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Aktien-Crash Fast 30 Prozent! Anleger entlarven geschönte Zahlen und schicken Linkedin auf Talfahrt

05.02.2016, 11:28  |  4899   |  15   |   

Linkedin präsentiert einen höheren Gewinn pro Aktie als erwartet, trotzdem stürzt das Papier des Karriere-Netzwerks im Anschluss fast 30 Prozent in die Tiefe. Wie kann das sein? Nun ja, der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst … und so weiter. Diesen Leitspruch haben sich die Anleger offenbar zu Herzen genommen und bei Linkedin etwas genauer hingesehen. Dabei klang auf den ersten Blick alles ganz wunderbar, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Das Karriere-Netzwerk vermeldete einen Gewinn pro Aktie in Höhe von 94 Cent – mehr als die Analysten erwartet hatten. Das Problem: Dabei handelt es sich um den „bereinigten“ und im Fall von Linkedin wohl auch ziemlich schöngerechneten Gewinn. Denn lässt man die Zahlenakrobatik der Führungsebene außer Acht, sehen die Zahlen ganz und gar düster aus.

Dann nämlich wandelt sich der vermeintliche Gewinn in einen Verlust von Minus sechs Cent pro Aktie. Insgesamt machte Linkedin im Schlussquartal 2015 einen Nettoverlust von 8,4 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum konnte das Karriere-Netzwerk noch einen Gewinn in Höhe von drei Millionen US-Dollar präsentieren.

Auch die positiven Aspekte wie die Umsatzsteigerung um gut ein Drittel auf 861,9 Millionen US-Dollar sowie die gestiegene Zahl der Nutzer um 19 Prozent auf 414 Millionen konnten nicht über den negativen Gesamteindruck hinwegtäuschen. Die Anleger senkten enttäuscht den Daumen und schickten die Linkedin-Aktie im nachbörslichen Handel auf eine rasante Talfahrt. Das Papier stürzte fast 30 Prozent in die Tiefe.

Hier die Linkedin-Aktie Fünf-Tagechart:

Neben den roten Zahlen des vergangenen Quartals missfiel den Anlegern vor allem der überraschend schwache Geschäftsausblick. Das Unternehmen stellte am Donnerstag einen Umsatz von 820 Millionen US-Dollar für das erste Quartal in Aussicht und blieb damit weit unter den Erwartungen der Wall Street. Dort hatte man mit rund 866 Millionen US-Dollar gerechnet. Auch die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2016 enttäuschte. Laut „Handelsblatt“ reihe sich Linkedin damit ein „in die Reihe entzauberter ehemaliger New-Economy-Highflyer.“

Wertpapier: LinkedIn (A)


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Kommentare

Ja so ein 30er KGV wäre fair (http://www.investresearch.net/linkedin-aktie/) aber das erreicht man glaube ich noch nicht so schnell.

Trotzdem sehr starke Marke, aber Bedenken, dass User Engagement gepeaked hat, siehe auch im Video

Die Bilanz weist seit 2014 Verluste aus und hatte 2013 nur einen Gewinn von 23 Cent!
Daraus ergibt sich immer noch ein horrendes KGV 435 :(
Höhere Marketingausgaben haben die Verluste erzeugt
und die Premiumbuchungen sind unter 20% Wachstum gefallen.
http://files.shareholder.com/downloads/ABEA-69T44N/1525208383x0x873508/3CC7E554-E010-4823-A4D8-22483297759A/4Q15_Quarterly_Results_Deck_vF_-_2.3.16.pdf
ist die Tatsache, dass Premiumkunden im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger werden.
2013: ca. 65%
2014: ca. 40 %
2015: ca. 20 %

Die Premiumkunden brachten in der Vergangenheit die Haupteinnahmen.
Hat man da die Schrauben zu stark angezogen und Preiserhöhungen durchsetzen wollen?
Jetzt muss es der Massenmarkt schaffen. Zweistelliges Wachstum ist noch intakt.
Nach unten sollte die Aktie abgesichert sein.
Der Absturz eines Börsenlieblings


Liebe Leser,

lange Zeit kannte die Aktie von LinkedIn nur eine Richtung: steil aufwärts. Doch die Prognose, die das weltweit führende Online-Businessnetzwerk Ende vergangener Woche vorlegte, schmeckte den erfolgsverwöhnten Anlegern überhaupt nicht. Die LinkedIn-Aktie brach dramatisch ein.

Kurzportrait

Ähnlich wie der deutsche Konkurrent Xing bietet LinkedIn ein Online-Netzwerk zur Knüpfung von Geschäftskontakten an. Das US-Unternehmen ist mit 414 Mio. Nutzern in mehr als 200 Ländern unangefochtener Marktführer.

Nach seiner Gründung 2003 legte LinkedIn einen rasanten Aufstieg hin. Auch an der Börse: 2011 folgte der Börsengang, innerhalb von nur zwei Jahren verfünffachte sich der Aktienkurs.

Quartalszahlen ok, Ausblick enttäuscht

Die Zahlen für das abgelaufene Quartal lesen sich noch recht gut: LinkedIn steigerte seinen Umsatz um mehr als ein Drittel auf 862 Mio. US-Dollar. Das liegt leicht über der Analystenprognose. Wie erwartet rutschte das Unternehmen aufgrund einiger Sonderaufwendungen knapp in die roten Zahlen (-8,4 Mio. US-Dollar).

Der Schock kam mit der Prognose für das laufende Quartal: LinkedIn rechnet nur mit 820 Mio. US-Dollar Umsatz, Analysten hatten im Vorfeld mit 850 Mio. US-Dollar doch einiges mehr erwartet.

44% Tagesverlust: Übertriebene Reaktion der Anleger?

Die Reaktion der Börse war jedenfalls eindeutig: Die LinkedIn-Aktie brach um satte 44% innerhalb eines Handelstages ein. Eine Überreaktion des Marktes?

Dies wird die weitere Entwicklung zeigen. Es lassen sich jedenfalls gute Argumente für beide Sichtweisen finden: Einerseits hören sich 44% Kursverlust aufgrund einer 4%-igen Verfehlung der Prognose schon extrem viel an. Mag sein, dass der Kursverlust in einer stabileren Marktphase nur halb so hoch ausgefallen wäre.

Andererseits war die Aktie von LinkedIn nach den hohen Kursgewinnen der vergangenen Jahre schon sehr ambitioniert bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) lag zwischenzeitlich im dreistelligen Bereich, selbst nach den Kurseinbußen im Januar war es noch bei 60. So eine Bewertung lässt keinen Spielraum für Enttäuschungen zu.

Einstiegschance oder fallendes Messer?

Ist dies eine günstige Gelegenheit, sich einen Highflyer mit einmaligem Ausrutscher ins Depot zu legen? Oder gilt die alte Börsenweisheit „Greife nie in ein fallendes Messer“ auch bei der LinkedIn-Aktie.

Über diese Fragen gehen die Bewertungen derzeit weit auseinander. Während einige Analysten darauf verweisen, dass LinkedIn schon immer sehr konservative Prognosen abgegeben hat und diese in der Regel klar übertrifft, sehen andere das Ende der Wachstumsstory.

Ich tendiere eher zu Ersterem. LinkedIn dürfte auch im laufenden Jahr immer noch Wachstumsraten von über 20% vorweisen. Und für einen Weltmarktführer ist ein KGV von gut 30 nicht zu viel. Allerdings sollten Sie auch den psychologischen Effekt nicht unterschätzen.

Die Erfolgsaktie hat eindeutig einen großen Kratzer abbekommen. Und es kann einige Zeit dauern, bis diese Wunde verheilt, sprich die Anleger wieder Vertrauen in die Aktie fassen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag!

Sascha Mohaupt
---------------------------------------------------
und ein Großinvestor warnt vor einem Crash...
Der Herr Fisher, Gastkolumme in Focus-Money, zwar nicht, aber es liegt schon einiges an Zündstoff in der Luft. Bankenkrise, Energiekrise U.S.A. ...

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