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Rohstoffe OPEC erwägt Verlängerung der Produktionskürzungen, aber nur wenn…

Gastautor: Eugen Weinberg
21.03.2017, 10:31  |  2144   |   |   

Energie: Brentöl steigt am Morgen auf 52 USD je Barrel, nachdem der Preis gestern zwischenzeitlich auf 51 USD gefallen war. Rückenwind geben Agenturmeldungen, wonach die OPEC ernsthaft über eine Verlängerung der Produktionskürzungen über Juni hinaus nachdenkt. Das eigentliche Ziel der Produktionskürzungen, eine Rückkehr der OECD-Lagerbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt, würde bis dahin nicht erreicht. Zu dem angestrebten Lagerabbau würde es erst kommen, wenn die OPEC-Fördermenge bis in das vierte Quartal hinein auf dem gegenwärtigen Niveau beibehalten wird. Die OPEC macht für eine Verlängerung der Produktionskürzungen allerdings eine Beteiligung der Nicht-OPEC-Länder und hier insbesondere Russlands zur Bedingung. Und genau hier liegt das Problem. Wir erachten es als sehr unwahrscheinlich, dass sich Russland abgesehen von verbalen Lippenbekenntnissen an einer Verlängerung der Produktionskürzungen aktiv beteiligen wird. Denn mehrere russische Ölkonzerne haben bereits eine Steigerung der Ölproduktion im Jahresverlauf angekündigt, darunter auch der Marktführer Rosneft. Die Hoffnung der Marktteilnehmer auf eine Verlängerung der Produktionskürzungen ist daher verfrüht. Die niedrigere Ölproduktion in Saudi-Arabien zeigte im Januar unterdessen die beabsichtigte Wirkung. Der größte OPEC-Produzent hat laut offizieller Daten der Joint Organisations Data Initiative (JODI) 300 Tsd. Barrel pro Tag weniger Rohöl exportiert als im Dezember. Zudem kam es zu einem Lagerabbau um 10,7 Mio. Barrel. Auch bei Brent ging der Preisrückgang in der Woche zum 14. März mit einem kräftigen Abbau der spekulativen Netto-Long-Positionen einher, welcher mit 63,6 Tsd. Kontrakten aber hinter dem bei WTI zurückblieb.

Produktidee: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE539A Bull Oil Brent Future May 2017 Hebel: 8,4
CE6UAF Bear Oil Brent Future May 2017 Hebel: 7,0

Edelmetalle: Gold verlor in der Nacht an Boden und notiert heute Morgen unterhalb von 1.230 USD je Feinunze. Gold in Euro verliert sogar noch stärker und fällt unter 1.140 EUR je Feinunze. Zu Handelsbeginn wurde hier noch ein Niveau von gut 1.150 EUR erreicht. Die Schwäche lässt sich möglicherweise mit der gestrigen TV-Debatte in Frankreich erklären, welche Blitzumfragen zufolge der EU-freundliche Kandidat Macron gewonnen hat, was seine Favoritenstellung bei der Präsidentschaftswahl in gut einem Monat verfestigen dürfte. Zudem verzeichneten die Gold-ETFs gestern den dritten Tag in Folge Abflüsse, welche sich auf knapp 6 Tonnen summieren. Seit Monatsbeginn belaufen sich die Abflüsse inzwischen auf gut 16 Tonnen. Einen länger anhaltenden Preisrückgang erwarten wir allerdings nicht. So wird Großbritannien Mittwoch nächster Woche offiziell den Austritt aus der EU beantragen, was für Unsicherheit unter den Anlegern sorgen dürfte. Die Schweiz hat im Februar deutlich weniger Gold exportiert. Die Ausfuhren fielen laut Schweizer Zollbehörde um 30 auf 89,5 Tonnen. Das ist das niedrigste Niveau seit August 2014. Insbesondere Hongkong und Thailand fragten weniger Gold nach, während die Ausfuhren nach Indien und China stiegen. Die Goldnachfrage in Asien war also uneinheitlich. Die Goldimporte in die Schweiz sanken ebenfalls um knapp 50 auf 185,5 Tonnen, vor allem weil Großbritannien deutlich weniger Gold in die Schweiz lieferte. Die russische Zentralbank hat im Februar 300,000 Unzen bzw. 9,3 Tonnen Gold gekauft und damit nur etwa ein Drittel der im Januar gekauften Menge.

Produktidee: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE6U6U Bull Silber Hebel: 11,0
CE4N0W Bear Silber Hebel: 10,6

Industriemetalle: Es ist ein seltsamer Zufall, dass der Kupferpreis just im Oktober sein letztes Tief markierte, als die ICSG ihre Prognose für den Produktionsüberschuss 2017 von zuvor 20 Tsd. auf 160 Tsd. Tonnen anhob. Die neuen ICSG-Zahlen scheinen die damalige Einschätzung zu rechtfertigen: Denn nach einem kleinen Defizit im November verbuchte der Kupfermarkt im Dezember einen Überschuss von 17 Tsd. Tonnen. Dass Kupfer nun aber knapp 30% teurer ist als damals im Oktober hat zwei Erklärungen: Zum einen die Hoffnung auf eine massive Steigerung der Infrastrukturausgaben in den USA. Doch diese werden wohl weder im erwarteten Umfang noch so schnell kommen wie erhofft. Zum anderen kam es zuletzt zu vielen Produktionsunterbrechungen. Der Streik in der weltgrößten Kupfermine, Escondida in Chile, die 2016 allein knapp 5% des Weltminenangebots ausmachte, dauert schon seit Anfang Februar an. Fast genauso lang dauert der Streit zwischen dem Betreiber und der indonesischen Regierung bei der zweitgrößten Kupfermine der Welt, Grasberg. Zudem ist die Kupferproduktion in Peru durch den Streik in Cerro Verde und starke Regenfälle beeinträchtigt. Dadurch scheint die Angebotssituation deutlich angespannter als von der ICSG im Oktober geschätzt, als sie für 2017 einen Anstieg der Kupferminenproduktion in Lateinamerika um knapp 600 Tsd. Tonnen und für Ozeanien um 150 Tsd. Tonnen erwartete. Da die Produktionsunterbrechungen u.E. aber wohl nicht von Dauer sein werden, rechnen wir bereits in Kürze mit einer Preiskorrektur.

Produktidee: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE4PQN Bull Copper Future May 17 Hebel: 6,8
CE87XV Bear Copper Future May 17 Hebel: 12,1

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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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