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Gilead Sciences Glanzmomente im Jahr 2016

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.12.2016, 17:00  |  550   |   |   

Die meisten Investoren stimmen wahrscheinlich zu, dass Gilead Sciences (WKN:885823) ein ziemlich gebrauchtes Jahr 2016 hatte. Der Umsatz der Hepatitis-C-Medikamente Harvoni und Sovaldi war rückläufig und die Gilead-Aktie ist um über 20 % eingebrochen. Das Biotech-Unternehmen hat in diesem Jahr sicherlich einige schlechte Entscheidungen getroffen, aber es gab auch Lichtblicke. Hier sind Gileads Höhepunkte des Jahres 2016.

Riesige Aktienrückkäufe

Im Jahr 2015 hat Gilead ein massives 15-Millarden-Dollar-Aktienrückkaufprogramm verabschiedet. Das Unternehmen legte noch einen drauf und autorisierte dieses Jahr einen weiteren Aktienrückkauf in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar. Gilead hat seinen Worten Taten folgen lassen und in den ersten neun Monaten dieses Jahres Aktien im Wert von 10 Mrd. US-Dollar zurückgekauft.

Ich glaube, dass diese Rückkäufe kluge Schritte waren — und immer noch sind. Die Aktie war den Großteil des Jahres 2016 spottbillig. Wenn du glaubst, dass Gilead in der Lage ist, seinen Umsatz auf Dauer wieder anzukurbeln, sollte der Kauf der Aktie zum aktuellen Kurs eine gute Langzeitinvestition sein. Offensichtlich ist Gileads Vorstand und Management, was die Zukunft des Unternehmens angeht, sehr zuversichtlich.

Tatsächlich haben sich die 10 Mrd. US-Dollar, die Gilead dieses Jahr für Aktienrückkäufe zusammengekratzt hat, kaum auf die Cash-Position des Unternehmens ausgewirkt. Auch wenn die Hepatitis-C-Sparte etwas an Fahrt verloren hat, generieren Harvoni, Sovaldi und nun auch Epclusa weiterhin – wie viele weitere andere Produkte des Unternehmens – beachtliche Cashflows.

Ausweitung des NASH-Portfolios

Auch wenn ich dieses Jahr gerne einige wegweisende Akquisitionen von Gilead gesehen hätte, scheint sich das Unternehmen noch Zeit zu lassen. Gilead hat im Jahr 2016 dennoch eine relative kleine Transaktion, die von großer Bedeutung sein könnte, getätigt: Im April übernahm es die Nimbus-Therapeutics-Tochter Nimbus Apollo.

BILDQUELLE: GILEAD SCIENCES, INC.

Gegen eine Zahlung von 400 Mio. US-Dollar (plus weiteren Meilensteinzahlungen, die den Gesamtpreis noch auf 800 Mio. US-Dollar anheben könnten) hat Gilead das Acetyl-CoA Carboxylase (ACC) Hemmstoff-Programm von Nimbus übernommen. Dadurch kommt Gilead dem Ziel, eine effektive Behandlung von nicht-alkoholischer Steatohepatitis (NASH) zu entwickeln, einen Schritt näher.

Anfang des Jahres 2015 ha Gilead von Phenex Pharmaceuticals bereits einen FXR-Agonisten zur Behandlung von NASH erworben. Der Biotech-Riese hat außerdem mit dem ASK-1 Inhibitor GS-4997 ein weiteres potenzielles NASH-Medikament in seinem Portfolio. Angesichts des Misserfolgs des einstigen NASH-Kandidaten Simtuzumab ist Gileads Strategie, auf mehrere Pferde zu setzen, sicherlich sinnvoll.

Der Abschluss des Filgotinib-Deals

Gilead ist mit dem Abschluss eines Deals mit Galapagos (WKN:A1ZJ87) über die Lizensierung des Filgotinib-Medikaments gut in das Jahr 2016 gestartet. Der Biotech-Riese hat im Rahmen dieses Deals 425 Mio. US-Dollar für eine 15 %-Beteiligung an Galapagos hingelegt.

Filgotinib ist ein JAK1-Inhibitor, der sich gerade in fortgeschrittenen klinischen Prüfstadien befindet und gegen drei Symptome eingesetzt werden soll. Eine klinische Studie über die Anwendung von Filgotinib zur Behandlung von Morbus Crohn soll Ende 2019 abgeschlossen werden. Die Ergebnisse einer weiteren Studie zur Behandlung von ulzerativer Kolitis werden für den gleichen Zeitraum erwartet. Das größte Potenzial des Medikaments liegt vermutlich aber in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Filgotinib unterläuft gerade drei fortgeschrittene klinische Studien für diesen Behandlungsansatz. Ende 2018 sollen die ersten Ergebnisse vorliegen.

Welches Gesamtpotenzial steckt in Filgotinib? Analysten glauben, dass das Medikament – wenn es zugelassen wird – jährlich bis zu 2-3 Mrd. US-Dollar umsetzen könnte. Der Galapagos-Deal könnte sich für Gilead also noch richtig auszahlen und das Portfolio des Unternehmens um eine neue therapeutische Kategorie erweitern.

Weitere Höhepunkte, die es nicht auf die Liste geschafft haben

Es gab für Gilead im Jahr 2016 noch viele weitere gute Nachrichten. Das Unternehmen erhielt für seine HIV-Medikamente Odefsey and Descovy die behördliche Zulassung für den europäischen sowie den US-Markt.

Von der US-Zulassungsbehörde erhielt Gilead zudem Ende Juni grünes Licht für sein Hepatitis-C-Medikament Epclusa. Einige Tage später stimmten auch die europäischen Behörden dem Medikament zu. (Diese Zulassungen haben es nicht auf die Liste von Gilead „besten Entscheidungen 2016“ geschafft, da sie keine Handlungen sind, die das Unternehmen direkt unternommen hat. Diese Zulassungen waren vielmehr Reaktionen der Behörden auf gute Entscheidungen von Gilead aus den vergangenen Jahren.)

Ich schätze, dass Aktienrückkäufe auch in der nächstjährigen Liste zu finden sein werden. Vermutlich können wir die Liste dann um zwei (oder mehr) Übernahmen im Onkologie-Bereich erweitern. Meine finale Prognose lautet, dass das kommende Jahr für Gilead-Aktionäre nicht so schlimm ausfallen wird wie 2016. Ein Wiederanstieg der Gilead-Aktie wäre sicherlich die beste Nachricht.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Gilead Sciences. 

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 15.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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