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Pressemeldung: Union Investment: Marktberichte Oktober 2016
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Pressemeldung Union Investment: Marktberichte Oktober 2016

Nachrichtenquelle: Asset Standard
15.11.2016, 00:00  |  44   |   |   

An den Aktienmärkten notieren globale Börsen leichter und bei den Renten lässt der Verkaufsdruck Renditen ansteigen. Union Investment veröffentlicht ihre für Marktberichte Oktober 2016.

Aktien: Globale Börsen notieren leichter

Renten: Verkaufsdruck lässt Renditen ansteigen

Aktienmärkte Die globalen Aktienmärkte haben im Oktober an Wert verloren, der MSCI World Index gab in lokaler Währung 0,7 Prozent ab. Unsicherheiten bezüglich der geldpolitischen Ausrichtung in den USA und der Eurozone beherrschten das Marktgeschehen. Vor allem in den Vereinigten Staaten verschlechterten sich die Kurse, der Leitindex S&P 500 verlor 1,9 Prozent. In Europa entwickelten sich die Kurse uneinheitlich: Während der EUROSTOXX 50 1,8 Prozent zulegte, verlor der marktbreite STOXX Europe 600, der auch Länder außerhalb des europäischen Währungsraums umfasst, 1,2 Prozent an Wert.

Rentenmärkte Die Staatsanleihemärkte in Europa und den USA verzeichneten im Oktober merkliche Renditeanstiege. Befürchtungen hinsichtlich einer anziehenden Inflation und Spekulationen über eine mögliche Rückführung der Anleiheankäufe (Tapering) durch die Europäische Zentralbank belasteten.

Die Aktienmärkte

Europa

Uneinheitliche Entwicklung an Europas Börsen: Die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich im Berichtszeitraum uneinheitlich. Während der EUROSTOXX 50 1,8 Prozent zulegte, verlor der marktbreite STOXX Europe 600, der auch Länder außerhalb des europäischen Währungsraums umfasst, 1,2 Prozent an Wert. Auch der MSCI Europe Small and Mid Caps für Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung schloss 1,3 Prozent leichter.  Dabei pendelten die meisten Aktienwerte bis zur Monatsmitte in einer engen Bandbreite seitwärts. Erst in der zweiten Monatshälfte führte eine Vielzahl neuer Impulse zu anziehenden Notierungen – vor allem im Euroraum. So gab die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrem Treffen im Oktober zwar keine weiterführenden Hinweise auf eine Verlängerung oder Modifikation ihres Ankaufprogramms. Allerdings betonten die Währungshüter gleichzeitig, dass eine schrittweise Verringerung der Anleihekäufe ("Tapering"), wie es am Markt zuvor kolportiert wurde, kein Thema gewesen sei. Daneben überraschten wichtige Konjunkturdaten positiv: Der überraschend deutliche Anstieg der Einkaufsmanagerindizes schürte am Markt Hoffnungen auf eine Beschleunigung des europäischen Wirtschaftswachstums im vierten Quartal 2016.  Die Berichtssaison in Europa ist überdies freundlich gestartet. Über die Hälfte der im STOXX Europe 600 gelisteten Unternehmen hatte Ende Oktober bereits die Bücher geöffnet. Vor allem aufgrund der guten Ergebnisse des Bankensektors konnte im Schnitt ein Gewinnzuwachs von über zwölf Prozent erzielt werden. Eine unerwartet positive Überraschung kam dabei von der Deutschen Bank. Das Institut konnte für das dritte Quartal einen Gewinn von 278 Millionen Euro vermelden, der vor allem auf den anziehenden Wertpapierhandel zurückzuführen war. An der Frankfurter Börse verteuerte sich der Wert im Monatsverlauf um 12,1 Prozent. Das italienische Kreditinstitut Monte dei Paschi kommt dagegen nicht zur Ruhe. Die Verluste der Krisenbank werden sich im laufenden Jahr auf voraussichtlich 4,8 Milliarden Euro belaufen. Die Bank will mit dem Verkauf fauler Kredite und einer Kapitalerhöhung gegensteuern.

Deutschland

Uneinheitlicher Trend am deutschen Aktienmarkt: Der uneinheitliche Trend des Vormonats hat sich an den deutschen Aktienmärkten im Oktober fortgesetzt. Während die im Leitindex DAX gelisteten größten und umsatzstärksten Unternehmen des Landes 1,5 Prozent gewannen, büßte der MDAX mit Konzernen mittlerer Marktkapitalisierung 2,0 Prozent an Wert ein. Die im TecDAX notierten Technologiewerte schlossen sogar 4,4 Prozent leichter. Energiewende und Atomausstieg haben dem deutschen Versorgersektor kräftig zugesetzt. Nach dem Börsengang der E.ON-Tochter Uniper wurde zum Beginn des Monats der nächste Neuling am Frankfurter Parkett begrüßt: Der Energiekonzern Innogy ist eine Abspaltung des Versorgers RWE – unter anderem wurden in dem neuem Unternehmen die Netzaktivitäten sowie die Sparte mit den Erneuerbaren Energien der ehemaligen Konzernmutter gebündelt. Die Nachfrage nach den neuen Aktien war groß, die Papiere wurden zum höchstmöglichen Preis von 36 Euro platziert. RWE, die nach wie vor 75 Prozent an Innogy hält, konnte mit dem Börsengang rund fünf Milliarden Euro erlösen. Damit ist der IPO (Initial Public Offering) von Innogy der größte seit dem Jahr 2000, als die Deutsche Post und Infineon den Gang aufs Parkett wagten. Das Geschäft mit IT-Diensten im Internet zahlt sich für den Softwarekonzern SAP immer mehr aus. Das Unternehmen konnte sein Betriebsergebnis im dritten Quartal 2016 zwar nur leicht um ein Prozent auf 1,6 Milliarden Euro verbessern. Allerdings korrigierte SAP seine Gewinnprognose für das laufende Jahr aufgrund der hohen Nachfrage nach Cloud-Produkten spürbar nach oben. Der Kursverlauf der Aktie spiegelt das attraktive Geschäftsumfeld von SAP bereits seit Längerem wider: Innerhalb von vier Jahren hat sich der Aktienkurs auf 78 Euro nahezu verdoppelt.  Nach der Aufholjagd des Vormonats führten Bankenwerte auch im Oktober die Gewinnerliste im DAX an. Grund war vor allem die Deutsche Bank: Das Institut konnte für das dritte Quartal einen Gewinn von 278 Millionen Euro vermelden, der vor allem auf den anziehenden Wertpapierhandel zurückzuführen war. An der Frankfurter Börse verteuerte sich der Wert im Monatsverlauf um 12,1 Prozent.

Osteuropa

Freundliche Stimmung an den osteuropäischen Aktienmärkten: Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index schloss in Lokalwährung 2,5 Prozent im Plus, in US-Dollar konnte er einen Anstieg um 1,5 Prozent verzeichnen. Während in der Türkei weiterhin der Putschversuch ein Thema ist, läuft es in Ungarn und Tschechien rund. Im Oktober hat sich der Russische Rubel gegenüber dem US-Dollar um 0,4 Prozent verteuert. Auch die russischen Aktienmärkte konnten mit 0,6 Prozent (MICEX-Index) im Berichtsmonat leicht zulegen. Der in US-Dollar notierende RTS-Index verzeichnete ein Minus von 0,2 Prozent. Der um 2,7 Prozent gefallene Ölpreis scheint die russischen Börsen im Berichtsmonat nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Da die russischen Ölkonzerne den Investoren eine hohe Dividende zahlen, wurden ihre Aktien nicht beziehungsweise kaum belastet. Auch die Ausschüttung des Energiekonzerns Gazprom war im Oktober ein Thema. Die Marktteilnehmer spekulierten erneut darüber, wie der Erdgasriese künftig seine Dividendenpolitik gestalten will. 2015 lag seine Ausschüttungsquote bei rund 25 Prozent, auf Geheiß der russischen Regierung soll sie aber auf 50 Prozent steigen. Die Gazprom-Aktie wurde von diesen Spekulationen unterstützt. Die türkischen Börsen schlossen am Monatsende 2,7 Prozent im Plus (BIST-Index). Dies war unter anderem auch der Abwertung der Türkischen Lira um 3,2 Prozent gegenüber dem US-Dollar geschuldet. Der Putschversuch im Juli hat auch am Aktienmarkt seine Spuren hinterlassen. Durch das Rating-Downgrade des Landes auf „Ramschniveau“ sind auch die Verschuldungskosten der türkischen Unternehmen gestiegen. An Ungarns Aktienmärkten läuft es hingegen rund. Der BUX-Index konnte 7,7 Prozent zulegen. Grund hierfür sind Gerüchte, dass das Rating des Landes in den nächsten Monaten erneut um eine Stufe angehoben werden könnte. Auch der tschechische Aktienmarkt gewann 6,7 Prozent (PX-Index). Treiber dieser Entwicklung war vor allem das Index-Schwergewicht Komerční banka. Nachdem die Aktie der Großbank im Frühjahr durch Regulierungsbestrebungen unter Druck geraten war, konnte sich der Titel im Oktober aufgrund einer guten Dividendenrendite erholen.

USA

Weitere Verluste an den US-Börsen: Die US-Börsen haben im Oktober die Kursverluste aus dem Vormonat fortgesetzt. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average gab 0,9 Prozent ab, der marktbreite S&P 500 verlor 1,9 Prozent. Stärker noch fiel das Minus bei den Technologiewerten aus, der Nasdaq Composite Index verlor 2,3 Prozent. Der Markt wurde unter anderem durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit der künftigen Politik der US-Notenbank Fed belastet. Als stützend erwies sich dabei noch die Berichtssaison der Unternehmen. Nachdem mehr als die Hälfte der Konzerne Zahlen vorgelegt hat, konnten 58 Prozent der Adressen die Umsatzprognosen übertreffen. Hinsichtlich der Gewinne waren es 78 Prozent. Zu den Sektoren, die dabei besonders positiv auffielen, gehörte der Bereich Banken. Die Branche profitierte vor allem vom wieder erstarkten Investmentbanking und der Aussicht auf höhere Zinsen. Fast alle namhaften Adressen, darunter JP Morgan, Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs berichteten starke Zahlen. Letztere lag mit ihrem Gewinn pro Aktie fast 30 Prozent über der Analystenschätzung, das Quartalsergebnis sprang um 58 Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar. Die Aktie von Goldman Sachs reagierte überaus positiv und kletterte um mehr als zehn Prozent. Im Schnitt stiegen Aktien von US-Banken im Oktober um 4,7 Prozent. Unterdurchschnittlich entwickelten sich im Oktober Aktien von Energie- und Healthcare-Unternehmen.  Unterdessen soll in den USA ein neues Medienimperium entstehen. Der Telekommunikationskonzern AT&T will das Medienunternehmen Time Warner übernehmen, der Kaufpreis soll bei 85 Milliarden US-Dollar liegen. AT&T ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter und der drittgrößte Kabelfernsehprovider der USA und stößt mit dem Deal in den Bereich der Unterhaltungsinhalte vor. Die Wettbewerbsbehörden haben für die Fusion noch kein grünes Licht gegeben. Die Transaktion wäre allerdings nicht die erste ihrer Art. Vor vier Jahren kaufte Comcast den Medienkonzern NBC Universal, unlängst hat der Kabelanbieter Verizon angekündigt, die Internetsparte von Yahoo schlucken zu wollen.

Fernost

Asiatische Aktienmärkte in Summe leicht rückläufig: Die Aktienmärkte der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften schlossen den Berichtszeitraum in Summe mit leichten Kurseinbußen ab. Der MSCI Far East ex Japan Index war um 0,7 Prozent in lokaler Währung rückläufig. Dies stellt eine parallele Kursentwicklung zum MSCI World Index auf, der in lokaler Währung gerechnet ebenfalls um 0,7 Prozent nachgab. Die chinesischen Börsen vollzogen im abgelaufenen Monat erneut eine divergierende Entwicklung – nur mit umgekehrten Vorzeichen. Während der Shanghai Composite Index um 3,2 Prozent aufwertete (Vormonat: -2,6 Prozent), verlor der Hang Seng Index in Hongkong 1,6 Prozent (Vormonat: 1,4 Prozent). Aus makroökonomischer Sicht stand zunächst die Veröffentlichung des BIP-Wachstums im Fokus der Anleger. Im dritten Quartal 2016 expandierte die chinesische Wirtschaft um 6,7% im Jahresvergleich. Dies lag im Rahmen der Analystenschätzungen und stellt eine unverändert hohe Wachstumsdynamik im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen dieses Jahres dar. Gleichzeitig hat sich der Konjunkturausblick für das vierte Quartal aufgehellt. Die Immobilienpreise in den wichtigsten Städten des Landes setzten ihren Erholungstrend fort und stiegen im September um dynamische 11,7 Prozent im Jahresvergleich an (Vormonat: 9,7 Prozent). Zum Monatsende verbesserte sich dann auch noch der auf private Unternehmen ausgerichtete Caixin-Einkaufsmanagerindex für Oktober auf 51,2 Punkte (nach 50,1 Punkten im Vormonat). In Indien legte der Leitindex Sensex leicht um 0,3 Prozent zu. Die indische Notenbank senkte zu Monatsbeginn überraschend die Leitzinsen auf 6,25 Prozent (von 6,5 Prozent) und der Einkaufsmanagerindex für die indische Industrie stieg auf 54,4 Punkte (von 52,1 Punkte), den höchsten Stand seit 22 Monaten. Die übrigen asiatischen Börsen wiesen einen uneinheitlichen Trend auf. Positive Entwicklungen waren in Taiwan (TAIEX Index: 1,3 Prozent), Malaysia (KLCI Index: 1,2 Prozent) und Indonesien (IDX Composite Index: 1,1 Prozent) zu beobachten, während die Börsen in Korea (KOSPI Index: -1,7 Prozent) und Singapur (Straits Time Index: -1,9 Prozent) Kurseinbußen hinnehmen mussten.

Japan

Japanischer Aktienmarkt im Aufwind: Der Börse in Tokio gehörte im abgelaufenen Monat eindeutig zu den Gewinnern auf globaler Ebene. Der Leitindex NIKKEI 225 legte um 5,9 Prozent zu, der marktbreite TOPIX Index verteuerte sich 5,3 Prozent. Im internationalen Vergleich schnitt der japanische Aktienmarkt somit klar überdurchschnittlich ab, da der MSCI World Index leichte Kursrückgänge von 0,8 Prozent in lokaler Währung verbuchte. Ein positiver Einflussfaktor war in erster Linie die Währungsentwicklung in Japan. Der Japanische Yen wertete im Berichtszeitraum um knapp vier Prozent gegenüber dem US-Dollar ab und verlor gut ein Prozent gegenüber dem Euro. Dies stützte insbesondere die Kursentwicklung exportorientierter Unternehmenstitel. Darüber hinaus verzeichnete der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober einen überraschend starken Anstieg auf 51,4 Punkte (nach zuvor 50,4 Punkten). Nicht zuletzt profitierte die japanische Börse auch von einer generellen Aufhellung des globalen Konjunkturumfelds, da die vorlaufenden Konjunkturindikatoren bei den wichtigsten Handelspartnern Japans – USA, China und Eurozone – teilweise spürbar anstiegen. Lediglich die japanischen Einzelhandelsumsätze trübten das positive Gesamtbild ein wenig ein, da sie im September erneut um 1,9 Prozent im Jahresvergleich rückläufig waren. Dies repräsentiert den siebten Rückgang in Folge und spiegelt die immer noch schwache Binnennachfrage in Japan wider.  Vor dem Hintergrund eines sich aufhellenden globalen Konjunkturumfelds und eines sich abschwächenden Yen zählten die exportorientierten Sektoren Automobil und Maschinenbau zu den Gewinnern. Die Aktienkurse der Automobilkonzerne Honda und Nissan legten um 8,9 und 8,7 Prozent zu, während die Aktien von Fanuc, einem der weltweit führenden Hersteller von Industrierobotern, um knapp 16 Prozent aufwerteten. Im Gegenzug taten sich Titel aus defensiven Branchen schwer. Der Tabakkonzern Japan Tobacco verlor rund drei Prozent, das Konsumunternehmen KAO rund fünf Prozent und der Einzelhändler Seven & I Holding knapp acht Prozent.

Weltweit

Globale Börsen notieren leichter: Die globalen Aktienmärkte haben im Oktober an Wert verloren, der MSCI World Index gab in lokaler Währung 0,7 Prozent ab. Unsicherheiten bezüglich der geldpolitischen Ausrichtung in den USA und der Eurozone beherrschten das Marktgeschehen. Vor allem in den Vereinigten Staaten verschlechterten sich die Kurse, der Leitindex S&P 500 verlor 1,9 Prozent. Unterstützung kam allerdings von der Berichtssaison: Nachdem mehr als die Hälfte der Konzerne Zahlen vorgelegt hat, konnten 58 Prozent der Adressen die Umsatzprognosen übertreffen. Hinsichtlich der Gewinne waren es 78 Prozent. Zu den Sektoren, die dabei besonders positiv auffielen, gehörte der Bereich Banken. Die Branche profitierte vor allem vom wieder erstarkten Investmentbanking und der Aussicht auf höhere Zinsen.  In Europa entwickelten sich die Kurse uneinheitlich: Während der EUROSTOXX 50 1,8 Prozent zulegte, verlor der marktbreite STOXX Europe 600, der auch Länder außerhalb des europäischen Währungsraums umfasst, 1,2 Prozent an Wert. Dabei pendelten die meisten Aktienwerte bis zur Monatsmitte in einer engen Bandbreite seitwärts. Erst in der zweiten Monatshälfte führte eine Vielzahl neuer Impulse zu anziehenden Notierungen – vor allem im Euroraum. So gab die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrem Treffen im Oktober zwar keine weiterführenden Hinweise auf eine Verlängerung oder Modifikation ihres Ankaufprogramms. Allerdings betonten die Währungshüter, dass eine schrittweise Verringerung der Anleihekäufe („Tapering“), wie es am Markt zuvor kolportiert wurde, kein Thema gewesen sei. Zu den Gewinnern im Oktober gehörte der japanische Aktienmarkt, der Nikkei 225 stieg um 5,9 Prozent. Treiber war vor allem der schwache Yen, der im Berichtszeitraum um vier Prozent gegen den US-Dollar abwertete und exportstarke Titel etwa aus der Automobilindustrie beflügelte. An den Märkten der Schwellenländer wurden leichte Kurszuwächse verzeichnet, der MSCI Emerging Markets verbesserte sich in lokaler Währung um 0,6 Prozent. Besonders positiv entwickelten sich im Berichtsmonat Aktien aus Lateinamerika und Osteuropa.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Harte Brexit-Verhandlungen lasten auf britischen Staatsanleihen: Europäische Anleihen außerhalb des Euroraumes mussten im Oktober fast ausnahmslos Verluste hinnehmen. Im gemeinsamen Währungsraum hatten sich Gedankenspiele um eine mögliche Rückführung der Anleihekäufe seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) verselbstständigt und lasteten nicht nur dort auf den Notierungen. Hinzu kamen allgemein gute Konjunkturdaten und höhere Inflationserwartungen aufgrund der zu erwartenden Basiseffekte beim Rohölpreis. Anleihen außerhalb des Euroraumes konnten sich dieser Entwicklung nicht entziehen und verloren daher ebenfalls an Wert. In Ungarn, Schweden und der Schweiz hielten sich die Verluste noch in Grenzen. Tschechien und Portugal vollzogen die Bewegung aus dem Euroraum in etwa gleichem Umfang nach. Zu den Verlierern zählten hingegen Anleihen aus Russland und Großbritannien. In Russland spielte erneut der Ölpreis eine wichtige Rolle. Anfänglich hielt die Euphorie noch an, später kamen aber Zweifel auf, ob es seitens der OPEC zu den angedachten Förderkürzungen auch tatsächlich kommen wird. Viele Länder beanspruchten für sich Ausnahmeregelungen. So etwa der Irak, um Mittel im Kampf gegen den Terror aufbringen zu können. Ein letztlich schwächerer Ölpreis lastete auch auf dem russischen Haushalt und ließ die Renditen für Staatsanleihen steigen. Der größte Anstieg war jedoch in Großbritannien zu verzeichnen. Theresa May hatte Anfang Oktober - auf dem Parteitag der britischen Konservativen - konkret Stellung zum Brexit genommen. Demnach soll bis Ende März der formale Antrag zum Austritt aus der EU in Brüssel eingehen. Sie zeigte sich sowohl sehr optimistisch, dass ihr Land gestärkt aus den Verhandlungen hervorgehen wird, als auch sehr selbstbewusst. Man wollen seine Standpunkte mit fester Meinung vertreten hieß es. Die Reaktionen aus Berlin und Paris ließen nicht lange auf sich warten. Wie zu erwarten war, dürfte die EU kaum zu nennenswerten Zugeständnissen bereit sein. Es bahnen sich also harte Austrittsverhandlungen an. Lag die Rendite von zehnjährigen britischen Staatsanleihen Ende September noch bei 0,75 Prozent, so waren es Ende Oktober bereits 1,25 Prozent.

Euro-Outs

Tapering-Debatte sorgt für Renditeanstieg: Im Oktober standen die europäischen Rentenmärkte unter starkem Abgabedruck und mussten kräftige Verluste hinnehmen. Als belastend erwiesen sich vor allem die Gedankenspiele einiger Analysten um eine mögliche Rückführung der EZB-Anleihekäufe (Tapering). Auch wenn die Währungshüter das Programm vermutlich noch einmal verlängern sollten, beschäftigte die Thematik die Marktteilnehmer bereits jetzt. Viele fragen sich, wie die Notenbanker gedenken aus der expansiven Geldpolitik irgendwann einmal auszusteigen. Auf ihrer regulären Sitzung vermied es die EZB aber, eine Verlängerung und Anpassung des Kaufprogramms schon jetzt zu beschließen. Knackpunkt dürften noch immer die Modalitäten sein, weil es unter den bisherigen Bedingungen schwerer werden dürfte, ausreichend Anleihen anzukaufen. Mario Draghi machte deutlich, dass der EZB-Rat in seiner Sitzung nicht über ein mögliches Tapering gesprochen hätte. Diese Aussage beruhigte die Marktteilnehmer aber nur kurz. Zum Monatsende setzte sich der Renditeanstieg dann noch einmal mit hoher Dynamik fort. Hinzu kamen Sorgen über eine höhere Inflation. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten daher zwischenzeitlich bei plus 0,2 Prozent. Wenige Wochen zuvor waren es noch minus 0,15 Prozent gewesen. Anleihen aus den Peripherieländern konnten sich dem Druck auf den Kernmärkten nicht entziehen. Trotz eigentlich guter Nachrichten mussten sie in Summe sogar leicht höhere Verluste hinnehmen. So wurde in Spanien nun endlich der Weg zu einer Minderheitsregierung frei gemacht. Darüber hinaus gab es positives aus Portugal zu berichten. Die eher unbekannte kanadische Ratingagentur DBRS hat die Bonitätsnote der Iberer bestätigt. Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit bei DBRS hätte dramatische Folgen gehabt. Da die großen Ratingagenturen Standard & Poors sowie Fitch und Moodys Portugal nur eine minderwertige Bonität bescheinigen, hätte eine Verschlechterung bei DBRS bedeutet, dass die EZB sonst keine portugiesischen Anleihen mehr hätte kaufen dürfen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Oktober aufgrund des Renditeanstiegs 2,1 Prozent an Wert.

USA

Spannung vor der US-Wahl: Der US-Rentenmarkt musste im Oktober Verluste hinnehmen und stand, von einer kurzen Phase zur Monatsmitte ausgenommen, nahezu permanent unter Abgabedruck. Hierfür waren in erster Linie zwei Gründe verantwortlich. Einerseits kann die konjunkturelle Entwicklung ins Feld geführt werden. Eine ganze Reihe an Konjunkturdaten fiel besser als erwartet aus. Wehrmutstropfen war vor allem der US-Arbeitsmarkt, der etwas hinter den Schätzungen der Analysten zurückblieb. Darüber hinaus zogen die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer etwas an, nachdem der Ölpreis fester tendierte. Der zweite Grund war in Übersee, genauer gesagt in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), zu finden. Dort kamen Gerüchte über eine mögliche Rückführung der Anleihekäufe (Tapering) der Europäischen Zentralbank auf. Auch wenn EZB-Präsident Mario Draghi deutlich machte, dass solche Gedankenspiele derzeit nicht bestehen würden, minderte dies nur kurz den Renditeanstieg von europäischen Kernanleihen. Diesem Umfeld konnten sich auch US-Schatzanweisungen nicht entziehen. Zehnjährige Papiere rentierten zum Monatsende bei 1,83 Prozent, 24 Basispunkte höher als noch Ende September. Sollten andere Notenbanken wie die EZB weniger stark als bisher eine expansive Geldpolitik verfolgen, dürfte das der US-Notenbank Fed bezüglich ihrer noch angedachten Zinserhöhung im Dezember in die Karten spielen. Zuletzt lag die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt bei rund 70 Prozent. Mit Blick auf die US-Wahlen schien das Rennen zwischen Hillary Clinton und ihrem republikanischen Herausforderer Donald Trump nach dessen ungeschickten Auftritten in den TV-Duellen schon so gut wie entschieden. Ende des Monats holten Clinton aber Ermittlungen der Bundespolizei in ihrer schon erledigt geglaubten E-mail-Affäre wieder ein, was beide Kandidaten in den Umfragewerten wieder nah beieinander brachte. Damit stieg auch die Unsicherheit, die von einem möglichen Wahlsieg Trumps ausgeht wieder an. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) ergab sich für den Gesamtmarkt im Oktober ein Minus von 1,2 Prozent.

Weltweit

Mehrheitlich Kursverluste: Im Oktober standen die europäischen Rentenmärkte unter starkem Abgabedruck und mussten kräftige Verluste hinnehmen. Als belastend erwiesen sich vor allem die Gedankenspiele einiger Analysten um eine mögliche Rückführung der EZB-Anleihekäufe (Tapering). Auch wenn die Währungshüter das Programm vermutlich noch einmal verlängern sollten, beschäftigte die Thematik die Marktteilnehmer schon jetzt. Auf ihrer regulären Sitzung vermied es die EZB aber, eine Verlängerung und Anpassung des Kaufprogramms schon jetzt zu beschließen. Mario Draghi machte jedoch deutlich, dass der EZB-Rat in seiner Sitzung nicht über ein mögliches Tapering gesprochen hätte. Diese Aussage beruhigte die Marktteilnehmer aber nur kurz. Zum Monatsende setzte sich der Renditeanstieg dann noch einmal mit hoher Dynamik fort. Hinzu kamen Sorgen über eine höhere Inflation. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index verloren europäische Staatsanleihen im Oktober aufgrund des Renditeanstiegs 2,1 Prozent an Wert. Der US-Rentenmarkt musste im Oktober ebenfalls Verluste hinnehmen und stand, von einer kurzen Phase zur Monatsmitte ausgenommen, nahezu permanent unter Abgabedruck. Neben den Vorgaben aus Europa war hierfür auch die konjunkturelle Entwicklung verantwortlich. Eine ganze Reihe an Konjunkturdaten fiel besser als erwartet aus. Darüber hinaus zogen die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer etwas an, nachdem der Ölpreis fester tendierte. Zehnjährige Papiere rentierten zum Monatsende bei 1,83 Prozent, 24 Basispunkte höher als noch Ende September. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) ergab sich für den Gesamtmarkt im Oktober ein Minus von 1,2 Prozent. Europäische Unternehmensanleihen mussten nur leichte Verluste hinnehmen und hielten sich besser als Staatspapiere. Für Rückenwind sorgte die Erwartung an gute Quartalszahlen, nachdem die ersten US-Firmen positiv berichteten. Unterstützende und belastende Faktoren hielten sich bei Anleihen aus den aufstrebenden Volkswirtschaften im Oktober die Waage. Während der anhaltende Mittelzufluss und die in Summe stabilen Rohstoffpreise eher positiv wirkten, sorgte eine Flut von Neuemissionen für eine leicht schwächere Entwicklung.

Unternehmensanleihen

Gesamtmarkt in der Konsolidierung: Im Oktober durchlief der Gesamtmarkt für europäische Unternehmensanleihen eine Konsolidierungsphase. Der an den Staatsanleihemärkten Europas und den USA zu beobachtende allgemeine Renditeanstieg und die damit verbundenen Kursverluste bei den entsprechenden Staatspapieren spiegelte sich auch in der Entwicklung der Unternehmensanleihen wieder. Auf Indexebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) war dort ein Verlust von 0,8 Prozent zu verzeichnen. Die Risikoprämien (Spreads) tendierten mit 71 Basispunkten hingegen unverändert.  Die Entwicklung war im Oktober auch von der Berichtssaison zum 3. Quartal geprägt. Die bisherigen Quartalsberichte lagen mehrheitlich über den Erwartungen. Dies unterstützte und führte dazu, dass sich die Risikoprämien letztlich stabil zeigten. Auf Einzeltitelebene blieb zudem das Thema Fusionen und Übernahmen (M&A) beeinflussender Faktor. So standen unter anderem die Firmen BAT/Reynolds sowie AT&T/Timer Warner mit Übernahmeplänen im Blickpunkt. Dabei war zu beobachten, dass bei geplanten Übernahmen der Einsatz von Fremdkapital zunimmt.  Nicht nur deshalb hielt am Markt für Neuemissionen die Flut neuer Papiere unvermindert an. Zu Belastungen führte dies jedoch nicht. Die meisten neuen Papiere wurden mit einer nur geringen Neuemissionsprämie gegenüber dem Sekundärmarkt platziert. Die Liquidität kann für den Oktober insgesamt als gut bezeichnet werden. Die Europäische Zentralbank war im Rahmen ihres Ankaufprogramms (CSPP) weiterhin aktiv und kaufte - im Vergleich zu den zurückliegenden Sommermonaten - konstant hohe Volumina an.  Mit Blick auf die einzelnen Unternehmensanleihesektoren konnten sich nachrangige Papiere im Oktober sehr gut halten. Sowohl Industrie- als auch Finanzpapiere konnten auf Indexebene (BofA Merrill Lynch, EBSU und EBSU) mit jeweils 0,4 Prozent leicht zulegen. Die Risikoprämien fielen in beiden Sektoren um fünf Basispunkte. Ebenso erfreulich zeigte sich der Markt für hochverzinsliche Papiere (High Yield). Der BofA Merrill Lynch HEAG gewann 0,8 Prozent hinzu. Die Risikoprämien für hochverzinsliche Papiere engten sich dort deutlich um 41 auf 288 Basispunkte ein.

Emerging Markets

Globale Zinsentwicklung sorgt für Kursrückgänge: Unterstützende und belastende Faktoren hielten sich an den Schwellenländer-Rentenmärkten im Oktober die Waage. Während der anhaltende Mittelzufluss und die in Summe stabilen Rohstoffpreise eher positiv wirkten, sorgte eine Flut von Neuemissionen für eine leicht schwächere Entwicklung. Dabei wurden neue Anleihen in einem Volumen von rund 50 Milliarden US-Dollar begeben – allen voran von Saudi-Arabien. Das Königreich kam erstmals an den internationalen Kapitalmarkt und legte mit insgesamt 17,5 Milliarden US-Dollar gleich die größte Emission eines Schwellenlandes aller Zeiten hin. Auch die Nachfrage war enorm: Für die drei Anleihen mit einer Laufzeit von fünf, zehn und 30 Jahren gingen Kaufaufträge im Umfang von über 60 Milliarden US-Dollar ein. Entsprechend zeigten die Papiere auch eine positive Kursentwicklung. Schwächer handelten hingegen die neuen argentinischen Anleihen. Ursprünglich wollte das Land nach seinem Comeback im April nicht mehr an den Markt kommen, nun suchte der südamerikanische Staat aber schon zum dritten Mal nach Investoren. Daneben bewegte vor allem die globale Zinsentwicklung die Märkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Mit besser als erwarteten US-Konjunkturdaten und der Debatte um eine mögliche Rückführung der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank ("Tapering") gingen die Kurse für Staatsanleihen auf beiden Seiten des Atlantiks merklich zurück. Diese Entwicklung zeigte sich fast identisch auch bei Schwellenländer-Rentenanlagen. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) markierten sie einen Wertverlust von 1,2 Prozent. Die Risikoaufschläge bewegten sich entsprechend kaum. Sie stiegen nur marginal um vier auf 340 Basispunkte. Zu einer Besonderheit kam es in Venezuela. Um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, versuchte der staatliche Erdölkonzern PDVSA seine internationalen Kapitalgeber zum Umtausch von kurz- in längerlaufende Anleihen zu bewegen. Das gelang zumindest teilweise, wenn auch für das Unternehmen zu deutlich verschlechterten Konditionen. Eine mögliche Pleite des Konzerns hätte auch für die Zahlungsfähigkeit des Staates weitreichende Folgen gehabt.

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Themen: Euro, Aktien, Börse


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