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DAX-Chartanalyse: DAX spielt "Bäumchen wechsle Dich"

DAX-Chartanalyse DAX spielt "Bäumchen wechsle Dich"

Gastautor: Andreas Mueller
24.07.2016, 11:32  |  5325   |   |   

Spielt der DAX mit uns? Oder wollte er nur die Reaktionsfreudigkeit von Tradern testen? Antworten auf diese Frage und was genau hinter diesem "Spiel" steckt, werden in dieser Wochenanalyse auf Basis der Charttechnik von Andreas Mueller (Bernecker1977) gegeben.

Wer kennt es noch, dieses alte Kinderspiel "Bäumchen wechsle Dich"? So kam mir die Handelswoche im Deutschen Aktienindex vor. Nur bildeten sich keine neuen Kreise, sondern neue Bezeichnungen für alte Kursbereiche. Ein Wechsel von Widerstand zu Unterstützung fand statt. Doch der Reihe nach...

 

Rückblick zur Wochenanalyse

 

In der Vorwoche manifestierten wir uns nach zwei zaghaften Anläufen dann doch noch über der Marke von 10.000 Punkten. Als Wochenhochs wurde die Marke von 10.100 etabliert, welche ich in der Vorwochenanalyse dann auch einzeichnete. Das Chartbild dient hier als Erinnerung und Grundlage für die weitere Analyse:

 

Komplett nachzulesen unter diesem Link:

DAX-Chartanalyse der Vorwoche

Als Fazit schrieb ich dort folgendes:

Einen Ausbruch über/unter diese Marken würde ich dann in der kommenden Handelswoche prozyklisch handeln. Unter 9.970 somit short mit Ziel 9.900 (letztes Verlaufstief) und über 10.105 long 

 

Entwicklung der letzten Handelstage

 

Nach den Unruhen in der Türkei rechneten einige Marktteilnehmer mit weiterer Unsicherheit und fallenden Kursen zum Wochenstart. Doch genau das Gegenteil trat erst einmal ein. Der DAX setzte zum Sprung über die markierten Wochenhochs an und konnte sie dynamisch brechen. Von Nachhaltigkeit war jedoch keine Rede, denn dieser Sprung wurde wenige Minuten später komplett abverkauft. Im Stundenchart entstand ein Docht oder Shooting Star oder wie auch immer man dies (je nach Zeiteinheit) dann umschreiben mag. Im anschliessenden Konsolidierungsprozess erreichte der DAX sogar noch einmal fast die 10.000, bevor er noch einmal zur 10.100 strebte. Diesmal reichte die Kraft nicht aus und bestätigte den Widerstand.

Den Ausbruch vom Montag muss man somit als Fehlsignal werten. Auch dies kann beim Trading nach Charttechnik immer wieder passieren und ist kein Beinbruch oder eine Absage an diese Analysemethode. Vielmehr ist der Trader mit einem konsequenten Risikomanagement angehalten, nicht jedes Signal als 100%-Treffer zu werten. Wer bei 10.105 am Trigger somit long gegangen ist, hatte bis zum Hochpunkt bei 10.165 Punkten genug Gelegenheit, seinen Stopp im Gewinn nachzuziehen oder per Zielverkauf im Ausbruch bereits einige Punkte zu realiseren. Dazu kann ich bei Bedarf gerne eine gesonderte Nachricht verfassen.

Als der nächste Anlauf am selbigen Abend erneut an der Marke von 10.100 scheiterte, konnte man den Widerstand sehr gut auf der Shortseite handeln. Die Marktteilnehmer entschieden sich sogar am Folgetag (vermutlich in einer "Frustaktion"?) weitere Verkäufe zu tätigen und lösten damit den Trigger auf der Unterseite aus. Auch dieser löste dann keine langfristige Bewegung aus und drehte wenige Stunden später. "Genug mit der Konsolidierung" dachten sich schließlich die Akteure und schafften am Mittwoch dann den Sprung über die 10.100er-Marke und damit über den Widerstand. Er sollte nun das neue Terrain für den weiteren Verlauf sein.

Den Chartverlauf der Vorwoche inklusive der eingezeichneten Elemente nutze ich hierbei als Grundlage für die weitere Analyse und zeichne gleich den Stimmungsumschwung auf der Unterseite zur Wochenmitte ein:

 

Nebenbemerkung: Es gab in dieser Zeit keine nennenswerten Impulse aus den USA (auch wenn dort die Quartalssaison auf Hochtouren läuft) oder aus dem Währungsraum und damit vom EUR/USD. Starke Bewegungen, wie sonst in einer EZB-Notenbanksitzungswoche gewohnt, blieben weitestgehend aus.

 

Was hat dies mit "Bäumchen wechsle Dich" zu tun?

 

Kommen wir an dieser Stelle auf die ungewöhnliche Überschrift zurück. Wie im gezeigten Chartbild schon vermutet werden kann, ist die rot eingezeichnete horizontale Linie (ehemaliger Widerstand) nun keiner mehr. Es kam zu einer neuen Bezeichnung des alten Kursbereichs. Zur Verdeutlichung grenze ich den Wochenübergang einmal optisch ab und beschrifte es auch entsprechend:

 

Zu erkennen war dies mit Überschreitung des Widerstandes und Etablierung von mehreren Stundenkerzen. Denn dadurch kann ein erneuter Fehlausbruch (wie am Montag geschehen) eleminiert werden. In der Diskussion "Tages-Trading-Chancen" vermerkte ich dies zeitnah, wie auch auf meinem Facebook-Kanal. Dazu der Link mit dem Bild noch einmal aus der Community: Widerstand im DAX wird zur Unterstützung

 

Ableitungen für die kommende Handelswoche

 

Was stellen wir nun mit dieser Erkenntnis an?

Zunächst haben wir vielleicht etwas gelernt oder zumindest in Erinnerung gerufen :-) und dann ist der Trigger zwar gleich/ähnlich geblieben, aber die Richtung der Order damit verändert. Denn bei Bruch dieser Unterstützung ist mit erneuten Abgaben zu rechnen. Hier ist eine Bestätigung immer von Vorteil, wer längerfristig als im Zeitraum von wenigen Minuten am Markt aktiv ist. Aus diesem Grund verwende ich hier den Stundenchart. Ein seichter kleiner Aufwärtstrend, ausgehend von den Wochentiefs, trifft hier übrigens ebenfalls auf diesen Bereich um 10.100 auf.

Das positive Szenario und damit weiter steigende Kurse mit Kursziel "Vor-Brexit-Abend" tritt spätestens ab Bruch der Wochenhochs auf den Plan. Hier gehe ich sogar noch einen Schritt weiter und zeichne einen ebenfalls seichten Trend ein. Er verbindet die Wochenhochs und wäre um 10.180 getriggert. Somit kommt man (je nach Dynamik des Marktes und dem eigenen Risikoprofil) bereits vor einer weiteren dynamischen Bewegung in den Markt.

Dies besprechen wir aber alle gerne dann zeitnah in den Tages-Trading-Chancen (Direktlink zur aktuellen Diskussion ->).

 

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Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und viel Erfolg im Eigenhandel wünscht Andreas Mueller (Bernecker1977)

Wertpapier: DAX, EUR/USD


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Hinter Bernecker1977 steht der Trader, Referent und Coach Andreas Mueller. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen auf wallstreet-online bereits seit dem Jahr 2005 in den "Tages-Trading-Chancen" ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.

Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

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