Marktmanipulation im Spiel?: Rücktrittsgerüchte um Bundesbankpräsident Weidmann belasten
    Foto: Deutsche Bundesbank

    Marktmanipulation im Spiel? Rücktrittsgerüchte um Bundesbankpräsident Weidmann belasten

    22.01.2013, 14:58  |  2044 Aufrufe  |   | 
    Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Bundesbankpräsident Jens Weidmann schreckten Anleger an der Börse und den Devisenmärkten auf. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung Euro rutschte zeitweise unter die Marke von 1,33 US-Dollar – auf ein Tagestief von 1,3266 US-Dollar. Der deutsche Leitindex DAX sackte unter 7.700 Punkte auf ein Tagestief von 7.634,26 Euro. Ein Sprecher der Bundesbank dementierte die Rücktrittsgerüchte umgehend. Nach dem Dementi erholte sich der Euro leicht, konnte das Tageshoch von 1,3371 US-Dollar vom Morgen bislang jedoch nicht wieder erreichten. Der DAX holte nach den guten ZEW-Konjunkturdaten wieder auf, verharrt aber weiterhin unterhalb der 7.700 Punkte-Marke.
     
    Wie Spiegel Online berichtet, wurde das Gerücht zum Weidmann-Rücktritt zunächst über Twitter gestreut. Doch ob dies gezielt mit der Absicht der Herbeiführung einer Anlegerpanik und folgender Kursausschläge geschah, lasse sich nur schwer nachvollziehen. Die Bundesbank schließt den Versuch einer gezielten Marktmanipulation nicht aus. 
     
    Nach Informationen von Spiegel Online wurden die Gerüchte zunächst über den Twitter-Account „russian market“ gestreut. Der Aggregator von Finanznachrichten kann auf rund 37.000 Follower verweisen. Zudem habe eine Mitarbeiterin des Finanzdienstleisters IG Group die Information über ihren privaten Twitter-Account verbreitet. Allerdings könne es sich auch um eine Verwechslung handeln, mutmaßt SPON. So werde in einigen Tweeds auch auf den gestern kursierenden Rücktritt von Philipp Rösler als FDP-Chef eingegangen. Doch sowohl FDP-Chef Rösler als auch Bundesbank-Chef Weidmann sind weiterhin im Amt. 
     

    Jetzt rufen die Rücktrittsgerüchte um Bundesbank-Präsident Weidmann die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan. "Wir schauen uns das an vor dem Hintergrund der Marktmanipulation", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

    (Redaktion w:o, Spiegel Online, dpa-AFX)
     
     

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