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Marktkommentar: HRK Marktkommentar Juni 2016
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Marktkommentar HRK Marktkommentar Juni 2016

Nachrichtenquelle: Asset Standard
18.07.2016, 10:42  |  498   |   |   

Die Briten haben sich am 23. Juni mehrheitlich dafür entschieden, die Europäische Union zu verlassen. Da die Kapitalmarktteilnehmer aufgrund von Umfragen und Wettquoten mit einem Verbleib gerechnet hatten, fiel die Reaktion heftig aus: Die Aktienmärkte wie auch das britische Pfund brachen ein; sichere Häfen wie deutsche und amerikanische Bundesanleihen sowie Gold waren stark gesucht. Leider dürfte die in vielen Industrieländern zunehmende Unzufriedenheit mit dem Establishment bei gleichzeitigem Aufstieg der Populisten, wie es im Brexit zum Ausdruck kam, kein Einzelfall bleiben. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass sich diese Entwicklungen in den nächsten Jahren fortsetzen und die Kapitalmärkte in zunehmendem Maße beeinflussen wird.

Insbesondere im Euroraum sind viele Menschen als Verlierer zurückgeblieben: In Südeuropa herrscht stellenweise Massenarbeitslosigkeit, die Volkswirtschaften stagnieren. Die Euro-Schuldenpyramide wird von der Europäischen Zentralbank "stabilisiert", indem diese schwache Schuldner mit der Notenpresse finanziert und die Zinsen vielerorts unter die Nulllinie drückt. Einen derartigen Zustand kann man als faktische Transferunion bezeichnen, auch wenn ihr der juristische Rahmen fehlt. Die große Gefahr in diesem Prozess besteht darin, dass sich das internationale Kapital wegen der schwer kalkulierbaren politischen Unwägbarkeiten aus dem Euroraum zurückzieht.

Anleihenmärkte: Weiter abwärts mit den Renditen

Unsere Erwartungen für die weltweiten Anleihemärkte haben sich nicht verändert. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank in diesem Jahr sollte nach den jüngsten Ereignissen nun endgültig vom Tisch sein. Gleichzeitig sollten US-Staatsanleihen als "sicherer Hafen" weiter gefragt bleiben, was deren Renditen drücken wird. In Europa wird das Umfeld an den Finanzmärkten von hoher Unsicherheit geprägt bleiben, sodass auch deutsche Bundesanleihen weiter stark nachgefragt werden - deren Renditen könnten damit weitere (Negativ-)Tiefpunkte vor sich haben. Wir rechnen mit verstärkt expansiven Maßnahmen seitens der Notenbanken in den kommenden Monaten; zu groß dürfte ihnen das Risiko erscheinen, dass aus der politischen Krise eine ökonomische wird. Die Bank of England hat schon Maßnahmen angekündigt; auch die Schweizer Notenbank kämpft bereits wieder gegen einen zu starken Franken. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Europäische Zentralbank alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen wird, um die südeuropäischen Anleihemärkte zu stützen.

Aktienmärkte: Britische Unternehmen profitieren

Die internationalen Aktienmärkte standen nach dem Referendum kurzfristig unter Schock. Britische Aktien verloren aber weit weniger als ihre Pendants auf dem europäischen Festland - aus gutem Grund: Ein schwaches Pfund stützt mittelfristig die britische Volkswirtschaft, zumal die Unternehmen im FTSE 100-Index etwa 70 Prozent der Gewinne im Ausland erwirtschaften. Britische Aktien mit hohem Exportanteil sind daher in den kommenden Monaten zu bevorzugen. Der Mix aus fehlender Fantasie beim Gewinnwachstum, Unruhe durch die EU-Politik, potenziellen Gewinnwarnungen und möglichen geopolitischen Belastungen verheißt nach unserer Einschätzung ein sehr schwankungsintensives zweites Halbjahr an den Aktienmärkten.

Gold: Deutlicher Anstieg dank der Krise

An den Rohstoffmärkten standen die Edelmetalle klar im Mittelpunkt. Es zeigte sich erneut, dass Gold und Silber nicht nur als Schutz vor Inflation, sondern auch als Schutz vor Zahlungsausfällen dienen und keinem Kreditausfallrisiko unterliegen. Zudem muss der Wirtschaftsaufschwung weltweit durch eine Ausweitung des Kreditangebots und künstlich niedrige Zinsen angetrieben werden. Beides stützte im Juni den Goldpreis - in US-Dollar stieg er um 8,6 Prozent, in Euro um 8,9 Prozent. Wie fragil sich das internationale Finanzsystem derzeit präsentiert, lässt sich an der Situation der Banken beobachten: Sollten die herben Kursverluste in diesem Sektor die Lage im Kreditwesen annähernd treffen, drohen harte Zeiten.

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