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Pharmaindustrie Pflanzliche Depressionsmittel - Lieferengpass bei Bayer belebt Konkurrenz

23.03.2016, 11:36  |  1707   |   |   

Der Markt für pflanzlicher Depressionsmittel wird gerade gut durchgeschüttelt. Grund ist ein Lieferengpass des Marktführers Bayer. Das lässt die Umsätze bei den anderen Playern auf dem Markt - wie Willmar Schwabe und Klosterfrau - in die Höhe klettern. Nun muss sich wohl auch Klosterfrau auf einen Lieferengpass einstellen, berichtet die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.).

Pflanzliche Depressionsmittel werden auf der Basis von Johanniskraut (Hypericum perforatum) hergestellt und gegen leichte bis mittelschwere Depressionen eingesetzt. Bayer hat zwei Produkte auf dem Märkt: das verschreibungspflichtige Präparat Laif 900 und die rezeptfreie Variante Laif 900 Balance. Beide seien jedoch in den Apotheken kaum mehr erhältlich. Die Konkurrenz freut’s beim Blick auf die Umsatzkurve: "Wir sehen einen Anstieg im Umsatz, seitdem es die Laif-Meldungen in der Presse gab", sagte eine Sprecherin des Anbieters Willmar Schwabe, der ein Johanniskraut-Präparat namens Neuroplant vertreibt. Klosterfrau meldet "aktuell erhöhte Nachfrage" für sein Produkt Jarsin; das sei "Folge der überraschenden Lieferengpässe der Johanniskraut-Präparate des Marktführers Laif von Bayer".

Der Markt ist enorm: Wie die F.A.Z. berichtet, setzt Bayer normalerweise mit Abstand die meisten Johanniskrautmittel ab, wenn man die Rezepte für die gesetzliche Krankenversicherung zugrundelegt: Laut Arzneiverordnungsreport wurden 2014 gut 30 Millionen Tagesdosen Laif verschrieben - mehr als zehn Mal so viel wie Neuroplant mit 2,4 Millionen Tagesdosen und gut 30 Mal so viel wie Jarsin 0,9 Millionen Dosen.

Die gestiegene Nachfrage bei der Bayer-Konkurrenz lässt allerdings auch ihre Lager schrumpfen. Noch komme Schwabe dem erhöhten Bedarf noch: "Wir sind momentan uneingeschränkt lieferfähig", sagte die Unternehmenssprecherin. Allerdings werde man aus den Vorräten nicht das Zehnfache des normalen Bedarfs decken können. Bei Klosterfrau sieht die Lage schon etwas enger aus: "Aufgrund der verzeichneten Absatzsteigerung von Jarsin haben wir die Produktion entsprechend angepasst und bemühen uns, alle Bestellungen zu bedienen", ließt der Konzern gegenüber das F.A.Z verlauten. "Naturgemäß dauert es jetzt ein wenig, bis die Ware nachproduziert ist. Derzeit sind Lieferengpässe bei einzelnen Größen nicht auszuschließen."

Wertpapier: Bayer


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