checkAd

    YieldCo  1649  0 Kommentare Es tut sich was in der Nische!

    Vor allem im angelsächsischen Raum ist das Unternehmenskonzept einer „YieldCo“ schon recht etabliert. Hohe Ausschüttungen der Gesellschaften locken die Investoren. Dagegen kämpfen YieldCos in Deutschland noch mit einer vergleichsweise geringen Bedeutung. „Es fehlt an Anbietern, die dieses Konzept aktiv vermarkten“, erläutert Thomas Berger im Interview mit www.4investors.de. Allerdings ändere sich dies derzeit massiv, sagt der Manager. 
     
    Berger selbst führt eine solche YieldCo, er ist Unternehmenschef bei KTG Energie. Das Unternehmen nimmt in der Branche eine Ausnahmestellung ein. Während YieldCos sich national und international meist auf Solarenergie- und Windenergieprojekte konzentrieren, investiert KTG Energie ausschließlich in Biogasanlagen und betreibt diese – ein bisher exklusives Merkmal. Man ist Marktführer im Inland und will den stark fragmentierten Markt nutzen, um durch Zukäufe weiter zu expandieren.
     
    Bergers These lässt sich gut nachvollziehen. Während zum Beispiel die Portfoliokonzerne im Immobiliensektor längst in den DAX drängen, mit Vonovia, früher Deutsche Annington, stieg jüngst ein Branchenvertreter in den Blue-Chip-Index auf, schafft es die YieldCo-Branche an der Frankfurter Börse bisher maximal in den kleinen und deutlich weniger beachteten SDAX: Die Aktie der Hamburger Capital Stage ist Mitglied in dem Small Cap Index. Das Unternehmen mit seinem Schwerpunkt in der Solarenergie bringt nach diversen Kapitalerhöhungen in den vergangenen Jahren immerhin knapp 0,67 Milliarden Euro Börsenwert auf die Waage.
     
    Sich selbst bezeichnet Capital Stage als deutschlandweit größten unabhängigen Betreiber von Solarenergieanlagen. 2009 startete die Gesellschaft mit dem Kauf erster Solarkraftwerke und richtete sich damit neu aus. Mittlerweile gilt die Gesellschaft als Vorreiter der Branche in Deutschland, betreibt 73 Solar- und 7 Windparks mit einer Leistung von über 505 Megawatt und will weiter expandieren. Capital Stage sucht dabei die Zusammenarbeit mit institutionellen Investoren, die Finanzmittel für den weiteren Ausbau des Kraftwerkportfolios bereit stellen sollen. 
     
    Obwohl Capital Stage deutlich größer ist, könnte man vor allem dem Windenergiekonzern PNE Wind zutrauen, das YieldCo-Konzept in Deutschland bekannter zu machen. Der Cuxhavener Konzern genießt an der Börse einiges an Aufmerksamkeit und könnte mittelfristig in den TecDAX klettern. Mit seinen rund 0,18 Milliarden Euro Börsenwert ist PNE – zumindest in der nächsten Zeit – ein Sonderfall in der Branche: Eigentlich kümmern sich die Norddeutschen um die Entwicklung von Onshore- und Offshoreprojekten im Bereich der Windenergie, haben mit dem YieldCo-Konzept aber ein neues Geschäftsfeld aus der Taufe gehoben. Die Sparte soll mit Projekten aus der eigenen Pipeline aufgebaut und anschließend an Investoren weitergereicht werden. Welchen konkreten Weg der Konzern von der Nordseeküste dabei gehen wird, ist derzeit offen. Sowohl ein Börsengang scheint denkbar als auch ein Verkauf an institutionelle Investoren. Gelingt der Plan, könnte das Konzept Schule machen: Sowohl von PNE Wind als auch bei vergleichbaren Gesellschaften wie der Bremer Energiekontor AG könnten dann weitere YieldCos kommen.
     
    Während Anleger in den Aktien von Capital Stage und KTG Energie reine YieldCo-Konzepte vorfinden, sieht dies bei PNE Wind anders aus. Wichtigster Ertragsbringer der Cuxhavener ist und bleibt das volatile Projektgeschäft, was der Aktie im Vergleich zu Werten wie Capital Stage oder auch KTG Energie ein völlig anderes Risiko-Chance-Profil gibt. Zudem bestehen weitere Risiken. Gerade erst konnte PNE Wind harte Auseinandersetzungen in Management und Aufsichtsrat durch personelle Neubesetzungen beilegen. 
     
    An der Börse hofft man nun auf eine Art Neuanfang bei PNE Wind, der aber nicht völlig unbelastet vonstatten geht. Der Konzern geht seit einiger Zeit gegen den eigenen Großaktionär vor, Volker Friedrichsen, bei dem man die Verantwortung für einen Millionenschaden bei der Übernahme der WKN AG durch PNE Wind sieht. Friedrichsen hatte zusammen mit dem Siemens-Konzern die WKN-Anteile an PNE Wind verkauft und soll dabei Informationen zurückgehalten haben. Wie das Verfahren weiter geht, ist offen.
     
    An der heimischen Börse formieren sich weitere YieldCos. Zuwachs bekam die Branche jüngst durch das IPO von Chorus Clean Energy. Die Gesellschaft musste 2015 zunächst in einem ersten IPO-Versuch der unsicheren Lage an der Börse Tribut zollen, der zweite Versuch war dann aber von Erfolg gekrönt. Reibungslos ging aber auch dieser nicht vonstatten, das Emissionsvolumen konnte von Seiten der Gesellschaft nicht komplett ausgeschöpft werden. Die rund 100 Millionen Euro, die aus der Kapitalerhöhung des Konzerns im Rahmen des Börsengangs erlöst wurden, will Chorus Clean Energy vor allem in die Erweiterung des Portfolios an Windenergie- und Solarenergieanlagen investieren und weitere Kraftwerke zukaufen. Zudem hat die Gesellschaft angekündigt, das Dienstleistungsangebot im Bereich Asset Management mit dem IPO-Erlös ausbauen zu wollen.
     
    Auch 7C Solarparken ist ein Neuzugang unter den YieldCos, allerdings ist das Unternehmen nicht neu an die Börse gegangen, sondern aus dem Zusammenschluss der belgischen 7C Solarparken mit Colexon Energy entstanden. Nun will die Gesellschaft den Kraftwerksbestand um rund die Hälfte ausbauen, 105 Megawatt sollen es insgesamt bis zum Jahr 2017 werden. Bei den geplanten Zukäufen will die Gesellschaft vor allem Anlagen erwerben, bei denen noch ungenutzte Potenziale bestehen, die man mit Optimierungen heben will – entsprechend wären die Kaufpreise solcher Anlagen vergleichsweise günstiger. Um die geplanten Zukäufe zu finanzieren, hat man das Kapital erhöht: 7C Solarparken platzierte vor wenigen Tagen knapp 0,7 Millionen Aktien zu 2,15 Euro bei institutionellen Investoren. 





    BondInvestor
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen
    Der BondInvestor will nicht nur über das aktuelle Geschehen am Markt aufklären, sondern auch Hintergrundmaterial liefern. Empfehlungen werden dabei jedoch nicht ausgesprochen, Neutralität gehört zu unseren Stärken. Unsere Schwerpunkte bei der Berichterstattung liegen auf den Themen Unternehmensanleihen, Fonds, Alternative Investmentfons (AIF), Börsengänge (IPO) und Kapitalerhöhungen. Trends im Anlagemarkt, Unternehmensberichte und Interviews mit Vorständen und Geschäftsführern runden die Arbeit des BondInvestors ab.
    Mehr anzeigen

    Verfasst von 2BondInvestor
    YieldCo Es tut sich was in der Nische! Vor allem im angelsächsischen Raum ist das Unternehmenskonzept einer „YieldCo“ schon recht etabliert. Hohe Ausschüttungen der Gesellschaften locken die Investoren. Dagegen kämpfen YieldCos in Deutschland noch mit einer vergleichsweise geringen Bedeutung. „Es fehlt an Anbietern, die dieses Konzept aktiv vermarkten“, erläutert Thomas Berger im Interview mit www.4investors.de. Allerdings ändere sich dies derzeit massiv, sagt der Manager.

    Schreibe Deinen Kommentar

    Disclaimer