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DAX-Chartanalyse DAX schwer angeschlagen

Gastautor: Andreas Mueller
07.02.2016, 13:17  |  9062   |   |   

Weiterer Abwärtsdruck im DAX löscht Gewinne aus 2015 komplett aus und zeichnet ein düsteres Bild. Kommt dennoch die Bärenmarktrallye an der hier gezeigten Unterstützung?

Der Februar setzt bisher die Tendenz vom Januar fort. Unser Deutscher Leitindex ist also weiter deutlich unter Druck und markierte am Freitag sogar ein neues Jahrestief. Nicht nur ein Jahrestief, sondern damit auch ein Tief auf dem Niveau von Oktober 2014. Jeder Index-Investor aus 2015 bzw. den letzten 15 Monaten hat somit keinen Buchgewinn mehr. Damit nicht schlimm genug, denn für Trendsysteme, die einen Großteil des Anlagegeldes ausmachen, steht der seit nunmehr 4 Jahren etablierte Aufwärtstrend zur Disposition. Dagegen half auch keine Erholung im Ölpreis, die ab dem Tief dort immerhin rund 30 Prozent ausmachte. Im Tageschart des DAX sieht man diesen Bruch sehr deutlich, der nun nicht mehr als ein "Ausreißer" gelten kann:

Eine Rückeroberung dieser Trendlinie gelang nicht nachhaltig. Zoomen wir das Chartbild etwas deutlicher heran, ist dieses verkümmerte Aufbäumen deutlich zu sehen:

 

Lohnt hier noch ein Aufspringen auf die Abwärtsbewegung?

Diese Frage stellen sich aktuell viele Investoren. Gerade weil die Jahresbilanz schon sehr negativ anmutet. Mit rund 14 Prozent verlor der DAX das 1,5-fache einer durchschnittlichen Jahresperformance - in 5 Wochen wohlgemerkt! Eine technische Erholung, die vorerst nur eine Bärenmarktrallye genannt werden dürfte, wird somit immer wahrscheinlicher. Warum nicht gleich in dieser Woche? Immerhin könnte das aktuelle Tief als Ausverkauf an einer Unterstützung gebildet worden sein. Das ist zumindest die Hoffnung der Bullen und diese Hoffnung zeichne ich in den gleichen Chart nun ein:

Für eine genauere Trading-Chance zoomen wir das Chartbild noch näher heran und wechseln in den Stundenchart. Dort ist das Ausmaß der Abwärtsbewegung ebenfalls deutlich abzulesen und mit drei jeweils stärker fallenden Abwärtstrendlinien einzuzeichnen:

Damit es nicht ganz so düster ausschaut, zoomen wir noch einmal tiefer in diesen Chart hinein und lassen somit nur den steilsten Abwärtstrend stehen, ergänzen jedoch das Chartbild um die im Tageschart angedeutete Unterstützungszone, welche aus mehreren Tiefs resultiert:

Jetzt sind wir in einem Chartbild, was direkte Trading-Chancen abzuleiten vermag :-)

 

Daraus abgeleitete Handelsideen

Konkret ist damit ein weiterer Abgabedruck beim Unterschreiten von rund 9.200 Punkten zu erwarten. Ob der "Grund" dafür die neu aufkeimenden Konflikte um Nordkorea oder Chinas Währungsreserven oder der erstarkte Euro zum Dollar ist, zeigen uns die Medien sowieso erst später. Dieses Szenario habe ich mit einem roten Pfeil eingezeichnet. Parallel dazu im gleichen Chartbild der grüne Pfeil, der für eine fällige Gegenbewegung steht. Hierzu würde ich die Rückeroberung von 9.300 oder besser 9.320 (als nachbörsliches Hoch vom Freitagabend) abwarten und dann auf den Bruch der gezeigten Abwärtstrendlinie 3 setzen.

Potenzial ergibt sich in einem solchen Squeeze bis 9.480 Punkte. Auch dies ist abzuleiten aus dem Chartbild als Hochpunkte von Donnerstagnachmittag und Freitag. Doch dazu gibt es dann genauere Info's im Bereich der Daytrader.

 

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Viel Erfolg dabei wünscht Andreas Mueller (Bernecker1977)

Wertpapier: DAX, EUR/USD, Öl (Brent)


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Hinter Bernecker1977 steht der Trader, Referent und Coach Andreas Mueller. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen auf wallstreet-online bereits seit dem Jahr 2005 in den "Tages-Trading-Chancen" ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

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Kommentare

Danke für Euer Feedback, in der Tat kam die rote Variante zum Tragen:

Bild: 164_20160214160601_2016-02-14_dax1

Nun schauen wir aber nach vorne und zur neuen Analyse ;)

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/8335501-dax-charta…

Gruß Bernecker1977
Da RSI und diverse Momentum Indikatoren weder im daily noch im Weekly ein Niveau erreicht haben, halte ich es für verfrüht auf einen bounce zu wetten.

Die Impulsrichtung ist klar abwärtsgerichtet - der Markt bewegt sich in intakten Abwärtstrends. Fundamentalargumentationen, wie Jahresperformanceargumente sind insofern nicht zielführend. Da kann man am Ende ganz doof in die Wäsche schauen.

Hält die Psychomarke 9000 nicht, dann dürfte es meines Erachtens sehr schnell in die Tiefe gehen. Ich teile auch nicht die Ansicht, dass der Markt nicht unter 7600 fallen könnte. Wir haben im DAX noch offene Gaps bei rund 4300 Punkte. Meines Erachtens ist es wichtig dieser Art Crashvarianten nicht zu negieren - das Abwärtsrisiko ist derzeit wesentlich größer als die Aufwärtschancen. Die Positionsschieflagen dürften inzwischen für einige Marktteilnehmer zusehends schmerzhaft werden.

Hinweis auf Interessenkonflikt: Aus den besagten Gründen habe ich eine Absicherung am laufen. Insofern besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes.
Vielen Dank für diese, wie immer, hervorragende Analyse, die alle Zeiteinheiten vereint, wodurch diese für jeden Tradertyp sehr gewinnbringend ist!!!
gewohnt schnörkellose Analyse. Danke!

Anzumerken ist, dass der DAX im wesentlichen bereits vor 14 Tagen genauso tief gefallen war, i.e. das 1,5 fache einer durchschnittlichen Jahresperformance in nur 3 Wochen. Die Unfähigkeit (bislang) einen anständigen Bounce zu Stande zu bringen obwohl der als 'Bösewicht' ausgemachte Ölpreis eine ordentliche Korrektur hinlegen konnte dürfte per Saldo die Investierten eher noch mehr verunsichert haben.

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