie von positiven Zinsschritten aus. Mittlerweile wird die US-Zinswende von vielen Marktteilnehmern vollständig in Frage gestellt“, so der Experte.

Starke Arbeitsmarktdaten sprechen laut Analysten für ein Ende der lockeren Geldpolitik

Der FOMC sei von seinen ursprünglichen Plänen allerdings aus guten Gründen abgewichen: „Die Wirtschaftsdaten hatten sich zu Jahresbeginn verschlechtert. Der Economic Surprise Index, der die Wirtschaftsstimmung in den zehn größten Volkswirtschaften misst, verlief zwischen Januar und Februar stark negativ“, so Bell. Mittlerweile hätte sich dieser Indikator allerdings erholt und auch der weitere Ausblick sei positiv. Die Ängste vor einer Rezession seien zurückgegangen. Der US-Arbeitslosenmarkt habe sich seit Mitte des Jahres stark entwickelt. „Mit der aktuellen Arbeitslosenrate von unter fünf Prozent hat die Fed ihr Ziel in Bezug auf den Arbeitsmarkt erreicht“, stellt Bell fest.

Wir sind der Meinung, dass die FED es sich sehr einfach macht, wenn sie auf eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent hinweist. Diese Zahl verdeckt die hohe Anzahl der Amerikaner in präkerer Beschäftigung, die teilweise mehrere Jobs annehmen müssen, um sich eine Grundversorgung zu finanzieren. Dieses Thema greifen wir heute Abend in der Finanzmarktrunde auf, denn hier lässt sich ein direkter Bezug zu Donald Trump herstellen. Die Termine:

Mittwoch, 21.09, 18 Uhr: Die Finanzmarktrunde – Hier gehts zur Anmeldung…

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Schwacher US-Dollar und Erholung am Rohstoffmarkt könnten die Inflation ankurbeln

NewYork_USA_6Somit bestehe noch das zweite Problemfeld der Fed, die Inflationsrate. „Die Kerninflationsrate steigt seit zwei Jahren an und liegt bereits seit Ende 2015 über dem von der Fed definierten Ziel von zwei Prozent“, so Bell. Die privaten Konsumausgaben als alternativer, von der Fed bevorzugter Maßstab für die Inflation, seien hingegen weniger stark gestiegen, obgleich es auch bei ihnen seit Ende 2015 eine Beschleunigung gebe. Zudem deuteten zwei andere Indikatoren auf eine Fortsetzung des Aufwärtsdrucks bei der Inflationsrate hin: Bislang hätten der starke US-Dollar und die schwachen Rohstoffpreise die Inflation geschwächt.

Der Dollarwechselkurs liege aber derzeit unter seinem Höchststand von Anfang 2015, während sich zugleich die Rohstoffpreise erholt hätten. „Aufgrund von Basiseffekten dürfte daher der Verbraucherpreisindex ansteigen, wodurch wiederum die Lohninflation steigen könnte“, erläutert Bell. Vor diesem Hintergrund rechnet der Experte damit, dass der FOMC den Leitzins bis zum Jahresende erhöhen wird und dies im Jahr 2017 schrittweise fortführen wird



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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Kommentare

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conny220
21.09.16 12:46:00
Die FED wird die Zinsen nicht signifikant erhöhen,höchstens marginal.Die Frage bist,was macht sie,wenn der Zyklus Boom zu Ende geht,die nächste Krise kommt?
Die Antwort kam prompt:"Star-Ökonom warnt vor neuem Mega-Crash – und fordert sechs Prozent Negativzinsen"
Und liebe Redaktion,ich hoffe ich poste nicht wieder umsonst,die letzten Posts wurden immer wieder gelöscht!

Disclaimer

Der Markt unterschätzt die FED

Als Janet Yellen im Dezember 2015 den Leitzins der US-Notenbank FED um 0,25 Basispunkte anhob, sollte dies der Startschuss zu einer Rückkehr in die “Zinsnormalität” sein. Daraus ist bislang nichts geworden. Vor nunmehr jeder FED-Sitzung ist …

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