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NVIDIA ist eine Wette auf die Weltwirtschaft

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.03.2017, 14:00  |  689   |   |   

NVIDIA (WKN:918422) hat in Form der GeForce-Grafikkarten einen sehr großen Wachstumstreiber. Dieselben GPUs, die bei Videospielen zum Einsatz kamen, werden jetzt von Unternehmen benutzt, um große Datensätze zu verarbeiten und zu analysieren.

Die Unternehmen bringen mittels Deep Learning und künstlicher Intelligenz Computern bei, bestimmte Aufgaben ohne menschliche Hilfe zu lösen. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem jede Menge in Echtzeit berechnet werden muss. Die GPUs von NVIDIA sind die einzigen Prozessoren, die dieser Aufgabe gewachsen sind.

Eine Gelegenheit

Die größten Tech-Unternehmen wie Amazon, Microsoft, Alphabet und Facebook benutzen GPUs für die Bild- und Sprachverarbeitung. Die Nachfrage nach diesen Anwendungen war für den ersten Wachstumsschub für das Datencenter von NVIDIA verantwortlich. Laut CEO Jen-Hsun Huang werden für die nächste Wachstumsphase Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Produktion, Gesundheit und Biowissenschaften sorgen.

Einzelhändler verarbeiten Daten mit Hilfe von Deep Learning, um sich besser mit den Kunden in Verbindung zu setzen und um ihnen Artikel vorzuschlagen, die diese vielleicht kaufen möchten. Houzz, Innendesign-Unternehmen, hat ein System geschaffen, das Möbel und Accessoires auf einem Foto erkennt und dem Nutzer die Auskunft geben kann, wo es diese zu kaufen gibt. Wenn Einzelhändler von dieser Technologie profitieren können – stell dir vor, wie es sich dann auf das Marketing auswirkt. Dann wird es für die Kunden schwerer als jemals zuvor werden, kein Geld auszugeben, da die Marketer Deep Learning dafür benutzen, um herauszufinden, was du willst, bevor du es überhaupt willst.

NVIDIAs GeForce GTX 1080. Dieser GPU wird für die neuesten Videospiele benötigt und hilft auch Ärzten, Gehirntumore zu diagnostizieren. Bildquelle: NVIDIA Corporation.

Im Gesundheitssektor benutzen die Forscher ein Computersystem, das mit dem GeForce GTX 1080 GPU von NVIDIA arbeitet. Damit werden Proben von Hirntumoren untersucht und hilft den Chirurgen, die Wartezeit auf die Diagnose zu verringern. Während einer Operation dauert es normalerweise 30-40 Minuten, bis der Chirurg die Probe an das Labor geschickt hat, aber mit dem neuen System kann diese Wartezeit drastisch auf nur mehr drei Minuten verkürzt werden. Dieser Prozess befindet sich zwar noch in der Entwicklungsphase, bei einem Test mit 30 Proben wies das System bisher aber eine Genauigkeit von 90 % auf.

Deep Learning und die künstliche Intelligenz werden auch bei Robotern in der Herstellung angewandt. Das Unternehmen ISCAR von Berkshire Hathaway ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Roboter und künstliche Intelligenz in automatisierten Werken zum Einsatz kommen. Das Jetson TX1 von NVIDIA ist eine Platine von der Größe einer Kreditkarte. Diese kann Daten von Sensoren und Kameras in Echtzeit verarbeiten, um Drohnen und Roboter smarter zu machen.

Vor Kurzem hat NVIDIA eine Partnerschaft mit Audi (Volkswagen AG) und Mercedes-Benz (Daimler AG) im Bezug auf selbstfahrende Autos verkündet. Die Autobauer werden dieses Jahr selbstfahrende Autos auf den Markt bringen, die teilweise bereits selbst fahren können, aber dennoch menschliche Unterstützung brauchen. Bis 2020 werden diese Autos immer autonomer werden. Dann soll es auch ein Auto geben, das in den meisten Fällen selbst fahren kann, mit Ausnahme bei extremen Wetterbedingungen.

Zulieferbetriebe wie Bosch und ZF aus Deutschland zählen ebenfalls zu NVIDIAs Partnern. ZF ist einer der größten Zulieferer für die Automobilindustrie und ein führender Lieferant für die LKW-Industrie in Europa. Das Unternehmen benutzt sein eigenes autonomes Fahrsystem mit dem Namen ZF ProAI. Dieses System basiert auf dem DRIVE PX 2 AI Autocomputer von NVIDIA.

Der ProAI von ZF wird 2018 auf den Markt kommen und autonomes Fahren für Nutzfahrzeuge wie Gabelstapler und LKWs in den Bereichen Landwirtschaft und Minen ermöglichen.

Die GPU-Revolution

NVIDIA nennt den aktuellen Trend bei Deep Learning und AI eine neue industrielle Revolution. Doch um es genauer auszudrücken: wir sprechen von einer GPU-Revolution. Die Grafikkarte ist der neue CPU, da die Unternehmen immer fortgeschrittenere Computersysteme Algorithmen benutzen, um massive Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten. Ein normaler CPU schafft das nicht. Intel war während der PC-Revolution in den 80ern und 90ern an vorderster Front. NVIDIA ist jetzt bei der Deep-Learning-Revolution ganz vorne dabei.

Die Segmente von NVIDIA, die von dem Bedarf der Unternehmen an GPUs profitieren, weisen schnelles Wachstum auf, doch machen sie immer noch einen kleinen Prozentsatz der Gesamtumsätze des Unternehmens aus. Die Umsätze aus den Bereichen Automobil und Datenzentren machten in den letzten vier Quartalen 19 % der Gesamtumsätze von NVIDIA aus. Das Segment Automobil wächst mit etwa 30-60 % pro Jahr, ebenso das Spiele-Segment. Im Gegensatz dazu konnte sich der Bereich Datenzentren in den letzten beiden Quartalen im Jahresvergleich verdreifachen.

Wenn wir all die Möglichkeiten bedenken, bei denen Deep Learning und die künstliche Intelligenz überall in der Wirtschaft Anwendung finden, dann könnte NVIDIA gerade einmal die Spitze des Eisbergs gesehen haben.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Amazon, Berkshire Hathaway (B shares), Facebook und NVIDIA. The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und wurde am 04.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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