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Geldpolitik Die Planwirtschaft der Notenbanken wird böse enden

27.09.2016, 11:01  |  6613   |   |   

Trotz des jahrelangen, gigantischen Gelddruckens der japanischen Notenbank, der US-Notenbank und der EZB ist die Wirtschaft weiterhin schwach. Dennoch gehen die Notenbanken den irrwitzigen Weg immer weiter, wie die jüngsten Maßnahmen Japans zeigen. Die Planwirtschaft der Notenbanken wird aber genauso scheitern wie die früheren Planwirtschaften des Kommunismus in Osteuropa.

Rally an den weltweiten Börsen: verantwortlich dafür sind ausschließlich die jüngsten Maßnahmen der japanischen und der US-Notenbank. Während die japanische Notenbank umgerechnet rund 65 Mrd. Dollar pro Monat druckt, - wobei von einer nachhaltigen Konjunkturbelebung weit und breit nichts zu sehen ist -, hat Notenbankchef Haruhiko Kuroda nun einen Weg gefunden, um den Investoren weiß zu machen, dass die Geldpolitik noch weiter gelockert wird.

Wie geht das? „Die größte Veränderung betrifft die Staatsanleiheankäufe. An die Stelle eines fest vorgegebenen Ankaufvolumens tritt das Ziel, die Zinsstrukturkurve an den Finanzmärkten zu steuern und dabei die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen auf dem aktuellen Niveau bei rund null Prozent zu verankern“, schrieb Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Die Zinsstrukturkurve bildet ab, wo die Zinsen für die jeweiligen Laufzeiten liegen, aktuell also beispielsweise minus 0,3 Prozent für Anleihen mit einer Laufzeit von drei Monaten, über minus 0,26 Prozent für ein Jahr bis zu null Prozent bei zehnjährigen Anleihen.

Kuroda will die Zinsstrukturkurve steuern

Die Notenbank will also noch mehr die Kontrolle über den Anleihenmarkt übernehmen, und mit der Geldpolitik nicht mehr nur bestimmen, wo die kurzfristigen Zinsen sind, - wie es die weltweiten Notenbanken tun -, sondern auch jene für langfristige Anleihen, wobei die Zinsen für zehnjährige Papiere bei null Prozent verankert werden sollen. Eine irrwitzige Idee. Offensichtlich wissen Kuroda und weitere acht Mitglieder der japanischen Notenbank, die über die Geldpolitik entscheiden, besser wo die jeweiligen Zinsen liegen sollten, als die hunderttausenden von Investoren am Anleihenmarkt.

Unglaublich. Kuroda‘s Plan ist genauso gut wie die ehemaligen Pläne der damaligen Politbüros in Berlin und Moskau, die auch besser als die Bürger wussten, beispielsweise wie viele Autos gebaut werden müssten. Die neuen Pläne der japanischen Notenbank führen nicht nur zu noch größeren Verwerfungen am Anleihenmarkt als bislang schon, sondern auch am Aktienmarkt. Denn die Käufe von ETFs sollen künftig etwas weg vom Nikkei 225 und mehr in Richtung des marktbreiten Topix gelenkt werden.

US-Notenbank senkt Zinsprognose

Im Gegensatz zur japanischen Notenbank redet die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen zwar andauernd von irgendwelchen Zinserhöhungen, mit Ausnahme der Erhöhung vom Dezember 2015 ist aber absolut nichts passiert. Zwar hat Yellen bei der jüngsten Sitzung am 21. September eine Zinserhöhung für die Sitzung am 14. Dezember 2016 ins Spiel gebracht. Dass Yellen dann zur Tat schreiten wird, ist aber äußerst unwahrscheinlich. Immerhin würde Yellen dem neuen Präsidenten – sei es Donald Trump oder die Kandidatin der Demokratischen Partei Hillary Clinton – kurz vor seinem Amtsantritt im Januar 2017 einen Knüppel zwischen die Beine werfen. Das dürfte der neue Präsident wohl nicht besonders gut finden, weshalb sich an der Zinsfront weiterhin nichts tun dürfte.

Bemerkenswert ist vielmehr, dass die Fed angesichts der schwachen Konjunktur die Prognosen für Zinserhöhungen bis Ende 2017 weiter eingedampft hat. Das Zinsziel der Fed für Ende 2017 liegt nun mehr bei lediglich 1,125 Prozent, nachdem die Fed zuvor noch 1,625 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Dieses Signal, - dass also die Zinsen viel langsamer angehoben werden sollen als bislang geplant – hat der Anleihenmarkt sehr schnell verstanden. Die Zinsen für zehnjährige Anleihen, die kurz vor der Sitzung noch bei 1,72 Prozent gelegen waren, sind auf 1,62 Prozent kollabiert. Gleichzeitig druckt die Fed weiterhin kräftig Geld. Wieso, immerhin ist die Bilanzsumme der Fed seit Oktober 2014 stabil bei 4,5 Billionen Dollar? Die Fed kauft nur netto keine Anleihen. Allerdings kauft die Fed jeweils neue Anleihen, wenn alte auslaufen und druckt damit weiterhin kräftig Geld.

Das geht so: Die Fed besitzt derzeit US-Staatsanleihen im Volumen von 2,46 Billionen Dollar mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 10 Jahren. Demnach kauft die Fed rechnerisch für 246,3 Mrd. Dollar pro Jahr Staatsanleihen. Zudem besitzt die Fed Hypothekenanleihen im Volumen von 1,74 Billionen Dollar. Summa summarum druckt die Fed für den Kauf von Staats- und Hypothekenanleihen also rund 35 Mrd. Dollar pro Monat. Offensichtlich muss auch die US-Notenbank die Zinsen so niedrig wie irgendwie möglich halten, zumal die Staatsschulden seit Ende 2014 um herbe 1,38 Billionen Dollar auf horrende 19,52 Billionen Dollar nach oben geschossen sind. Bei dem Tempo macht die USA knapp 800 Mrd. Dollar neue Schulden innerhalb von zwölf Monaten. Und das in einem Umfeld, in dem die Wirtschaft angeblich gut laufen soll.

Das Gelddrucken wird böse enden

Um die Geldpolitik weiter zu lockern, - und genau das dürfte die japanische Notenbank in den nächsten Jahren tun -, muss sie die Zinsen am kurzen Ende immer weiter nach unten drücken. Folge: Während die Sparer früher kräftige Zinseinnahmen hatten, werden die Sparer wegen der immer niedrigeren Strafzinsen künftig erhebliche Zinsbelastungen haben. Entsprechend haben die Bürger weniger Geld für den Konsum als früher, und werden sich daher beim Konsum zurückhalten. Gleichzeitig werden sich viele Haushalte angesichts der trüben Zukunftsperspektiven und des demografischen Wandels mit dem Schuldenmachen zurückhalten – das bremst die Wirtschaft. Normale Menschen machen nur dann Schulden, wenn die Menschen der Überzeugung sind, dass sie die Schulden später gut zurückzahlen können.

Insofern werden die immer niedrigeren Zinsen die Wirtschaft noch mehr belasten als ohnehin schon. Immer tiefere Strafzinsen höhlen die Wirtschaft immer weiter aus, womit sie immer abhängiger wird von den Staatsausgaben. Entsprechend groß ist das Haushaltsdefizit, liegt es aktuell bei rund sieben Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – ein horrender Wert. Dabei nähern sich die Staatsschulden Japans rapide der Marke von 250 Prozent der Wirtschaftsleistung – der mit weitem Abstand schlechteste Wert weltweit. In diesem schwachen Konjunkturumfeld werden sich die Unternehmen mit Investitionen zurückhalten, zumal der steigende Yen die Exportperspektiven der Firmen erheblich beeinträchtigt.

Die neuesten Maßnahmen der japanischen Notenbank werden verheerende Folgen haben, zumal EZB-Chef Mario Draghi und Fed-Chefin Yellen Kuroda’s „Vorbild“ innerhalb weniger Quartale folgen dürften, und ebenfalls versuchen dürften, die Zinsstrukturkurve zu kontrollieren. Wenn diese verheerende Geldpolitik also auch in den USA und der Euro-Zone angewendet werden sollte, wird sich auch in diesen Regionen die Konjunktur deutlich abschwächen. Die Planwirtschaft der Notenbanken kann nicht gut enden. Das dürfte allerdings zumindest kurzfristig den Aktienmarkt nicht interessieren. Er könnte weiterhin nach oben tendieren. 



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Kommentare

Das,bekommste auf keinen Fall hin,weil,damit es Sinn macht,müsste man es auf Deutschland beschränken,und das wäre etwas zu mickrig,den ohnehin schon entstandenen Schaden zu kompensieren!

Denn eigentlich,gab es in den Süd-Europäischen Ländern nur ein Schuldenproblem,worauf man beschloss,dass man hierzulande wieder einmal die Bundesregierung beauftragen würde,mit der alten Euro-Leier,ihre eigenen Bürger mal so richtig abzuzocken,um Geld über Euroland auszukübeln!

Ich will es nicht weiter präzisieren,aber irgend etwas lief wohl gewaltig schief und nun ist die Konjunktur orientierungslos im Eimer,wie schade!

Das Einverständniss,der Empfängerländer,die Demokratie innerhalb Deutschlands mal wieder mit der alten "Gestalten Leier" übers Knie zu brechen und so richtig schön,mit den Deutschen Schlitten zu fahren,auf der einen Seite und die nimmersatte Selbstüberschätzung und Ansteckung auf der anderen Seite,führten in das aktuelle scheinbar planlose Desaster,..nach dem nicht weiter beschriebenen Ereigniss!

Du müsstest mindestens 20-30000 Euro,auf jeden Bundesbürger regnen lassen,um ihn ansatzweise zu entschädigen und dann hatter immernoch sein aller größtes Problem,nämlich seine Politiker und ihr unbeschreibliches Gefolge,...aber ja,es würde die Inflation anregen,nur,das allerschlimmste,was Merkel scheinbar passieren kann,ist,dass ihr irgendwann die Probleme ausgehen und sie sich mit ihren Aufgaben befassen müsste,lieber erfindet sie neue Probleme,oder schafft welche,um von ihrem "Nichts-Tun" medienwirksam abzulenken.
Sinnlos,darüber zu grübeln,denn,gleich einem drogensüchtigen,im Endstadium,möchten es alle lieber da regnen lassen,wo es auf jeden Fall trocken bleiben muss,damit endlich Vernunft einkehrt und das führt eben dann zum Kollaps.
Ganz ehrlich,das Ding,mit dem Euro,ist viel fertiger,als die Ecu-Übungen,unter Schmidt,den das Verfassungsgericht zurück pfiff,weil man den Schrott für Landesverrat hielt.
Partner und Freunde,sucht man in der Gemeinschaft schon nicht mehr,wirkt wie ein Club,von getretenen Perversen,die sich nur noch am deutschen Elend ergötzen,immer weiter,Hauptsache,es wird Verwüstung angerichtet und sich stets so bewegen,dass eine Umkehr,als ein schmerzhafterer weg erscheint.
Tjaa,die Politik,der Notenbanken,ist auch nicht gescheitert,wenn viele,viele andere darauf vertrauen und letztlich scheitern !
Was möglicherweise erneut scheitert,ist auch der Euro,am Ende dieses Prozesses!
Etwas,ist drann,an dem,was die Deutsche Bank heute verkündete,die Unterschiede,der vielen Volkswirtschaften,in Europa,scheinen zu groß,viel zu groß zu sein,als das Mutti uns so einfach weiter beschwindelt und hier ein bisschen "wischi waschi"spielen könnte,in dem Bestreben,uns zu zeigen,dass eben wirklich alle Menschen überall gleich wären und dass es egal wäre,was man vorher geopfert,also erspart hätte und aus welcher Familie man denn stamme,...usw
Unfreiwillig,beweist sie schliesslich,mit ihrem unerschütterlichen Dasein irgendwie das Gegenteil, vergessen wir nicht,das war eine ganze Menge,was sie uns hier zugemutet hat.
Es sieht aus,als wären wir unmittelbar,zwar noch vor dem letzten "Hurra"aber auch vor dem großen Knall,wer diesmal scheitert,...wird sich noch zeigen,aber wir haben ja auch beim letzten mal schon kräftig schummeln müssen!
Gewinnt nicht immer am Ende die Bank ?
Hallo,

bei 16 Billionen $ BIP und 800 Mrd. neuen Schulden werden 5 % des BIP über Schulden "finanziert". ALSO gibt es REAL kein Wachstum - sondern eine SCHRUMPFUNG der USA-Bruttosozialprodukte auf Dollar-Basis!

WARUM gibt es denn dann, streng nach ALLEN Volkswirtschaftlichen Lehrbüchern keine Inflation? Die Geldmenge explodiert, die reale Wirtschaftsleistung sinkt (oder steigt je nach Schönrechnerei deutlich geringer als die Geldmenge) - UND die Inflation bleibt nahe Null ...

WO liegt denn der fundamentale Unterschied zu Hitlers Mefo-Wechseln, die in sämtlichen Schul- und Lehrbüchern als Zeichen einer Verbrecherischen Finanzpolitik aufgeführt werden.

Wünsche mir ein bisschen mehr Mut zu konsequenter Folgeprognose. Auch wenn diese dann nicht eintrifft; hat man wenigstens ein Mal knüppelharte Konsequenzen durchdacht.

Gruß

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