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Marktkommentar: Union Marktberichte Mai 2016
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Marktkommentar Union Marktberichte Mai 2016

Nachrichtenquelle: Asset Standard
09.06.2016, 09:59  |  773   |   |   

Aktien: Kursgewinne bei den weltweiten Aktienmärkten

Renten: US-Notenbank vor baldiger Zinserhöhung?

Aktienmärkte Die weltweiten Aktienmärkte haben im Mai Kursgewinne erzielt. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World Index in lokaler Währung um 1,4 Prozent, wobei die Aktien aus den Industrieländern besser abschnitten als die aus den aufstrebenden Volkswirtschaften. In den USA stieg der Leitindex S&P 500 schwächeren volkswirtschaftlichen Daten zum Trotz um 1,5 Prozent. Auch europäische Aktien legten im Mai zu, für den EUROSTOXX 50 ging es 1,2 Prozent nach oben, der marktbreite STOXX Europe 600 rückte um 1,7 Prozent vor. Gebremst wurden die Börsen von Debatten vor dem Brexit-Referendum, bei dem die Briten über den Verbleib in der Europäischen Union abstimmen.

Rentenmärkte Dem jüngsten Protokoll der Fed und weiteren Äußerungen einiger US-Notenbanker zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer baldigen US-Zinserhöhung im Juni oder Juli stark gestiegen. Der US-Rentenmarkt zeigt sich verhalten, die Renditen im kurzen Laufzeitbereich stiegen etwas an. Am Euro-Staatsanleihemarkt herrschte hingegen eine freundliche Stimmung. Trotz politischer Unsicherheiten durch die kommenden Neuwahlen in Spanien oder der näher rückenden Abstimmung in Großbritannien über den Verbleib in der EU fielen durchweg die Renditen.

Die Aktienmärkte

Europa

Im Mai konnten europäische Aktien zulegen, für den EUROSTOXX 50 ging es 1,2 Prozent nach oben, der marktbreite STOXX Europe 600 rückte um 1,7 Prozent vor. Die Kurse europäischer Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung, abgebildet im MSCI Europe Small and Mid Caps, konnten sogar 3,0 Prozent zulegen. Auf die Stimmung gedrückt hatten neben der eher verhaltenen Berichtssaison der europäischen Unternehmen vor allem Zweifel an der konjunkturellen Stärke Chinas und am richtigen Zeitpunkt und Volumen der Zinserhöhung der US-Notenbank. Insbesondere belastete aber die Sorge um den "Brexit" die europäischen Börsen. Der Austritt Großbritanniens aus der Währungsunion hätte weitreichende Folgen für die europäische Wirtschaftsunion. Zum Monatsende stützten allerdings neuere Umfrageergebnisse, die einen leichten Vorsprung für die Gegner eines Brexit sahen. Außerdem beflügelte ein schwächerer Euro die Aktienkurse europäischer Unternehmen.

In Sachen Berichtssaison konnten unterdessen die französischen Institute BNP Paribas und Société Générale die Märkte mit Zahlen oberhalb der Erwartungen überraschen und ihren Gewinn entgegen dem Branchentrend steigern. Maßgeblich waren unter anderem sinkende Rückstellungen für faule Kredite sowie verbesserte Geschäftsbedingungen in Frankreich und in Osteuropa. Auf Monatssicht stiegen die Aktienkurse der BNP Paribas und der Société Générale um 7,6 beziehungsweise 8,0 Prozent. Gute Nachrichten kamen auch aus der Zementbranche. Die positive Baukonjunktur, höhere Preise und gesunkene Energiekosten haben dem DAX-Konzern HeidelbergCement im ersten Quartal zu einem unerwartet kräftigen Anstieg des operativen Gewinns verholfen. Auf Monatssicht verlor die Aktie dennoch 1,6 Prozent. Als eher schwach nahm der Markt auch die Daten auf, die die Schweizer UBS vorlegte. Das Geldinstitut litt im ersten Quartal unter einem schwachen Geschäft mit Aktien und Anleihen. Ebenso wie bei der britischen HSBC lag auch bei der UBS die Kernkapitalquote unterhalb der Analystenprognosen, was bei Investoren die Furcht vor etwaigen Dividendenkürzungen auslöste. Während die UBS-Aktie 8,0 Prozent verlor, gewann jene der HSBC 0,5 Prozent.

Deutschland

Für die Kurse der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands, die im DAX abgebildet sind, ging es im Mai 2,2 Prozent nach oben. Der MDAX gewann 3,3 Prozent, der SDAX für kleinere deutsche Unternehmen 6,5 Prozent. Die im TecDAX notierten Technologiewerte des Landes schlossen 3,9 Prozent höher.

Die Berichtssaison in Deutschland lief im Mai auf Hochtouren. Unter anderem gaben die DAX-Werte Munich Re und Vonovia ihre Zahlen bekannt. Der Münchener Rückversicherer verbuchte im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinneinbruch um 46 Prozent. Gründe für die stark rückläufigen Erträge werden im Niedrigzinsumfeld sowie in den Kosten für einen Umbau der Konzerntochter Ergo gesehen. Die Aktie stieg im Mai dennoch um 3,2 Prozent. Der Ergebnissprung und die angehobene Gewinnprognose des Immobilienentwicklers Vonovia führten am Markt zu Kursgewinnen in Höhe von 4,5 Prozent. Der Werbevermarkter Ströer war zuletzt wegen des Angriffes eines Hedgefonds in den Medien. Im Zuge massiver Kursverluste wurde dabei in der Spitze fast eine Milliarde Euro Marktkapitalisierung vernichtet. Ein wesentlicher Kritikpunkt des Hedgefonds war die mangelnde Transparenz. Ströer reagierte darauf nicht nur mit einem ausführlichen Quartalsbericht, auch das Zahlenwerk konnte überzeugen. Auf Monatssicht legte der MDAX-Konzern um 13,7 Prozent zu.

Weniger gut lief der Monat für den Chemiekonzern Bayer. Die Leverkusener haben offiziell ihr Interesse am Saatguthersteller Monsanto bekundet. Durch die Übernahme würde der Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt weiter monopolisiert und es ließen sich höhere Preise durchsetzen. Ein Umstand, den sowohl Bauernverbände als auch Aktionäre mit Sorge betrachten. Derzeit weht Monsanto schließlich ein ordentlicher medialer Gegenwind wegen ihres Mittels Glyphosat entgegen. Unklar ist, ob das möglicherweise krebserregende Pflanzenschutzmittel, mit dem Monsanto große Teile seines Umsatzes generiert, in Europa verboten wird. Viele Investoren fragen sich zudem, wie Bayer den Kaufpreis in Höhe von 62 Milliarden US-Dollar stemmen will. Die Bayer-Aktie verlor im Monatsverlauf 15,0 Prozent.

Osteuropa

Osteuropäische Aktienmärkte mit Verlusten: Die osteuropäischen Aktienmärkte haben im Mai Verluste verzeichnet. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 4,3 Prozent. In US-Dollar lag das Minus bei 6,4 Prozent. Der MSCI World-Index stieg um 1,4 Prozent an.

Der Russische Rubel schloss Ende des Monats bei einem Kurs von rund 66 Rubel pro US-Dollar - und somit in etwa auf dem Niveau vom Monatsanfang. Der im Mai um 5,4 Prozent gestiegene Ölpreis (Brent), der seine Rallye moderat fortsetzte und sich um die Marke von 50 US-Dollar pro Barrel stabilisierte, stützte die russische Währung. Sollte der Ölpreis seinen Anstieg fortsetzen, dürfte der Rubel weiter an Wert gewinnen. Seit Jahresanfang 2016 hat der Ölpreis um 33 Prozent zugelegt - und die russische Währung ist gegenüber dem US-Dollar um circa zehn Prozent im Wert gestiegen. Der russische Aktienmarktindex MICEX verlor in Lokalwährung 2,8 Prozent, der in US-Dollar notierende RTS-Index schloss 4,9 Prozent leichter. Die russischen Aktienmärkte werden nach wie vor von der Anordnung vom Ministerpräsidenten Medwedew aus dem April beeinflusst, die besagt, dass russische Staatsunternehmen 50 Prozent ihres Gewinns als Dividende ausschütten müssen. Da einige Unternehmen, wie beispielsweise der Erdgasförderer Gazprom, dieser Anordnung nicht nachgekommen sind, schloss der Aktienmarkt leicht im Minus. Erste Anzeichen einer Konsumerholung, nachdem der private Verbrauch im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen war, wirkten hingegen marktunterstützend.

Die Türkische Lira hat im Berichtszeitraum 5,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren. Auch die Istanbuler Börse musste mit einem Minus von 8,8 Prozent (BIST-Index) deutliche Verluste hinnehmen. Die türkischen Aktienmärkte wurden vor allem von politischen Unstimmigkeiten zwischen der Regierungspartei AKP und der Oppositionspartei HDP getrieben. Bereits seit Längerem betreibt Präsident Erdogan eine Kampagne gegen die linksliberale, prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) und strebt so eine Stärkung seines Präsidentenamts an.

USA

Leichte Gewinne an den US-Börsen: Die US-Börsen haben im Mai weitere Kursgewinne erzielt. Unter dem Strich stand für den Leitindex Dow Jones Industrial Average ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Der marktbreite S&P 500 stieg kräftiger um 1,5 Prozent.

Beherrscht wurde der Monat von durchwachsenen Makrodaten. So fiel in den USA der ISM Manufacturing Index von 51,8 auf 50,8 Punkte. Auch die zu Monatsbeginn veröffentlichten Arbeitsmarktdaten lagen weit unter den Erwartungen der Analysten. Für Unsicherheit sorgte überdies die US-Notenbank Fed. Laut Sitzungsprotokoll sprach sich wohl eine Mehrheit innerhalb des Offenmarktausschusses für eine Zinserhöhung im Juni aus. Ein solcher Schritt würde die Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen senken, weshalb viele Investoren verschreckt reagierten. Ab Mitte des Monats wurden die Kurse von den steigenden Ölpreisen unterstützt. Hinsichtlich der Kursperformance konnten im Mai vor allem Banken kräftige Gewinne erzielen. Im Gegenzug schnitten Konsumgüter eher unterdurchschnittlich ab.

Ein beherrschendes Thema für die Märkte war die Berichtssaison. Mittlerweile haben fast alle der 500 im S&P 500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen für das erste Quartal 2016 veröffentlicht. 54 Prozent der Unternehmen konnten die Umsatz- und sogar 76 Prozent die Gewinnerwartungen übertreffen. Allerdings hatten die Experten ihre Schätzungen seit Jahresbeginn immer weiter abgesenkt, so dass die Hürden nicht mehr allzu hoch waren.

Einmal mehr machte ein spektakulärer Übernahmeversuch Schlagzeilen. Bayer greift nach dem US-Saatgutspezialisten Monsanto. Insgesamt bietet der deutsche Chemieriese 55 Milliarden Euro für den Konzern, das wäre eine Prämie von 37 Prozent auf den Schlusskurs vor dem Angebot. Monsanto reagierte eher zögerlich, weshalb dem Bayer-Management ein zähes Ringen bevorstehen könnte. Dabei gilt es auch, die eigenen Aktionäre zu überzeugen, denn Monsanto ist aufgrund seines Geschäftsmodells mit genmanipuliertem Saatgut sowie dem Pflanzengift Glyphosat hierzulande nicht besonders wohlgelitten. Die Aktie von Monsanto beschloss den Monat mit einem Aufschlag von rund 18 Prozent.

Fernost

Asiatische Aktienmärkte insgesamt mit Seitwärtsbewegung: Die asiatischen Börsen bewegten sich im Berichtszeitraum insgesamt seitwärts. Der MSCI Far East ex Japan Index verzeichnete ein leichtes Minus von 0,3 Prozent in lokaler Währung. Aus relativer Sicht blieben die Aktienmärkte der asiatischen Region hinter der Entwicklung der Aktienmärkte weltweit zurück (MSCI World Index: +1,4 Prozent in lokaler Währung).

Chinesische Aktien wiesen erneut eine relativ schwache Kursentwicklung auf. Der Shanghai Composite-Index fiel im Mai um 0,7 Prozent (Vormonat: -2,2 Prozent), so dass sich das Minus seit Jahresbeginn auf rund 18 Prozent summiert. Und auch der Hang Seng-Index in Hongkong büßte im vergangenen Monat 1,2 Prozent ein (Vormonat: +1,4 Prozent).

Die stimulierenden Maßnahmen der chinesischen Regierung zeigten zuletzt eher begrenzt zusätzlich positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität. Die chinesische Industrieproduktion expandierte im April mit einer Rate von +6,0 Prozent im Jahresvergleich und verlor daher an Dynamik gegenüber dem Vormonat (März 2016: +6,8 Prozent). Ein ähnliches Bild war bei den Einzelhandelsumsätzen zu sehen, welche zuletzt um 10,1 Prozent im Jahresvergleich zulegten und damit hinter dem Vormonatswert (März 2016: +10,5 Prozent) zurückblieben. Zum Monatsende setzte auch der eher auf private Unternehmen ausgerichtete Caixin-Einkaufsmanagerindex für Mai 2016 seinen Rückgang fort und etablierte sich bei 49,2 Punkten (nach 49,4 und 50,0 Punkten in den Vormonaten).

Indien überraschte mit einem BIP-Wachstum von +7,9 Prozent für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2015/16 (per 31. März 2016), welches die Analystenschätzungen von +6,5 Prozent deutlich übertraf. Der indische Leitindex Sensex legte um 4,1 Prozent im abgelaufen Monat zu und zählte zu einem der besten Börsenplätze in Asien. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Leitindizes in Taiwan (TAIEX Index: +1,9 Prozent) und Thailand (Bangkok SET Index: +1,4 Prozent), während die Aktienmärkte in Korea (Kospi Composite Index: -0,5 Prozent), Indonesien (IDX Composite Index: -0,9 Prozent) und Singapur (Straits Time Index: -1,7 Prozent) Kursverluste verbuchten.

Japan

Börse in Tokio im Aufwind: Die japanischen Aktienmärkte verzeichneten im Berichtszeitraum eine freundliche Kursentwicklung, die insbesondere in der letzten Woche des vergangenen Monats deutlich zu Tage trat. Der Leitindex NIKKEI 225 legte um 3,4 Prozent zu und der marktbreite TOPIX Index stieg um 2,9 Prozent an. Im internationalen Vergleich fiel die positive Kursentwicklung der Börse in Tokio somit mehr als doppelt so stark aus als an den globalen Aktienmärkten aus. Der MSCI World Index erzielte im Mai ein Kursplus von 1,4 Prozent in lokaler Währung.

Aus makroökonomischer Sicht überraschte der erste Datenkranz zum Bruttoinlandsprodukt der japanischen Wirtschaft im ersten Quartal mit einem annualisiertem Wachstum von +1,7 Prozent, welches die Markterwartungen von +0,3 Prozent deutlich übertraf. Ferner wirkten sich die vermehrten politischen Anzeichen auf eine Verschiebung der geplanten Mehrwertsteuererhöhung von April 2017 auf Oktober 2019 und auf weitere fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen positiv auf das Sentiment an der japanischen Börse aus. Schließlich sorgte eine fast vierprozentige Abwertung des Japanischen Yen im Monatsverlauf für eine verbesserte Stimmung, insbesondere unter den Unternehmen exportorientierter Branchen. Einziger Wehrmutstropfen war der Rückgang des japanischen Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Mai 2016, welcher auf 47,6 Punkte absackte (von 48,2 Punkten im Vormonat) und sich somit wieder auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen drei Jahre befindet.

Unter den Indexschwergewichten verzeichneten zyklische und exportorientierte Unternehmen deutliche Kursgewinne. Japanische Finanzwerte wie bspw. Mitsubishi UFJ Financial Group (+6,5 Prozent) und Sumitomo Mitsui Financial Group (+6,0 Prozent) gehörten ebenso wie Titel der Automobilbranche (bspw. Honda: +5,3 Prozent und Nissan: +12,5 Prozent) zu den Gewinnern. Im Gegensatz hierzu verloren defensive Werte wie der Tabakkonzern Japan Tobacco im vergangenen Monat knapp drei Prozent an Wert.

Weltweit

Globale Börsen schließen im Plus: Die weltweiten Aktienmärkte haben im Mai Kursgewinne erzielt. Unter dem Strich verbesserte sich der MSCI World Index in lokaler Währung um 1,4 Prozent, wobei die Aktien aus den Industrieländern besser abschnitten als die aus den aufstrebenden Volkswirtschaften. In den USA stieg der Leitindex S&P 500 schwächeren volkswirtschaftlichen Daten zum Trotz um 1,5 Prozent. So fiel der ISM Manufacturing Index von 51,8 auf 50,8 Punkte. Auch die zu Monatsbeginn veröffentlichten Arbeitsmarktdaten lagen unter den Erwartungen der Analysten. Für Unsicherheit sorgte die US-Notenbank Fed. Laut Sitzungsprotokoll sprach sich eine Mehrheit innerhalb des Offenmarktausschusses für eine Zinserhöhung im Juni aus. Ein solcher Schritt würde die Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen senken, weshalb viele Investoren verschreckt reagierten. Ab Mitte des Monats wurden die Kurse aber von den steigenden Ölpreisen unterstützt. In Summe konnten vor allem Banken kräftige Gewinne erzielen. Im Gegenzug schnitten Konsumgüter eher unterdurchschnittlich ab.

Auch europäische Aktien legten im Mai zu, für den EUROSTOXX 50 ging es 1,2 Prozent nach oben, der marktbreite STOXX Europe 600 rückte um 1,7 Prozent vor. Gebremst wurden die Börsen von Debatten vor dem Brexit-Referendum, bei dem die Briten über den Verbleib in der Europäischen Union abstimmen. Der Austritt Großbritanniens aus der Währungsunion hätte weitreichende Folgen für den gesamten Kontinent.

Die japanischen Aktienmärkte verzeichneten im Berichtszeitraum eine freundliche Kursentwicklung, die insbesondere in der letzten Woche des vergangenen Monats zu Tage trat. Der Leitindex NIKKEI 225 legte um 3,4 Prozent zu, auch weil die Wirtschaft mit annualisiert 1,7 Prozent deutlich stärker stieg als prognostiziert.

In den Schwellenländern zeigte sich ein weniger positives Bild, der MSCI Emerging Markets Index fiel in lokaler Währung um 3,9 Prozent. Belastend wirkte vor allem die Börse in Brasilien, hier stürzte der Leitindex Bovespa um 10,1 Prozent ab. Auch an den asiatischen Börsen konnten keine Fortschritte erzielt werden, der MSCI Far East ex Japan Index gab in lokaler Währung 0,3 Prozent ab.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Wahl in Großbritannien bleibt schwer zu prognostizieren: Europäische Staatsanleihen von Emittenten außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes tendierten im Mai in der Summe überwiegend seitwärts. Dies lag vor allem daran, dass es auch bei den oft tonangebenden Märkten in Deutschland und den USA kaum nennenswerte Impulse gab. Einzige Auffälligkeit: Länder mit einer etwas schlechteren Bonität verloren leicht, während zahlungskräftige Schuldner gefragt waren. Das war besonders in der ersten Monatshälfte durch schwächere Aktiennotierungen und einer damit einhergehenden Risikoaversion der Marktteilnehmer begründet. Später relativierte sich die Entwicklung wieder. Letztlich stiegen dennoch in Tschechien und Ungarn die Renditen leicht an. Polnische und russische Papiere tendierten seitwärts. Russland profitierte dabei von einem weiter gestiegenen Ölpreis. Der positive Effekt war jedoch weniger stark, da Erdgas parallel dazu an Wert verlor.

Kursgewinne verbuchten Schuldverschreibungen aus Norwegen, Schweden und der Schweiz. Die größten Zuwächse erzielten allerdings britische Gilts. Das marktbestimmende Thema blieb auch im Mai die Ende Juni bevorstehende Abstimmung über einen möglichen EU-Austritt. Anfang des Monats wurden Zahlen veröffentlicht, wonach die Gruppe der Gegner (Bremain) einen kleinen Vorsprung vor den Befürwortern (Brexit) herausarbeiten konnte. Zum Monatsende hin änderte sich die Situation wieder und britische Staatsanleihen mussten einen Teil der Gewinne wieder abgeben. Am Ende wurde klar, dass es eine sehr enge Wahl werden dürfte, deren Ausgang schwer zu prognostizieren ist. Rational betrachtet wäre ein Austritt ausgesprochen unvernünftig. Die Debatte wird aber längst sehr emotional geführt. Es ist damit zu rechnen, dass die Volatilität ansteigt, je näher der Termin rückt.

Euro-Outs

Neue Hilfen für Griechenland: Europäische Staatsanleihen zeigten sich im Mai von ihrer freundlichen Seite. In der ersten Monatshälfte waren vor allem die als sicher geltenden Papiere aus Frankreich, Deutschland und den Niederlanden gefragt. Schwache Aktiennotierungen, bedingt durch eher enttäuschende Unternehmenszahlen, erhöhten die Risikoaversion der Marktteilnehmer und sorgten für eine höhere Nachfrage nach dem "sicheren Hafen". Anleihen aus den Peripherieländern litten zudem unter der fortgesetzten Emissionstätigkeit, insbesondere am ultralangen Ende der Zinsstrukturkurve. Wie schon im April wurden Schuldverschreibungen mit bis zu 50 oder gar 100 Jahren Laufzeit begeben. Zur Monatsmitte hellte sich die Stimmung allerdings wieder auf. In diesem Zusammenhang kamen die Renditen in Spanien und Italien wieder zurück und unterschritten die Marke von 1,5 Prozent.

Zwischenzeitlich standen auch Papiere aus Griechenland im Mittelpunkt. Das Parlament in Athen musste erneut über Sparmaßnahmen abstimmen, um damit weitere Hilfszahlungen auf den Weg zu bringen. Die Unsicherheit darüber hatte besonders die Renditen kurzlaufender griechischer Anleihen stark steigen lassen. So lag die Rendite zweijähriger Papiere im April oberhalb von zehn Prozent. Nachdem die notwendigen Reformen verabschiedet wurden, gab die Eurogruppe grünes Licht für die Freigabe einer Tranche in Höhe von rund zehn Milliarden Euro. Davon sollen 7,5 Milliarden Euro bereits im Juni überwiesen werden. Weitere Zahlungen erfolgen im Sommer. Zudem wurden mit den Griechen einige kurzfristige Schuldenerleichterungen vereinbart. Ein Schuldenschnitt wurde hingegen ausgeschlossen. Wichtig ist auch, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) weiter an Bord bleiben wird. Griechische Staatsanleihen reagierten mit kräftigen Kursgewinnen. Zum Monatsende näherte sich die Rendite zweijähriger Papiere der Marke von sechs Prozent. Die Europäische Zentralbank tagte aufgrund ihres sechswöchigen Rhythmus im Mai nicht und setzte auch sonst keine Impulse. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index gewannen Euro-Staatsanleihen im Mai 1,0 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 3,3 Prozent.

USA

US-Notenbank stimmt Märkte auf den nächsten Zinsschritt ein: Im Mai setzte sich am US-Rentenmarkt zunächst der recht emotionslose Seitwärtshandel aus dem Vormonat fort, da es weiterhin an Impulsen mangelte. Das änderte sich zur Monatsmitte allerdings schlagartig, als die US-Notenbank das Protokoll ihrer letzten Sitzung veröffentlichte. Nun muss man wissen, dass es sich hierbei nur bedingt um ein tatsächliches Protokoll handelt. Es ist vielmehr eine schriftliche Stellungnahme, in die auch noch Wirtschaftsdaten einfließen, die erst danach präsentiert wurden. So lässt sich auch erklären, warum die Quintessenz mitunter eine andere sein kann als noch unmittelbar nach dem letzten Treffen. Diesmal war dem Protokoll überraschend eine hohe Wahrscheinlichkeit auf einen baldigen zweiten Zinsschritt zu entnehmen. Auch die dann folgenden Äußerungen einiger Notenbankmitglieder deuten in diese Richtung. In jedem Fall aber näherten sich die zuvor sehr unterschiedlichen Meinungen der jeweiligen Gouverneure einander an.

Auf das lange Ende der Zinsstrukturkurve hatte dies kaum Einfluss. Am kurzen Ende hingegen schon. Dort begannen Marktteilnehmer einen möglichen Zinsschritt einzupreisen, was zu steigenden Renditen führte. Die gesamte Zinskurve wurde somit flacher. Die nächste Sitzung der US-Notenbank ist für den 15. Juni anberaumt. Für eine Erhöhung zu diesem Termin spricht, dass im Anschluss eine große Pressenkonferenz stattfinden wird, ganz anders als im Juli. Das aber nur eine Woche später folgende "Brexit"-Referendum, bei dem Großbritannien über seine weitere Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) abstimmen wird, lässt einige Marktteilnehmer skeptisch werden. Die Erwartung ist in jedem Fall, dass ein zweiter Zinsschritt, egal ob nun Juni oder Juli, unmittelbar bevorsteht. Weitere Schritte werden hingegen immer unwahrscheinlicher, weil dann der US-Wahlkampf in seine entscheidende Phase gehen wird. Ende Mai rentierten zehnjährige Staatsanleihen bei etwas mehr als 1,8 Prozent. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index ergab sich keine Veränderung zum Vormonat. Das Plus seit Jahresbeginn beträgt somit unverändert 3,3 Prozent.

Weltweit

US-Notenbank vor nächstem Zinsschritt: Europäische Staatsanleihen zeigten sich im Mai von ihrer freundlichen Seite. In der ersten Monatshälfte waren vor allem die als sicher geltenden Papiere aus Frankreich, Deutschland und den Niederlanden gefragt. Schwache Aktiennotierungen erhöhten die Risikoaversion der Marktteilnehmer und sorgten für eine höhere Nachfrage nach dem "sicheren Hafen". Anleihen aus den Peripherieländern litten unter der fortgesetzten Emissionstätigkeit. Zur Monatsmitte hellte sich die Stimmung allerdings wieder auf. In diesem Zusammenhang kamen die Renditen in Spanien und Italien wieder zurück und unterschritten die Marke von 1,5 Prozent. Zwischenzeitlich standen auch Papiere aus Griechenland im Mittelpunkt. Das Parlament in Athen musste erneut über Sparmaßnahmen abstimmen, um damit weitere Hilfszahlungen auf den Weg zu bringen. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign Index gewannen Euro-Staatsanleihen im Mai 1,0 Prozent an Wert.

Im Mai setzte sich am US-Rentenmarkt zunächst der recht emotionslose Seitwärtshandel aus dem Vormonat fort, da es an Impulsen mangelte. Das änderte sich zur Monatsmitte allerdings schlagartig, als die US-Notenbank das Protokoll ihrer letzten Sitzung veröffentlichte. Aus diesem konnten Hinweise auf einen baldigen zweiten Zinsschritt entnommen werden. Auch die dann folgenden Äußerungen einiger Notenbankmitglieder deuten in diese Richtung. Am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve begannen Marktteilnehmer einen möglichen Zinsschritt einzupreisen, was dort zu steigenden Renditen führte. Die nächste Sitzung der US-Notenbank ist für den 15. Juni anberaumt. Das aber nur eine Woche später folgende "Brexit"-Referendum, bei dem Großbritannien über seine weitere Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) abstimmen wird, lässt einige Marktteilnehmer skeptisch werden. Die Erwartung ist in jedem Fall, dass ein zweiter Zinsschritt, egal ob nun Juni oder Juli, unmittelbar bevorsteht.

Unternehmensanleihen legten 0,3 Prozent zu, litten zwischenzeitlich aber unter einer Flut an Neuemissionen. EM-Anleihen litten leicht unter den Plänen der US-Notenbank und verloren 0,2 Prozent an Wert.

Unternehmensanleihen

Starke Neuemissionstätigkeit hält unvermindert an: Nach einem eher verhaltenen Start in den Mai tendierte der Markt für europäische Unternehmensanleihen mit Ratingstatus Investment Grade zum Monatsende hin wieder etwas freundlicher. Die verbesserte Marktstimmung war in erster Linie auf den bevorstehenden Start des EZB-Ankaufprogramms für Unternehmensanleihen (Corporate Sector Purchase Programm, CSPP) zurückzuführen. Auf Indexebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) gewann der Gesamtmarkt im Berichtsmonat 0,3 Prozent hinzu. Die Risikoprämien weiteten sich hingegen geringfügig von 89 auf 93 Basispunkte aus. Die einzelnen Subindizes entwickelten sich weitgehend im Rahmen des Gesamtmarktes, lediglich Nachranganleihen aus dem Industriesektor (BofA Merrill Lynch Non Financial Sub. /ENSU) fielen etwas aus dem Rahmen und verloren 0,5 Prozent.

Die Neuemissionswelle am Primärmarkt setzte sich auch im Mai unvermindert fort. Mit Blick auf den bevorstehenden Markteintritt der EZB wurden wieder zahlreiche Papiere platziert. Neuemissionsprämien wurden zumeist kaum geboten, erst zum Monatsende hin besserten sich die Prämien. Die weitere Entwicklung im folgenden Sekundärmarkthandel verlief bei den meisten Titeln dann verhalten. Zeitweise wurde der Markt von Mutmaßungen beflügelt, dass die EZB - unter Einbeziehung des Primärmarktes - monatlich Papiere im Gegenwert von fünf bis zehn Milliarden Euro ankaufen könnte. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die Zentralbank sich erst einmal vorsichtig in den Markt hineintasten wird und so zunächst einmal mit kleineren Volumina zu rechnen ist.

Auf Einzeltitelebene stach der Chemiekonzern Bayer heraus. Die Leverkusener hatten kürzlich ein Übernahmeangebot in Höhe von 62 Milliarden US-Dollar für den US-amerikanischen Saatgutproduzenten Monsanto abgegeben. Neben einer Kapitalerhöhung soll die Übernahme größtenteils fremdfinanziert werden. Dies brachte vor allem Nachranganleihen des Bayer-Konzerns unter Druck, die teils bis zu sechs Preispunkte verloren. Nicht zuletzt die Geldpolitik der EZB und das hieraus resultierende Niedrigzinsumfeld machen die Finanzierung von Firmenübernahmen in dieser Größenordnung interessant.

Emerging Markets

Schwellenländer-Rentenmärkte treten auf der Stelle: Die Rentenmärkte der Schwellenländer legten im Mai nach einer starken Entwicklung in den Vormonaten eine Verschnaufpause ein. Trotz eines erneut festeren Ölpreises zeigten die Emerging Markets (EM) dabei keine klare Tendenz. Einzelne Länder, die sich seit Jahresanfang besonders gut entwickelt hatten, verzeichneten leichte Rücksetzer. Die nach Kommentaren verschiedener US-Notenbanker gestiegenen Erwartungen an eine baldige zweite Zinserhöhung der Fed hatten keine nachhaltigen Auswirkungen. Zwar verzeichneten weltweit in EM-Anleihen investierende Fonds im Mai insgesamt Zuflüsse von rund 1,1 Milliarden US-Dollar, die Dynamik nahm aber ab. In der letzten Mai-Woche wurden erstmals seit drei Monaten wieder Netto-Abflüsse verbucht. Ein Grund, weshalb sich Neuemissionen teilweise schwächer entwickelten. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) liefen die EM-Rentenmärkte seitwärts (-0,2 Prozent). Auch die Risikoprämien (Spreads) traten bei einer minimalen Ausweitung um acht auf 397 Basispunkte auf der Stelle.

Der brasilianische Senat stimmte erwartungsgemäß für eine Suspendierung von Präsidentin Dilma Rousseff. Sie muss ihr Amt nun 180 Tage ruhen lassen, ehe über eine endgültige Absetzung entschieden wird. Das neue Kabinett von Vize-Präsident Michel Temer, der zunächst übergangsweise die Regierungsgeschäfte übernimmt, ist derweil vom Kapitalmarkt wohlwollend aufgenommen worden. Auch die Besetzung des Chefpostens der Notenbank mit dem ehemaligen IWF-Banker Ilan Goldfajn wurde als positives Zeichen gewertet.

Die großen Rating-Agenturen wurden vor allem mit Blick auf einzelne ölexportierende Staaten wieder vorsichtiger: Bahrain und Oman wurden bei Moody's um eine Note herabgestuft. Fitch nahm außerdem die Kreditwürdigkeit Brasiliens von BB+ auf BB zurück. Ungarn wurde hingegen von BB+ auf BBB- heraufgestuft. Argentinien erhielt von S&P und Fitch die verbesserte Einordnung B- bzw. B. Schließlich passten verschiedene Notenbanken ihre Geldpolitik an. In Kolumbien kam es zu einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. In der Türkei (-50 Basispunkte) und in Ungarn (-15 Basispunkte) wurden die Leitzinsen dagegen gesenkt.

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