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Lufthansa-Aktie Lufthansa-Streiks: "Das halten wir zur Not noch fünf Jahre durch"

30.11.2016, 11:16  |  2500   |   |   

Der Lufthansa-Kapitän und frühere Chef der Pilotenvereinigung Cockpit Thomas von Sturm erwartet weitere Streiks seiner Gewerkschaft im Tarifkonflikt mit der Lufthansa. „Wir gehen davon aus, dass die Auseinandersetzung sehr lange dauert“, sagt von Sturm im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Und ergänzt: „Wir Piloten werden uns niemals freiwillig in dieses Erpressungssystem der ausgelagerten Fluggesellschaften begeben. Das halten wir zur Not noch fünf Jahre durch.“

„Der Schaden muss vermutlich noch erheblich größer werden“
 
Die Lufthansa habe „schon 500 Millionen Euro investiert bei dem Versuch, unsere Tarifstrukturen aufzusprengen, die wollen so schnell nicht rückwärts. Der Schaden muss vermutlich noch erheblich größer werden“, sagt von Sturm der „Zeit“. Und führt weiter aus: „Wenn wir aber mit den Streiks die Reputation der Airline so nachhaltig beschädigen, dass sie in wirtschaftliche Turbulenzen kommt, wird das Management auf uns zukommen müssen.“ Von Sturm war bis 2006 Chef von Cockpit und gab erst im vergangenen Jahr sein Amt als Leiter der Tarifkommission der Piloten bei der Lufthansa ab.

„Ein Wettlauf nach unten“
 
Seit April 2014 hat Cockpit insgesamt 15 mal zu Streiks bei der Lufthansa aufgerufen. Dabei wurden fast 15.000 Flüge abgesagt, mehr als 1,7 Millionen Passagiere waren betroffen. Von Sturm erwartet so schnell kein Ende der Ausstände. „Unser Vertrauen in die Unternehmensspitze ist unter dem Nullpunkt“, sagt der 56-Jährige. „Es ist offensichtlich das Ziel des Lufthansa-Managements, dass keine Tarifverträge mehr existieren.“ Das Management um Konzernchef Carsten Spohr wolle, „dass wir in Konkurrenz stehen zu den weniger geschützten Piloten der Eurowings. Es will einen Wettlauf nach unten.“ Und weiter: „Angst um den Arbeitsplatz soll die Leute motivieren, wie die Hamster im Laufrad zu treten“, so der langjährige Boeing-747-Kapitän.
 
Wann die Piloten den nächsten Streik ausrufen werden, verriet von Sturm nicht. Auf die Frage: „Wenn Sie zu Weihnachten nach New York fliegen müssten, was würden Sie tun?“ entgegnete er jedoch: „Wenn ich sicher gehen wollte, würde ich United Airlines buchen.“

Wertpapier: Lufthansa


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Kommentare

--- „Wenn wir aber mit den Streiks die Reputation der Airline so nachhaltig beschädigen, dass sie in wirtschaftliche Turbulenzen kommt, wird das Management auf uns zukommen müssen.“ ---

Was für ein Schwachmaat ist das denn?
Es gibt sie wirklich noch, die den Ast absägen auf dem sie sitzen......
Es gibt keine vergleichbare Gewerkschaft, die derart egoistisch und rücksichtslos ihren eigenen Vorteil durchsetzen möchte - auch zum Nachteil der Kollegen am Boden und der gesamten Unternehmung! Ein Pilot ist kein Gott. Er ist auch kein Arzt. Er ist lediglich ein Flugzeugbediener und Flugzeugführer. Die bezahlten Gehälter sind längst nicht mehr zeitgemäß.Warum sollte ein Pilot zwischen 100.000 und 250.000 Euro verdienen? Ein simpler Busfahrer oder Lokführer hat auch Verantwortung für Menschenleben.Aber der hat keine 30.000 im Jahr.
Das erinnert mich so stark an den Streik bei SABENA. Da waren die Piloten noch ein Jahr nach dem Bankrott der SABENA im Streik. Bei Lufthansa scheinen die Piloten genau denselben Weg zu gehen. Zuviel Geld verdient und bekommen das Maul trotzdem nicht voll. Man sollte sie auf das Gehalt eines Busfahrers zurückstufen. Was besseres sind diese "Piloten" nämlich nicht.
„Wenn wir aber mit den Streiks die Reputation der Airline so nachhaltig beschädigen, dass sie in wirtschaftliche Turbulenzen kommt, wird das Management auf uns zukommen müssen.“

... na, dann aber hoffentlich mit dem Kündigungsschreiben in der Hand.

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