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GBP/USD Wird es Zeit über einen antizyklischen Long nachzudenken?

Gastautor: Jens Klatt
14.10.2016, 14:48  |  2059   |   |   

(JK-Trading.com) – Im Cable scheint sich das Abwärts-Momentum nach dem Flash Crash am 07. Oktober deutlich zu erschöpfen – Zeit über einen antizyklischen Long-Trade nachzudenken?

 

Ausgehend von folgender Grafik scheint es eventuell in der Tat sinnvoll mit Short-Engagements im GBP/USD vorsichtiger zu werden:

 

Quelle: Reuters bzw. Jamie McGeever

 

Die Grafik zeigt die logischerweise starke Korrelation des GBP/USD zur Entwicklung am Zinsmarkt und hier den 10-jährigen Zinsen: gehen wir der Einfachheit halber davon aus, dass die US-Zinsen stabil sind und UK und die Vereinigten Staaten eine gleiche Bonität, sorgen fallende Zinsen 10-jähriger UK-Schuldtitel zu Kapitalabflüssen aus GBP und Kapitalzuflüssen in den USD, ergo: GBP/USD fällt.

 

Die fallenden Zinsen am UK-Anleihemarkt finden ihren Ursprung ganz besonders im Umstand, dass die Marktteilnehmer infolge des BREXITs und Sorgen um ein Abdriften des Vereingten Königreichs in eine Rezession bei gleichzeitig anziehender Inflation durch die Abwertung des GBP die Bank of England auf den Plan ruft, geldpolitisch aktiv zu werden, billiges Geld zur Verfügung zu stellen und möglichst vor Anziehen der Inflation stärkeres Wirtschaftswachstum zu induzieren.

 

Die nun aufkeimenden Spekulationen rund um einen harten BREXIT (Details finden sich HIER) allerdings kommt es am britischen Anleihemarkt zu stärker anziehenden Zinsen, da der Markt nun beginnt die enormen Kosten für das British Empire, die ein solcher Schritt beinhaltet, einzupreisen.

 

Infolgedessen hat sich die stark positive Korrelation des Wechselkursverhältnisses und britischer Zinsen aufgelöst, dürfte aber über kurz oder lang wieder zusammenfinden.

 

Die Frage: orientieren sich die Zinsen nach unten oder GBP/USD nach oben?

 

Das dürfte einerseits von den zu veröffentlichenden Wirtschaftsdaten der kommenden Wochen und wohl ganz besonders von der Leitzinsentscheidung der Bank of England und ihrer weiteren Verfahrensweise in Bezug auf den Aufkauf besonders britischer Unternehmensanleihen abhängen, die zum Ziel haben die negativen Effekte eines BREXITs und das Abdriften in eine Rezession abzufedern.

 

Anders: kommen die Daten in den kommenden Wochen solide rein und/oder die Bank of England hält sich auf der Notenbanksitzung am 03. November geldpolitisch zurück, dürfte sich das Wechselkursverhältnis GBP/USD deutlich nach oben orientieren.

 

Und selbst bei einer dovishen Bank of England wäre für dieses Szenario noch nicht aller Tage Abend, denn: ein Großteil solcher Schritte seitens der BoE dürften bereits im Markt eingepreist sein und zudem besteht natürlich auch die Möglichkeit einer Serie enttäuschender US-Daten und gleichzeitig wieder abebbender Spekulationen rund um einen FED’schen Zinsschritt im Dezember.

 

Nun meine Überlegung: es steht außer Frage, dass GBP/USD übergeordnet im Tageschart bearish einzuschätzen ist und zwar solange, wie es zu keiner Rückeroberung der 1,35er Marke kommt:

 

Chart erstellt mit dem MetaTrader4, Kurse von JFD Brokers

 

Dennoch bleibt festzuhalten, dass das Cable auf der Unterseite stark extensiert scheint, eine Gegenbewegung in den Bereich um 1,2780/2880 einzukalkulieren ist.

 

Kommt es demnach auf Stundenbasis zu einer Rückeroberung der Region um 1,2300/2330 würde die Formulierung eines aggressiven Long-Szenarios aus Chance-Risiko-Verhältnis-technischer in meinen Augen interessant, Zwischenziel um 1,2470/2500, Stop auf allerspätestens 1,2080:

 

Chart erstellt mit Go.Guidants

 

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Geschäftsführer von Jens Klatt Trading exklusiv für JFD Brokers

Wertpapier: GBP/USD


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Jens Klatt ist Gründer und Geschäftsführer von Jens Klatt Trading (www.jk-trading.com). Dort findet der Trading-Interessierte Marktnachrichten und Analysen, alles rund um das Thema Trading-Ausbildung. Zudem fungiert Jens Klatt als Vermögensverwalter und Trader. 

Er ist Autor des deutschsprachigen Trading-Bestsellers "Forex-Trading: Grundlagen, Strategien und Methoden für den erfolgreichen Devisen-Trader" und seit mehr als 10 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig.

Klatt hat nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann Mathematik und Volkswirtschaftslehre studiert und währenddessen den Börsenhandel von der Pike auf bei einem großen Börsenmakler erlernt. Ausgehend von seiner langjährigen Expertise an den Finanz- und besonders Devisenmärkten ist er zudem ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen Fernsehen (N24, DAF, etc.).

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