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Altersarmut - Altersvorsorge Lebenserwartung steigt auf über 90 Jahre - Und wer will das bezahlen?

08.11.2016, 15:17  |  2795   |   |   

Juchu, die Lebenserwartung in Deutschland erreicht neue Höchststände: Mindestens 80 Prozent der Neugeborenen dieses Jahres werden voraussichtlich alt genug, um das 22. Jahrhundert zu erleben. Schön und gut, wenn da nicht die kleinen Problemchen der Rente und Altersarmut wären.

Die durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener beträgt mittlerweile mehr als 90 Jahre, und jedes vierte neugeborene Mädchen wird wohl sogar 100. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z.) unter Berufung auf neue Vorausberechnungen des Kölner Statistikprofessors Eckart Bomsdorf, der als Pionier der Berechnung sogenannter Generationensterbetafeln gilt. Neugeborene Jungen haben seinen Berechnungen zufolge heute im Durchschnitt eine Lebensspanne von 90,3 Jahren vor sich, für neu geborene Mädchen sind es sogar 93 Jahre.
 
Der über alle Altersstufen feststellbare Trend der steigenden Lebenserwartung lässt zugleich einen weiteren Anstieg der Rentenbezugsdauer erwarten, also der Zeitspanne des Ruhestands. Wie Bomsdorfs Berechnungen zeigen, werden beispielsweise die männlichen Neurentner des Geburtsjahrgangs 1964, die im Jahr 2031 als Erste bei einer Regelaltersgrenze von 67 Jahren in Rente gehen, dann noch eine durchschnittliche Lebenszeit von 20,2 Jahren vor sich haben; ihre Altersgenossinnen dürfen dann sogar auf durchschnittlich 23 Jahre Ruhestand hoffen. Bliebe es auch für die heutigen Babys bei der Rente mit 67, dann hätten diese im Jahr 2073 als Neurentner 25 Jahre Ruhestand vor sich, als Neurentnerinnen sogar 28 Jahre. Im Jahr 2015 laq die durchschnittliche Rentenbezugsdauer laut Deutscher Rentenversicherung Bund bei 18,8 Jahren für Männer und bei 22,8 Jahren für Frauen.
 
Die Werte der von Bomsdorf berechneten Generationensterbetafeln zur Lebenserwartung für die einzelnen Geburtsjahrgänge bewegen sich um bis zu zehn Jahre über jenen der amtlichen sogenannten Peroidensterbetafeln, die das Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Wie auch dessen zugehörigen Erläuterungen zu entnehmen ist, geben Peroidensterbetafeln aufgrund der verwendeten Berechnungsmethode in Zeiten steigender Lebenserwartung eher eine Untergrenze der voraussichtlichen Entwicklung an. Sie stützen sich zur Hochrechnung künftiger Lebenserwartungen auf die durchschnittlichen Sterbewahrscheinlichkeiten der jüngeren Vergangenheit.

Verlängerung der Lebensarbeitszeit

Länger leben heißt aber auch länger arbeiten… Das lastet mit der Rentenkasse dann auch auf den folgenden Generationen. Eine Lösung muss her. Die CDU sagt klar: Je höher die Lebenserwartung, umso länger die Lebensarbeitszeit. Konkret könne es zum Beispiel dergestalt aussehen, dass sich die Altersgrenze mit jedem zusätzlichen Jahr Lebenserwartung automatisch um ein halbes Jahr erhöht. Die dadurch erhofften Vorteile: Das Rentenniveau würde durch die längere wirtschaftliche Beteiligung der Arbeitnehmer weniger stark belastet. Derzeit liegt das gesetzliche Sicherungsniveau bei 48 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, bis 2030 darf die Untergrenze von 43 Prozent nicht unterschritten werden. Lesen Sie mehr: Vorschlag der Union: Länger leben = länger arbeiten. Und alle Probleme sind gelöst?



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Kommentare

Also bei meiner Statistik werden die heute geborenen im Durschnitt 100 Jahre.
Ich plädiere daher für Rente mit 85. Damit ist die Zukunft der Rentenversicherung nicht nur gesichert,
es werden sogar Gewinne erzielt. Toll? Oder?
Deshalb! Glaube keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast

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