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Börsen-Ausblick 2017: Warum die Rally weitergeht

Gastautor: Jörg Wiechmann
05.01.2017, 16:52  |  705   |   |   

Angesichts der Wahlen in vier wichtigen Euro-Ländern könnte 2017 für die EU ein Schicksalsjahr werden. Dax und EuroStoxx steigen, doch das EU-Haus brennt lichterloh. Löschen muss mal wieder Mario Draghi. Der greift routiniert zur Druckerpresse und kündigt für 2017 weitere Milliarden zur Euro-Rettung an. Damit entfacht er eine Rally und stellt die Weichen für 2017 Richtung neuer Kursrekorde.

 

Zu Gründungszeiten der Europäischen Union hatten sich Amerikaner und Asiaten noch vor einer Festung Europa gefürchtet. Mittlerweile ist klar: Die EU ist keine Festung, sondern vielmehr ein Kartenhaus. Und zwar eines, das angesichts Euro-Krise, Brexit, Italien-Referendum und der im laufenden Jahr anstehenden Wahlen in vier wichtigen EU-Ländern lichterloh brennt. Löschen muss mal wieder Mario Draghi. Der druckt in 2017 weitere 540 Mrd. Euro zur Rettung der Euro-Zone. Damit ist klar: Der verlorene Zins wird auch 2017 nicht zurückkehren. Während klamme Euro-Staaten im Geld ersaufen, sitzt der Sparer auf dem Trocknen. Aktionäre hingegen jubeln: Niedrige Zinsen lassen die Firmengewinne steigen und sorgen für sprudelnde Dividenden. Allein in diesem Jahr sollen die 30 DAX-Firmen die Rekordsumme von 31 Mrd. Euro ausschütten.

Die Flucht aus Zinsen rein in Aktien müsste demnach in vollem Gange sein. Ist sie aber nicht. In den letzten zwölf Monaten des vergangenen Jahres zogen Anleger weltweit über 100 Mrd. USD aus Aktienfonds ab. In Zins- bzw. Rentenfonds hingegen wurden über 150 Mrd. USD neu angelegt. Ähnlich die Profis: Deutsche Lebensversicherer halten derzeit rund 80 % ihrer Gelder in Anleihen und nur 4,4 % in Aktien - deutlich mehr Zinspapiere und deutlich weniger Aktien als noch vor 10 Jahren. Und das alles trotz Nullzins.

Angesichts dieser Ausgangslage ist es nur eine Frage der Zeit, bis Anleger - private wie institutionelle - ihr Geld in Aktien umschichten. "The Great Rotation", wie die Amerikaner sagen, die "große Rotation", könnte daher das Börsenthema der kommenden Jahre sein. Das Umschichtungspotenzial ist riesig und wird die Kurse weiter befeuern. Vielen Dank, Mario Draghi ! Und dann ist da ja auch noch Donald Trump. Den erklärte die Wall-Street jüngst zum neuen Messias der US-Wirtschaft.

Neben einem 5 Billionen USD schweren Investitionsprogramm plant Trump, den US-Konzernen einen "Steuer-Urlaub" zu gönnen. Damit sollen die US-Multis ihre im Ausland gehorteten 2,5 Billionen USD Cash-Reserven steuerbegünstigt in die USA zurückholen. Das Geld könnten die Firmen für Aktienrückkäufe verwenden und so die US-Börse 2017 auf neue Rekordstände katapultieren.

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Jörg Wiechmann ist Gründer und Geschäftsführer von Deutschlands Aktienclub Nr. 1, dem Itzehoer Aktien Club (IAC). Bereits seit seiner Gründung im Jahr 1998 setzt der IAC konsequent auf internationale Qualitätsaktien wie Coca-Cola, Microsoft oder BMW. Ziel des Itzehoer Aktien Clubs ist die Förderung der Aktienkultur in Deutschland. Dazu bietet der IAC seinen Mitgliedern neben der Möglichkeit einer Investition in den IAC-Clubfonds wertvolle Informationen in Form von monatlichen Geldratgebern und Depotberichten sowie bundesweiten Börsen-Seminaren. Anmeldung zum Newsletter unter www.iac.de/newsletter_wo.

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