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US-Wahl Damit müssen Investoren rechnen

03.11.2016, 16:17  |  885   |   |   

In fünf Tagen wählt Amerika einen neuen Präsidenten – oder die erste US-Präsidentin. Dann hat die Schlacht ums Weiße Haus vorerst ein Ende. Ob es danach in den USA ruhiger zugehen wird, bleibt offen. Der Assetmanager Amundi traut sich und wirft einen Blick in die Kristallkugel: Worauf müssen sich Investoren einstellen, wenn Trump die Koffer fürs Weiße Haus packt?

Offizieller Umzugstermin für Hillary Clinton oder Donald Trump – im Falle eines Wahlsiegs - ist der 20. Januar 2017. Anschließend muss die neue US-Präsidentin oder der neue US-Präsident beweisen, dass sie oder er dem Amt gewachsen ist. Didier Borowski, Head of Macroeconomics, und Philippe Ithurbide, Global Head of Research, Strategy and Analysis beim Assetmanager Amundi untersuchen bereits heute, was Investoren von den beiden Kandidaten erwarten dürfen. Entscheidend für die Perspektiven für die Wirtschaft sei dabei nicht nur der Kandidat beziehungsweise die Kandidatin selbst, sondern die Zusammensetzung des neuen Kongresses.

„Clinton Light“ sehr wahrscheinlich

Hillary Clinton wird Präsidentin. Dieses Szenario bewerten die Experten mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent. Einzige Einschränkung: „Die meisten Umfragen sagen eine Dominanz der Republikaner im Kongress voraus. Hillary Clinton wird also einige Anpassungen ihres Programms vornehmen müssen.“ Nichtsdestotrotz sollte die Wirtschaft davon profitieren: „Clintons Wirtschaftsprogramm setzt Impulse für den Konsum und den Arbeitsmarkt durch höhere Ausgaben, die durch Steuererhöhungen bei sehr Vermögenden und Unternehmen finanziert werden“, glauben die Autoren der Studie. „Das BIP wird moderat wachsen; wenn Clinton ihr Konjunkturprogramm umsetzen kann, sogar noch etwas mehr.“ Die FED könne ihre lockere geldpolitische Haltung beibehalten. Im Gegensatz zu vielen Mutmaßungen, erwarten die Analysten jedoch keinen besonders positiven Effekt auf die Finanzmärkte: „Wegen Steuererhöhungen und strengerer Regulation der Finanzbranche sehen wir keinen generell positiven Effekt für US-Aktien.“ Leiden werde die Finanzdienstleistungsbranche. Freuen könnten sich dagegen die Sektoren Bildung und Infrastruktur. 

„Trump Light“ – nicht ganz abwegig

Mit immerhin 19 Prozent bemessen die Autoren die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump Präsident wird – und sein Programm anpasst. „Sein ‚unkonventionelles‘ Programm findet auch bei vielen Republikanern keine Zustimmung – vor allem die extrem wachsende Staatsverschuldung. Es ist zu erwarten, dass er unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen im Kongress erhebliche Anpassungen seines Programms vornehmen muss.“ Trump wäre also dazu gezwungen, sein Programm unabhängig von der neuen Zusammensetzung des Repräsentantenhauses umzuschreiben. „Dadurch könnte eine Rezession verhindert und der Schaden für den Welthandel eingedämmt werden.“ Das bedeute aber auch, dass die FED die Zinsen im Dezember nicht erhöhen werde. In diesem Szenario sollte vor allem der Infrastruktursektor, aber auch der überverkaufte Gesundheitssektor profitieren. 

Dass Donald Trump sein Programm wie angekündigt durchziehen kann, sei dagegen fast unmöglich. „Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt ein Prozent.“ Die Auswirkungen wären dafür umso größer: Rezession, starke Störung des Handels, steigende Volatilität, ein mögliches QE4 der amerikanischen Zentralbank und steigende Goldkäufe – das seien nur einige Folgen für die Wirtschaft. 

„Neben dem Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, sind wir jedoch überzeugt, dass diese Wahl große langfristige Konsequenzen in den USA nach sich ziehen wird. Wähler scheinen generell weniger liberale Politikrichtungen zu befürworten.“

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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