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Marktkommentar: Bantleon Investment Insight Mai 2016
Foto: www.assetstandard.de

Marktkommentar Bantleon Investment Insight Mai 2016

Nachrichtenquelle: Asset Standard
12.05.2016, 17:19  |  518   |   |   

Grexit, Brexit, Neuwahlen in Spanien - das Potential an politischen Krisenherden, die den Finanzmärkten das Leben schwer machen, scheint derzeit unbegrenzt. Aber nicht nur in Europa machen verschiedene Störfeuer Sorgen. Auch in anderen Regionen ist die Lage angespannt. Die chinesische Regierung dämpfte beispielsweise die Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturbelebung mit dem Verweis, die begonnene Erholung werde nicht V- oder U-förmig, sondern L-förmig verlaufen. Die Hoffnungen auf kräftigen Rückenwind für die Weltwirtschaft erhielten damit einen neuen Dämpfer. Daneben bereitet in den USA der Durchmarsch Donald Trumps als Spitzenkandidat der Republikaner zunehmend Kopfzerbrechen und droht die Wachstumsdynamik zu bremsen.

Angesichts dieser Gemengelage ist es nicht verwunderlich, dass die Volatilität an den Finanzmärkten hoch ist. Und weil bei vielen Problemfeldern keine schnelle Lösung in Sicht ist, dürfte sich daran auch so bald nichts ändern. Gänzlich in Pessimismus verfallen muss man aber trotzdem nicht. So ist die wirtschaftliche Lage deutlich besser als das unsichere politische Umfeld vermuten lässt.

Konjunktur

In den USA deutet vieles darauf hin, dass sich die Wirtschaft nach dem schwachen Wachstum im Winterhalbjahr tatsächlich auf Erholungskurs befindet. Die damals bremsenden Gegenwinde vom Ölpreis, der Lagerhaltung und dem Wechselkurs haben merklich abgenommen. Der handelsgewichtete US-Dollarkurs - der vor allem der Industrie das Leben schwer machte - ist inzwischen wieder auf den Stand vom vergangenen Oktober gesunken und verschafft den Exporteuren damit spürbar Luft.

Und auch binnenwirtschaftlich stellt sich der US-Ausblick freundlich dar. Die Einkaufsmanagerindikatoren der Dienstleistungssektoren haben sich nach ihrer Schwächephase in den vergangenen Monaten deutlich erholt und spiegeln damit eine erneut anziehende Wachstumsdynamik. Der April-Arbeitsmarktbericht goss mit seinem unter den Erwartungen liegenden Stellensaldo zwar Wasser auf die Mühlen der Bedenkenträger. Die Details der Statistik zeigen jedoch, dass die moderate Abschwächung beim Stellenzuwachs hauptsächlich auf einmalige Sonderfaktoren zurückzuführen ist. Der Trend robuster Stellenschaffungen der Job-Maschinen in den Servicebranchen ist dagegen ungebrochen.

Ähnlich wie die US-Industrie-Einkaufsmanagerindikatoren verzeichneten auch die chinesischen Pendants im April leichte Rückgänge. Wie in den Vereinigten Staaten sehen wir auch darin jedoch nur ein Luftholen.

Chinas Industrie ist trotz Rücksetzer auf Erholungskurs

Die Eurozone bewegt sich politisch nach wie vor in schwierigem Fahrwasser. Was die Wirtschaftsdaten betrifft, steht die Währungsunion acht Jahre nach der Lehman-Pleite und drei Jahre nach dem Höhepunkt der Eurokrise aber besser da, als es oft nach aussen den Anschein hat. Das öffentliche Haushaltsdefizit zum Beispiel konnte seit 2009 um zwei Drittel reduziert werden: von -6,3% auf -2,1% des BIP. Die Eurozone schnitt damit 2015 deutlich besser ab als die USA (-3,7%), Grossbritannien (-4,4%) und Japan (-5,3%).

Der Trend zeigt überall in die richtige Richtung

Wo es hingegen zweifellos noch hapert, ist der Arbeitsmarkt. Die Erwerbslosenquoten sind in den USA (5,0%), UK (5,0%) und Japan (3,3%) nicht einmal halb so hoch wie in der Eurozone. Allerdings hat sich selbst hier das Umfeld in den vergangenen Quartalen in allen Euroländern erkennbar aufgehellt.

Die Arbeitsmarktbelebung ist schliesslich auch eine wichtige Stütze für den privaten Verbrauch. Die wachsende Beschäftigung schiebt das Einkommenswachstum an. Gleichzeitig nimmt die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ab, was das Verbrauchervertrauen stärkt. Dies ist auch ein Grund, weshalb wir für die Binnennachfrage in der Eurozone in diesem Jahr optimistisch bleiben. Allerdings hat sich das Verbrauchervertrauen seit Mitte 2015 - trotz der sinkenden Arbeitslosenzahlen - leicht eingetrübt. Dies dürfte mit der Flüchtlingskrise und den politischen Unsicherheiten (etwa in Spanien und Portugal) zusammenhängen. Treten diese Faktoren in den Hintergrund, wird auch das Verbrauchervertrauen wieder anziehen.

Finanzmärkte

Von der guten Stimmung an den Finanzmärkten, die sich zwischen Mitte Februar und Ende April entwickelt hatte, ist nicht mehr viel übrig. Im Gegenteil, vor allem die europäischen Aktienmärkte präsentieren sich geradezu depressiv. Obschon die Makrodaten aus der Währungsunion bis zuletzt mehrheitlich positiv überraschten - das BIP-Wachstum in Q1/2016 war sogar stärker als das der USA und Grossbritanniens zusammengenommen (!) - bilden die EUR-Börsen begleitet von Japan das Schlusslicht im Performanceranking des Jahres 2016.

Diese verkehrte Welt ist das Ergebnis einer asymmetrischen Reaktion der Investoren: Entweder fallen die US-Konjunkturdaten positiv aus, dann entsteht Leitzinserhöhungsangst, der USD wertet auf und schickt die weltweiten Aktienmärkte auf Talfahrt - was die EUR-Märkte überproportional belastet. Oder aber die US-Wirtschaftsdaten enttäuschen, dann wertet der USD ab (=Eurostärke), was den EUR-Börsen wiederum überproportionale Verluste (oder unterproportionale Gewinne) beschert.

Auch an den Anleihenmärkten standen Risikoassets unter Druck. Die Risikoprämien von Unternehmensanleihen weiteten sich erkennbar aus, dasselbe gilt für Staatsanleihen der Peripherie. Hingegen konnten sich die sicheren Häfen deutlich erholen. Wir sehen nach wie vor eine grosse Chance, dass die Renditen lang laufender deutscher Bundesanleihen unter die Nulllinie fallen werden.

Fazit

Wie schon zu Jahresbeginn ist die trübe Stimmung an den Märkten mit den soliden realwirtschaftlichen Perspektiven nicht in Übereinstimmung zu bringen. Die jüngsten Konjunkturdaten mögen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt haben, schlecht sind sie deswegen noch lange nicht ausgefallen. Hinzu kommt die jüngste Aufwärtstendenz in den vorausschauenden Barometern, die im 2. Quartal anhalten sollte.

In Letzterem liegt in unseren Augen auch der Schlüssel für die mittelfristigen Finanzmarktperspektiven: Verbessern sich die Konjunkturaussichten im Einklang mit unserem Basisszenario weiter, dürfte sich der konstruktive Makrotrend schlussendlich auch in einem kräftigen Anstieg der Aktienmärkte sowie deutlich engeren Risikoprämien an den Anleihenmärkten niederschlagen. Gleichzeitig dürften die Anleihenkurse insgesamt weiter von der Angebotsverknappung angesichts der grossvolumigen Käufe durch die EZB profitieren.

Das Risikoszenario im Falle anhaltender Börsenturbulenzen ist indes, dass es nicht erst im Laufe des 2. Halbjahres, sondern schon jetzt zu einer negativen Rückkopplung von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft kommt. Dann droht in der Tat grösstes Ungemach! Eine heftige Korrektur der Aktienmärkte wäre dann ebenso unvermeidlich, wie ein Sturz der Bundesanleihenrenditen auf oder sogar unter -0,50%!

So überraschend das klingen mag: Zu den wahrscheinlichsten Profiteuren gehören die Staatsanleihen, die - ob als sicherer Hafen oder wegen akuter Angebotsverknappung - die Chance auf Kursgewinne bieten. Aber auch unser Ausblick für die Aktienmärkte bleibt grundsätzlich positiv, sodass wir die Aktienquoten in den meisten Fonds weiterhin ausschöpfen. Die vielfältigen politischen Störfeuer mahnen hingegen zur Vorsicht - die Gefahr, dass die konjunkturelle Erholung von dieser Seite stärker unter Druck kommen könnte, ist nicht zu unterschätzen. Reaktionsfähigkeit bleibt das Gebot des Jahres.

Rechtlicher Hinweis:

Die in diesem Beitrag gegebenen Informationen, Kommentare und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Die hier dargestellten Informationen stützen sich auf Berichte und Auswertungen öffentlich zugänglicher Quellen. Obwohl die Bantleon Bank AG der Auffassung ist, dass die Angaben auf verlässlichen Quellen beruhen, kann sie für die Qualität, Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben keine Gewährleistung übernehmen. Eine Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die sich aus der Nutzung dieser Angaben ergeben, wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu.

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