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Aktien BREXIT und seine Folgen für Anleger

Gastautor: Frank Fischer
27.06.2016, 07:29  |  6226   |   |   

In ganz Europa machen sich seit Jahren ausländerfeindliche und nationalistische Tendenzen breit, sei es in Finnland, Frankreich, Österreich und nun eben auch in Großbritannien. Die seit Jahren verschobenen Probleme aus der Schuldenkrise und die laufende Flüchtlingskrise lassen sich prima von rechtspopulistischen Parteien und Medien ausschlachten. Der nach Frankreich und Deutschland drittgrößte Nettozahler will seine Gelder nun selbst sinnvoller verteilen. Ob die wirtschaftlich schwachen Regionen Englands wirklich von der Ausweisung der ehrgeizigen osteuropäischen Migranten profitieren bleibt abzuwarten. Aus diesen Regionen kommt die Vielzahl der Pro-Brexit-Wähler, die vorwiegend aus älteren Jahrgängen stammen und wenig gebildet sind. Sie leben in eher ländlichen Regionen. Die eher besser ausgebildete Stadtbevölkerung und die jungen Wähler haben klar Pro-Europa gestimmt.

So hat sich nun der britische Wähler mit einer hohen Wahlbeteiligung entschieden – es soll nicht Europa sein! Der britische Premier Cameron hat über Jahre darauf hingearbeitet und muss nun die Konsequenzen mit seinem Rücktritt tragen. Wir erwarten, dass die Märkte aufgrund der zu erwartenden mittelfristigen politischen Unsicherheit über den Bestand der Europäischen Union in den Risk-off-Modus treten. Das Euro-Breakup-Risiko ist stark gestiegen. Daher lauern populistische Ansteckungsgefahren in den Austeritätsverweigerungs-Ländern wie Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. Auch für die soliden Länder wie Dänemark, Deutschland, Finnland, die Niederlande und Österreich könnte damit der Bogen überspannt sein. Es drohen „Czechout“, „Departugal“, „Finish“, „Fraxit“, „Grexit“, und „Italeave“. Nur Deutschland macht den „Germaining“. Kurzfristig ist der Verlierer neben der gesamten EU auch der Anleger, egal auf welcher Seite des Kanals er sitzt.

Was bedeutet das für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und den PRIMA – Globale Werte?

Im Vorfeld des Brexit waren wir vorsichtig mit nur ca. 5 Prozent vs. ca. 30 Prozent Benchmark-Gewichtung von englischen Aktien. Wir haben allerdings nicht mit einem Brexit gerechnet und hatten eine um Sondersituationen wie Stada und John Menzies bereinigte Aktienquote von ca. 70 Prozent. Cash is King und schafft Spielraum für Käufe in Europa-Schnäppchen. Daher haben wir noch am 24. Juni unsere Aktienquote um über 10 Prozent reduziert. Dies erfolgte durch den Verkauf von US-Qualitätstiteln wie Berkshire, Microsoft, Oracle und Alphabet, die aufgrund der starken US-Dollar-Entwicklung in Euro gesehen nicht gelitten haben. Somit liegt die um Sondersituation bereinigte Aktienquote bei 60 Prozent.

Gibt es jetzt schon Schnäppchen?

Wir hatten und haben keine einzige Bankaktie in den Mandaten. Es fragt sich aber, ob Bankaktien eine Chance darstellen nach den Kurs-Rückgängen von teilweise über 20 Prozent wie z.B. bei Banco Santander, Barclays oder Unicredit. Die Stimmung gegen die Banken kann die Aktionäre aber auch zu Opfern machen – das ist uns zu heiß. Exportstarke englische Mittelstandsfirmen und günstige, eigentümergeführte Aktien aus Europa mit strukturellem Wettbewerbsvorteil sind uns da lieber. Wir warten mit Geduld auf neue Kaufgelegenheiten. Denn trotz Brexit wird die Insel nicht untergehen und auch in dieser neuen Konstellation gibt es neue Profiteure, wie z.B. den Finanzplatz Frankfurt und seinen Immobilienmarkt. Die europäische Bankenaufsicht hat in London nun nichts mehr verloren.

Der Brexit kann als eine Art Schlag auf den Hinterkopf oder Sollbruchstelle gesehen werden. Nun ist es an den Politikern in Brüssel aufzuwachen und nachzuholen, was sie über Jahre versäumt haben. England hat seinen IQ-Test nicht bestanden, Spanien bleibt im lähmenden Schwebezustand, denn auch nach den Wahlen vom Wochenende zeichnen sich keine klaren Machtverhältnisse ab. Und im Herbst folgen dann die USA.

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Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG und in dieser Funktion verantwortlich für den „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“, schreibt regelmäßig über die internationalen Aktienmärkte. Als überzeugter Value-Investor hat Fischer langjährige Expertise in allen Fragen rund um Fonds, Börse, aber auch das Stiftungswesen. In seinen regelmäßigen Marktkommentaren legt er besonderes Augenmerk auf Behavioral Finance, sowie Investments in Small- und Midcap-Werte.

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