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Nachhaltigkeit Note „ungenügend“ - vier Aktien fliegen raus!

Gastautor: Thomas Hellener
20.03.2017, 07:25  |  3247   |   |   

Solange es Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen gibt, so lange gibt es auch schon die Diskussion: Wie regelmäßig wird die Einhaltung dieser Kriterien eigentlich überprüft? Oft werden sie bei den Konzernen einmal als positiv beurteilt – und dann? In vielen Firmen ändern sich im Laufe selbst kürzester Zeit oft Dinge, die das Gütesiegel „Nachhaltigkeit“ für das gesamte Unternehmen nicht mehr rechtfertigen. Eine solche Situation dulden wir bei unserem global anlegenden Nachhaltigkeitsaktienfonds PRIMA – Global Challenges nicht. Unser Portfolio wird alle sechs Monate durch die unabhängige Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research AG überprüft – und das gilt für jedes Unternehmen, das im Portfolio enthalten ist. Genügen Aktien nicht mehr den harten und stringenten Auswahlkriterien, dann rücken neue Titel nach. Und wie Recht wir damit haben, hat die jüngste Überprüfungen gezeigt, denn dabei genügten vier Unternehmen nicht mehr unseren strengen Kriterien und flogen umgehend aus unserem Portfolio. Überprüfung erfolgt, Transparenz geschaffen!

BT Group, RELX & Co. müssen den Fonds verlassen

Der Fonds umfasst knapp 50 internationale Aktien besonders nachhaltig agierender Unternehmen, die sich der Bewältigung von sieben globalen Herausforderungen widmen. Dazu gehören u. a. der Klimawandel, nachhaltige Waldwirtschaft, die Bevölkerungsentwicklung, Armutsbekämpfung und verantwortungsvolle Führungsstrukturen in den Unternehmen. Im Rahmen der gerade abgeschlossenen Überprüfung genügten vier Unternehmen nicht mehr unseren Anforderungen: Das sind die britische BT Group aufgrund umstrittener Bilanzierungspraktiken, East Japan Railway wegen des Verlustes des Prime-Status im oekom Corporate Rating und der britische Medienkonzern RELX Group infolge eines Vergleichs in Zusammenhang mit vorgeworfener Lohndiskriminierung in den USA. Des Weiteren hat das spanische Windkraftunternehmen Gamesa wegen des bis Ende März erwarteten Delistings infolge der gerade genehmigten Fusion mit der Siemens Windkraftsparte den Fonds verlassen. Der Ausschluss dieser Unternehmen trat am vergangenen Freitag, 17. März 2017, in Kraft.

Die Neuen: BillerudKorsnäs, Hannover Rück, Lenzing und Rockwool International

Wer sind die Nachrücker und was zeichnet sie aus? Um es kurz zu machen: Es sind BillerudKorsnäs, Hannover Rück, Lenzing und Rockwool International. Sie alle tragen mit ihren Produkten und Dienstleistungen aktiv zu einer nachhaltigen Entwicklung und damit auch der Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele bei.

Der schwedische Verpackungshersteller BillerudKorsnäs setzt bei seinen Produkten auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Das Unternehmen bezieht dabei ausschließlich Holz bzw. Holzfasern aus nachhaltig zertifizierten Quellen. Der international agierende und im MDAX notierte Rückversicherer Hannover Rück kann durch sein Versicherungsangebot für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen, die Integration von ökologischen und sozialen Standards in die Eigenkapitalanlage, sowie die Forschung und Produktentwicklung zu Klimawandel, Ressourcenknappheit und demographischem Wandel punkten. Das österreichische Textil-Unternehmen Lenzing überzeugt durch die Herstellung überwiegend holzbasierter Zellulosefasern, die gegenüber konventionellen Baumwoll- oder Chemie-Fasern eine bessere Umweltbilanz aufweisen. Und der dänische Dämmstoffhersteller Rockwool International trägt mit seinem Hauptprodukt, dem Dämmstoff Steinwolle, zur Energieeffizienz von Gebäuden bei. Die energetische Optimierung von Gebäuden gilt als einer der größten und kosteneffizientesten Hebel zur Bekämpfung des Klimawandels.

Darüber hinaus erfüllen alle vier Unternehmen die strengen Nachhaltigkeitsanforderungen für den oekom Prime Status, die sich auf das Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Zulieferern, den verantwortungsvollen Umgang mit Gesellschaft und Kunden, gute Unternehmensführung sowie Umweltschutzaspekte und Öko-Effizienz beziehen.

Gute Marktchancen

Neben der Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien bieten die neuen Portfoliomitglieder aber auch gute Marktchancen, schließlich sollen die Anleger ja auch eine gute Rendite erzielen. So hat die Hannover Rück im Jahr 2016 neue Rekorde aufgestellt: 1,17 Mrd. Euro Gewinn. Und die Aktionäre bekommen eine höhere Dividende: 5 Euro nach zuvor 4,75 Euro. BillerudKorsnäs hat im vergangenen Jahr Rekordzahlen beim Umsatz und bei der Produktion vermeldet. Derweil haben die Analysten der Erste Group das Kursziel für die Lenzing-Aktie von 113,00 auf 154,20 Euro erhöht. Und bei Rockwool International? Dort dauert es noch bis zum 5. April, bis es bei der Hauptversammlung neue Nachrichten zum weiteren Geschäftsverlauf gibt.

 

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Wertpapier: BT Group, Higashinihon Ryokaku Tetsudo JR-Higashinihon, Hannover Rueck, Lenzing, CDAX, DAX, MDAX, E-Stoxx 50, BillerudKorsnas, Rockwool International (B), Prima Global Challenges A, RELX, ATX


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Thomas Hellener ist Bankkaufmann und studierte an der Universität Stuttgart Betriebswirtschaftslehre. Der ausgewiesene Fondsspezialist ist Geschäftsführer der PRIMA Fonds Service GmbH. Seine Spezialgebiete sind die Analyse der internationalen, vor allem der europäischen Aktienmärkte, Anlagen in nachhaltige Investments und die aktive, dynamische Asset Allocation.

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