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Frustration und Populismus Das Establishment in der Defensive... El-Erian fordert höhere Steuern für Reiche

14.11.2016, 13:24  |  3024   |   |   

Mohamed El-Erian, der Chefstratege des Finanzkonzerns Allianz, legt den europäischen Staaten nahe, die Steuern für reiche Bürger zu erhöhen, um dem Populismus den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Ich fordere nicht, die Steuern für die Reichen zu senken – ganz im Gegenteil, wir sollten sie erhöhen“, sagte El-Erian im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“.

Europa unterschätzt die Gewalt der populistischen Bewegung
 
Nach dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA warnt der langjährige Chef der Fondsgesellschaft Pimco die Europäer, populistische Tendenzen nicht ernst genug zu nehmen. „Europa unterschätzt wahrscheinlich noch die Gewalt der populistischen Bewegung“, sagte der Ökonom der „Welt am Sonntag“. „Sie sollten diese Entwicklung in Europa nicht auf die leichte Schulter nehmen. Diese Frustration ist nicht auf die USA beschränkt.“ In den USA sei die aufgestaute Wut der Wähler auf das Establishment unterschätzt worden, auch weil vor der Wahl niemand zugeben wollte, mit Trump zu sympathisieren.

Das Establishment gerät in die Defensive
 
El-Erian macht vor allem die Wachstumsschwäche, die seit Ausbruch der Finanzkrise viele Volkswirtschaften gefangen hält, verantwortlich für den erstarkenden Populismus. Das stabile aber geringe Wachstum verstärke die wirtschaftliche Ungleichheit und nehme den Menschen die Perspektive. „Wenn ein Teil der Gesellschaft überdurchschnittlich stark vom Wachstum profitiert, ein anderer Teil aber nicht, dann ist die Reaktion Wut“, sagte der Star-Investor der Zeitung. „Wir leben in einer Welt, wo das Establishment angegriffen wird und in die Defensive gerät.“

Strukturreformen und Investitionen von Nöten
 
Der Ökonom empfiehlt der Politik deshalb, sich wieder aktiver darum zu bemühen, das Wachstum anzukurbeln. Zu länge hätten Politiker diese Aufgabe den Notenbanken überlassen. Die Instrumente der Zentralbanken seien jedoch zunehmend wirkungslos und entwickelten immer stärker schädliche Nebenwirkungen. Es sei jetzt an der Politik, mit Strukturreformen und höheren Investitionen ihren Teil zur Stärkung der Konjunktur zu leisten. Auch höhere Steuern für Reiche sollten Teil dieser Bemühungen sein.

Wertpapier: Allianz


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Wir solten uns m.E. um die Allianz SE -Aktie kümmern. Hier stehen uns gute Zeiten bevor. Den Zinstiefpunkt haben wir weltweit hinter uns gebracht. Wenn die Zinsen in einen vernünftigen Rahmen nach oben gehen, profitieren speziell die Versicherungen sehr stark. Die EZB-Politik wird hier in der Zukunft einen ausgleichen Faktor in der Zinsentwicklung schaffen.

Für das nächste Jahr können wir mit Rückkäufen der Allianz SE rechnen oder mit einer Sonderausschüttung. Auf dieser Basisi ist deshalb Allianz SE ein klarer Kauf. Erstes Kursziel bis im Frühjahr 2017 sehe ich bei 170 EUR.

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