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Pressemeldung: Schroders: Monatlicher Marktausblick (Dezember 2016)
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Pressemeldung Schroders: Monatlicher Marktausblick (Dezember 2016)

Nachrichtenquelle: Asset Standard
20.12.2016, 00:00  |  509   |   |   

Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren hat das volkswirtschaftliche Team von Schroders seine Prognose für das weltweite Wachstum nach oben revidiert. Die wesentlichen Gründe: eine kurzfristige Konjunkturbelebung sowie bessere Aussichten.

Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren hat das volkswirtschaftliche Team von Schroders seine Prognose für das weltweite Wachstum nach oben revidiert. Die wesentlichen Gründe: eine kurzfristige Konjunkturbelebung sowie bessere Aussichten für die USA, Großbritannien und die Schwellenländer.

Überblick

  • In der Eurozone haben wir unsere Wachstumsprognose für 2017 leicht gesenkt, für 2018 aber angehoben. Unseres Erachtens wird die Europäische Zentralbank trotz gegenteiliger Forderungen ihre expansive Politik fortsetzen.
  • In Großbritannien dürfte die Bank of England angesichts des stärkeren Wachstums abwarten. Die Regierung hat allerdings eine großartige Gelegenheit verpasst, die öffentlichen Investitionen zu erhöhen und das langfristige Produktivitätswachstum anzukurbeln.
  • Abwärtskorrekturen bei drei der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) werden insgesamt durch eine höhere Wachstumsprognose für China wettgemacht. Insgesamt dürfte das Wachstum in den Schwellenländern auch von stärkeren Impulsen aus den USA profitieren, sofern ein umfassender Handelskrieg vermieden wird.

Aktualisierte Prognose für die Weltwirtschaft: mehr Wachstum und höhere Risiken unter Trump

Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren haben wir unsere Prognose für das weltweite Wachstum nach oben revidiert. Für 2016 rechnen wir jetzt dank einer unerwartet guten Entwicklung im dritten und vierten Quartal mit 2,6 % Wachstum (zuvor 2,3 %). 2017 dürfte die Weltwirtschaft um 2,8 % wachsen (zuvor 2,6 %). Insbesondere die Schwellenländer, Großbritannien und die USA (deren expansivere Haushaltspolitik im Laufe des Jahres Impulse liefern dürfte) schätzen wir jetzt optimistischer ein. 2018 dürfte sich das weltweite Wachstum auf 3 % beschleunigen, wenn die expansivere Fiskalpolitik in den USA voll zum Tragen kommt und die gesamte Weltwirtschaft beflügelt.

Die Inflation sollte von 2 % im Jahr 2016 auf 2,4 % im Jahr 2017 steigen, hauptsächlich infolge höherer Ölpreise in  den Industrieländern. 2018 wird sich die weltweite Inflation trotz einer höheren Teuerung in den USA wohl bei 2,3 % stabilisieren. Die US-Wirtschaft ist unseres Erachtens nicht in der Lage, die Wahlkampfversprechen des neuen Präsidenten zu erfüllen. Insbesondere dürften die Bemühungen, in einer Volkswirtschaft mit nur 8 Millionen registrierten Arbeitslosen 25 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, die Inflation anheizen.

Auswirkungen der Geldpolitik

Stärkeres Wachstum führt zu höheren Zinsen. Für die USA prognostizieren wir nach wie vor einen Anstieg des Leitzinses im Dezember 2016 auf 0,75 % und bis Ende 2017 auf 1,25 %. Ende 2018 dürfte er 2,25 % erreichen. Für die übrige Welt erwarten wir konstante Zinsen, nur in China dürften sie 2017 weiter fallen. Die japanische Notenbank könnte die Zinsen unverändert lassen, aber die quantitative Lockerung fortsetzen. Unsere Erwartungen für Europa   und Großbritannien erörtern wir im nächsten Abschnitt.

Szenarien

Bei unseren Szenarien haben wir einige Änderungen vorgenommen. Das Wachstum könnte enttäuschen und eine deflationäre Entwicklung ist etwas wahrscheinlicher ist als eine inflationäre. Die größten Risiken birgt das Szenario „Handelskriege unter Trump“. Wieder aktuell ist unser Szenario „Polterndes Russland“ (Präsident Putin besetzt den Rest der Ukraine. Das führt zu Stagflation, die Ölpreise steigen und die Finanzmärkte werden volatiler). Außerdem haben wir drei Szenarien modifiziert. Das Szenario „US-Rezession“ wird zu „Steigende Anleihenrenditen“ (die Aussicht auf eine expansivere Fiskalpolitik treibt die Anleihenrenditen in die Höhe. Dies führt zu Deflation). Das Szenario „Weltweite Reflation“ wird zu „Reflation des US-Haushalts“ und „Brexit-Schock für die EU“ wird zu „Le Pen zerschlägt Europa“. Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, dürfte die französische Präsidentschaftswahl verlieren. Eine weitere Überraschung ist aber nicht auszuschließen. Unter einer Präsidentin Le Pen würde Frankreich möglicherweise aus der EU austreten. Dann könnten in der  Eurozone die Nachfrage und die Wirtschaftstätigkeit einbrechen, mit deflationären Rückwirkungen auf den Rest der Welt.

Aktualisierte Prognose für Europa: schwächeres Wachstum infolge höherer Inflation

Wir haben unsere Prognose für das Wachstum in der Eurozone im Jahr 2016 leicht von 1,5 % auf 1,6 % angehoben. Für 2017 erwarten wir nur noch ein Wachstum von 1,2 %, weil die Inflation von jahresdurchschnittlich 0,2 % im Jahr 2016 vorübergehend auf 1,3 % (zuvor 1 %) im Jahr 2017 anziehen sollte. 2018 dürfte das Wachstum auf rund 1,8 % steigen, dank einer expansiveren Fiskalpolitik und einem stärkeren Wachstum in den USA, das die Nettoexporte beflügelt.

Die EZB in der Defensive

Unseres Erachtens wird die EZB in den kommenden Monaten dem wachsenden Druck widerstehen, wegen der steigenden Inflation ihre Lockerungsprogramme zu reduzieren. Wir erwarten, dass die EZB den Einlagensatz auf -   0,5 % senkt, das Wertpapierkaufprogramm um sechs Monate verlängert und ab dem vierten Quartal 2017 die Käufe um monatlich 10 Milliarden Euro verringert. Das Programm weiter zu verlängern, wird schwierig sein. In diesem Fall könnte die EZB gezwungen sein, die Regeln für die Anleihenkäufe zu revidieren. Helfen würde eine  einfache Änderung des maximal zulässigen Anteils an einer Emission. Künftig auch Aktien zu kaufen (über börsennotierte Fonds), könnte ebenfalls eine – wenn auch umstrittene – Lösung sein.

Prognose für Großbritannien: Brexit-Kosten schlagen zu Buche

Wir haben unsere Wachstumsprognosen für Großbritannien von 1,7 % auf 2,1 % im  Jahr 2016 und von 0,6 % auf    1,4 % im Jahr 2017 erhöht. Die Jahresinflation dürfte von 0,8 % im Jahr 2016 auf 2,9 % im Jahr 2017 steigen und 2018 wieder auf 1,9 % sinken. Die Bank of England sollte in absehbarer Zukunft an ihren Zinssätzen und ihrer quantitativen Lockerung festhalten.

Fiskalpolitischer Fehler: weiter so statt Neuanfang

Obwohl der neue britische Schatzkanzler die negativen wirtschaftlichen Folgen des Brexit erkannt hat, strafft er die Haushaltspolitik weiter. Das könnte sich auf Jahre hinaus als Fehler erweisen. Er hat die sehr seltene Gelegenheit, bei Zinsen von nahe null dringend benötigte Investitionen in die öffentliche Infrastruktur vorzunehmen. Doch seine vorsichtige Vorgehensweise bedeutet, dass die angekündigten Zusatzausgaben kaum etwas bewirken. Die Regierung hat eine großartige Chance verpasst, mit Staatsausgaben die Investitionstätigkeit und langfristige Produktivität zu stärken.

Aktualisierte Prognose für die Schwellenländer: Rückenwind aus China und den USA

Wir revidieren die Wachstumsprognosen für die BRICs leicht nach unten, mit Ausnahme Chinas, wo wir die Hoffnung auf durchgreifende Reformen zumindest für ein weiteres Jahr aufgegeben haben. Außerdem müssen wir analysieren, was ein US-Präsident Trump für die BRIC-Staaten bedeutet. Größtenteils dürften sich die Folgen aber in Grenzen halten. Vorerst erwarten wir von Trump eher Infrastrukturausgaben als Handelskriege. Zusammen mit dem von uns nach oben revidierten Wachstum in China kommt dies dem Wachstum der Schwellenländer insgesamt zugute, trotz leichter Abwärtsrevisionen für andere Länder.

China: volle Kraft voraus – Abkühlung danach

Das Wachstum scheint nächstes Jahr über alles andere gestellt zu werden. Unsere Prognose beruht auf dem folgenden Szenario: Präsident Xi festigt nach der Sitzung des Nationalen Volkskongresses im nächsten Jahr seine Macht. Dann widmet er sich dem Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft und ermöglicht mit einem niedrigeren Wachstumsziel eine straffere Geldpolitik. Nach diesem Szenario ist 2018 eine leichte Abkühlung zu erwarten. Wir erhöhen daher unsere Wachstumsprognose für 2016 auf 6,6 % und für 2017 auf 6,5 %.

Brasilien: sehr langsame Erholung

Brasiliens Achillesferse sind die Dollar-Kredite seiner Unternehmen. Für viele von ihnen werden sich  Refinanzierungen aufgrund der gestiegenen Treasury-Renditen verteuern. Wir senken daher unsere Wachstumsprognose für 2017 auf 0,6 %. Eine größere Gefahr geht allerdings von den Skandalen um die neue Regierung aus. Sie könnten die Verabschiedung dringend benötigter Steuerreformen erschweren.

Indien: unerwartete und umstrittene Reform

Um die Korruption zu bekämpfen, hat der Premierminister 500- und 1000-Rupien-Scheine als gesetzliches Zahlungsmittel für ungültig erklärt. Dieser Rückgang des Bargeldangebots stellt die Verbraucher vor große Probleme und schadet der Konjunktur. Deshalb prognostizieren wir jetzt für 2016 und 2017 nur noch Wachstumsraten von 7,3 % beziehungsweise 7,7 %. Außerdem haben wir unsere Inflationsprognose wegen der Rückwirkungen auf die Nachfrage und der in letzter Zeit nachlassenden Inflation bei Lebensmitteln auf 5,0 % im Jahr 2016 und 4,7 % im Jahr 2017 gesenkt. Insgesamt dürfte das der Zentralbank Spielraum für weitere Zinssenkungen verschaffen.

Russland: Erholung trotz Haushaltskonsolidierung

Die russische Wirtschaft schrumpft noch immer, aber langsamer. Wir senken unsere Wachstumsprognosen für dieses und nächstes Jahr geringfügig, rechnen aber weiterhin 2017/18 mit einer Wachstumserholung auf das niedrige Trendniveau. Der über einen großen Teil des Jahres starke Rubel und die schwache Nachfrage haben die Inflation gebremst. Wir haben unsere Inflationsprognosen für 2016 und 2017 auf 7,2 % beziehungsweise 6,1 % gesenkt.

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