ROUNDUP PC-Flaute setzt Chiphersteller Intel weiter unter Druck

    Nachrichtenagentur: dpa-AFX
     |  18.01.2013, 10:45  |  1073 Aufrufe  |   | 

    SANTA CLARA (dpa-AFX) - Die schwachen Verkäufe von Tischrechnern und Notebooks machen dem weltgrößten Halbleiter-Konzern Intel weiterhin zu schaffen. Intel-Chef Paul Otellini sprach am Donnerstag von einem 'herausfordernden Umfeld'. Dennoch stellte Otellini 'enorme Fortschritte' des weltgrößten Chipherstellers heraus, vor allem durch den Eintritt in den Markt der Tablets und Smartphones. Inzwischen gebe es sieben Smartphones verschiedener Hersteller mit Intel-Chips im Markt, sagte Christian Lamprechter, Geschäftsführer von Intel Deutschland.

    Im vierten Quartal sank der Umsatz um 3 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar (10,2 Mrd Euro). Der Gewinn schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angesichts gestiegener Kosten sogar um 27 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Auch im laufenden Quartal sei mit einem Umsatzrückgang zu rechnen, hieß es.

    Für 2013 kündigte Otellini eine 'neue Welle von Intel-Innovationen quer durchs ganze Computer-Spektrum' an und will dafür rund 13 Milliarden Dollar ausgeben. Diese Nachricht sorgte bei den Aktien der europäischen Halbleiter-Hersteller am Freitag für steigende Kurse.

    Auch die Computerhersteller zeigten sich zuletzt einfallsreich: Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zeigten etwa Acer und Lenovo verschiedene Tablets mit Microsofts neuem Windows 8 und Intel-Chips. 'Convertibles' mit abnehmbarem Touch-Display lassen die Grenze zwischen Tablet und Notebook verschwimmen.

    Im Markt der Smartphones konzentriert sich das Unternehmen derzeit auf Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien und will dort seinen Rückstand zur Marktentwicklung aufholen. Einzelne Geräte seien aber auch in Europa, etwa in Deutschland oder Österreich verfügbar, sagte Lamprechter. Traditionell dominiert Intel mit seinen Prozessoren den PC-Markt, tut sich allerdings seit Jahren schwer, im boomenden Geschäft mit Smartphones und Tablets Fuß zu fassen. Dort ist die stromsparende Chip-Architektur der britischen Entwicklungsfirma ARM weiterhin führend.

    Intel machte 2012 mit PC-Prozessoren 3 Prozent weniger Umsatz, im vierten Quartal sogar 6 Prozent weniger. Das schwache Geschäft war abzusehen, denn der gesamte PC-Markt stand unter Druck: Die Marktforschungsfirma Gartner errechnete ein Minus von 4,9 Prozent auf 90,3 Millionen Notebooks und Desktops.

    Selbst der Start von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 8 brachte keine signifikante Belebung des Geschäfts. 'Windows 8 ist erfolgreich in den Läden angekommen', sagte Lamprechter. Der Übergang sei aber nicht wie früher stark, sondern eher natürlich gewesen. 'Das lag auch daran, dass Windows 7 noch immer in den Lagerbeständen vertreten war und weiter verkauft wurde.' Zudem hänge die Attraktivität von Windows 8 sehr stark von neuen Geräten mit Touch-Display ab. Entsprechende Ultrabooks und Tablets seien aber nicht in großer Stückzahl verfügbar gewesen. 'Die Nachfrage war höher als sie erfüllt werden konnte.'

    Im zweiten großen Geschäftszweig mit Chips für Speichersysteme und große Firmenrechner legte Intel um 6 Prozent zu, im vierten Quartal um 4 Prozent. Hier ist Leistung gefordert statt größtmöglicher Sparsamkeit. In diesem Segment verzeichnete Intel laut Lamprechter eine robuste Nachfrage. In Deutschland gewann das Unternehmen unter anderem die TU Dresden und den Deutschen Wetterdienst DWD als Kunden. 'In Deutschland wird das Wetter künftig auf Intel-Architektur vorhergesagt', sagte Lamprechter.

    Konzernchef Otellini wird die geplanten Neuheiten bei Intel selbst nicht mehr alle vorstellen können. Er hört im Mai im Alter von 62 Jahren auf. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Otellini war knapp vier Jahrzehnte im Unternehmen, davon stand er acht Jahre an der Spitze des Chipkonzerns. Fast immer ging es dabei aufwärts.

    Da die jüngsten Geschäftszahlen ungewöhnlicherweise schon wenige Minuten vor Börsenschluss in New York über die Ticker liefen, konnte die Aktie noch reagieren: Im regulären Handel legte das Papier knapp 3 Prozent zu. Nachbörslich büßte die Aktie ihre Gewinne aber wieder ein. Der Kurs ist binnen eines Jahres um 11 Prozent gefallen./das/gri/DP/she

    Themen: EuroDollarDeutschland


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