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Halbleiter im Blick Wunschanalyse: NXP Semiconductors

Gastautor: Stephan Heibel
21.09.2016, 08:41  |  861   |   |   

In der Wunschanalyse entscheiden Sie als Leser selbst, welche Aktien analysiert werden.

Die Übernahme von Freescale im vergangenen Jahr hat das Unternehmen durcheinander gewürfelt, Geschäft und Bilanzkennzahlen sind von Anlegern schwer zu bewerten. Ich bringe in dieser Analyse ein wenig Ordnung ins Chaos und komme zu dem Ergebnis, dass NXP aktuell eine attraktive Spekulation darstellt, die allerdings mit einem engen Stopp Loss abgesichert werden sollte.

 

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NXP Semiconductors (WKN A1C5WJ, Marktkapitalisierung: ca. 26,4 Mrd. €)

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Chips für Autos

Vor einem Jahr hat die niederländische NXP Semiconductor die amerikanische Freescale übernommen. NXP war bis dahin auf die Nahfeldkommunikation (NFC) fokussiert und hat sich mit Hilfe von Freescale von der Nummer Zwei zur weltweiten Nummer Eins im Automobilmarkt vor Infineon aufgeschwungen.

Die Nahfeldkommunikation wird aber auch für Apple Pay genutzt, für diverse Smart-Home-Lösungen und eine Reihe weiterer Anwendungen, bei denen Geräte direkt miteinander und über kurze Distanzen kommunizieren. Es ist das „Internet der Dinge“, das NXP bearbeitet. Zudem bietet NXP noch Kommunikationssysteme an, die Informationen von passiven Chips auslesen können, wie beispielsweise mit Hilfe der RFID-Technologie bei der Rückverfolgung von Lebensmitteln eingesetzt.

Dabei werden zunehmend natürlich auch Sicherheitslösungen integriert, damit sich keine Hacker über die vormals ziemlich ungeschützten kurzen Kommunikationsverbindungen einloggen können.

Megahochzeit kostet zunächst viel Geld

15 Mrd. USD hat NXP für Freescale auf den Tisch gelegt. Im Frühjahr 2015 war NXP ohne Freescale 25 Mrd. USD wert. Ich würde nun also erwarten, dass NXP heute inklusive Freescale rund 40 Mrd. USD wert ist. Ein Blick auf die Börsenbewertung belehrt mich jedoch eines Besseren: gerade einmal 29 Mrd. USD bringt NXP heute auf die Waage. Wo sind die 11 Mrd. USD geblieben?

Nun, ganz einfach: Zunächst einmal kostet eine Übernahme viel Geld und die Integration von Freescale hat hohe Kosten verursacht, die Anleger verschreckt haben. Der Kurs ist um 20% gefallen. Zudem hat NXP eigene Aktien im Wert von über einer Milliarde Euro zurückgekauft, was die Marktkapitalisierung ebenfalls vermindert. Und zum Dritten steht der Euro heute um 7% höher als zum Zeitpunkt der Übernahme. Gemessen in US-Dollar ist der Rückgang der Marktkapitalisierung nicht so heftig wie in Euro.

Zyklisches Geschäft schwankt stark

Doch diese fusionsbedingten Probleme sollen nicht über die schwache Geschäftsentwicklung hinweg täuschen. Zum Zeitpunkt der Fusion hatten beide Unternehmen unabhängig voneinander Wachstumsaussichten von 20% p.a. für den Umsatz. Überraschend ging jedoch der Umsatz aktuell um 8% zurück. Lediglich im Bereich der Automobilchips konnte ein Wachstum ausgewiesen werden.

Insbesondere der Umsatz mit Smartphonechips, also Chips, die für Apple Pay in die iPhones gehen, fiel um 10%. Den Grund dafür kennen wir (im Heibel-Ticker PLUS habe ich ausführlich dazu Stellung genommen): Apple-Chef CEO hatte sich hinsichtlich der Nachfrage nach dem iPhone SE verschätzt und zu wenig Chips bestellt. Es handelte sich also um eine Fehlplanung seitens Apple, nicht um einen Nachfragerückgang bei den Kunden. In meinen Augen dürfte also dieser Bereich, unterstützt durch die iPhone 7 Einführung, nun wieder anziehen.

Bewertungskennziffern durcheinander

Vor dem Hintergrund so komplexer Entwicklungen ist es schwer, aussagekräftige Bewertungskennziffern zu ermitteln. So ist das KGV 2015 aufgrund der hohen Kosten für die Integration von Freescale, was den Gewinn geschmälert hat, auf 27 gesprungen. Doch schon für das laufende Jahr wird ein Gewinn in Höhe von 5,75 USD je Aktie erwartet, was ein KGV 2016e von 15 bedeuten würde. Für 2017 wird ein Gewinn von 7,37 USD/Aktie erwartet, das würde ein KGV 2017e von 11,6 nach sich ziehen.

Die hohen Kosten im Vorjahr fallen nicht mehr an, allein dadurch wird schon ein überproportionales Gewinnwachstum erzielt. Der Umsatz dürfte Analystenschätzungen zufolge in den kommenden Jahren um 5-7% wachsen, der Gewinn jedoch um 34%.

Wenn ich mir jedoch mit etwas Abstand den konsolidierten Umsatz von NXP und Freescale anschaue, der bei etwa 10 Mrd. Euro liegen wird, und eine für die Branche normale Ebit-Gewinnmarge von 15% anlege, also 1,5 Mrd. Euro EBIT, dann ergibt sich aktuell ein KGV von 17. Das ist bei langfristig profitablem Wachstum von 5-7% ein angemessenes KGV.

Kurskatalysatoren der kommenden Monate

Im laufenden Jahr wird die Eingliederung von Freescale in den NXP-konzern nicht mehr Kosten verschlingen, sondern rund 200 Mio. USD an Kosteneinsparungen durch Synergien erzeugen. Für die kommenden Jahre werden Einsparungen in Höhe von 500 Mio. USD erwartet. Das wird die positive Gewinnentwicklung unterstützen.

Großkunde Apple hat eine neue Apple Watch Series 2 auf den Markt gebracht, die in meinen Augen deutlich besser am Markt ankommen wird, als die vielkritisierte erste Generation. Jede Apple Watch hat einen NXP-Chips, um die Apple Pay Bezahlfunktion zu ermöglichen. Zudem wird mit dem iPhone 7 meines Erachtens die rückläufige Absatzentwicklung des Vorquartals gestoppt, was sich auch bei NXP positiv auswirken dürfte.

Tesla ist ein weiterer Großkunde von NXP und dort läuft so langsam die Produktion des Model 3 für den Massenmarkt an. Die Autos der Zukunft werden meiner Einschätzung nach weniger über Verbrauch und Reichweite oder Höchstgeschwindigkeit und PS gegeneinander antreten, sondern künftig über Dienste des digitalen Bordsystems von Wartung bis zum autonomen Fahren. Das ist ein Wachstumsmarkt, der noch in den Kinderschuhen steckt und für NXP positives Überraschungspotential birgt.

Charttechnik macht Mut

Zum Zeitpunkt der Übernahme von Freescale erreichte NXP sein vorläufiges Hoch bei 102 Euro. Seither ist der Kurs bis auf 57 Euro im Februar zurückgekommen, ein Minus von 44%. Bis zur Bekanntgabe des 8%igen Umsatzrückgangs im Q2 schoss die Aktie dann auf 85 Euro, um dann im Juni nochmals unter 70 Euro zu fallen. Wenn wir daraus das Ende des Abwärtstrends definieren und den neuen, noch jungen Aufwärtstrend mit einer Unterstützung der beiden Tiefs versehen, dürfte die Aktie nicht mehr unter 74 Euro fallen.

Die zweite Aufwärtsbewegung hingegen könnte die Aktie, wenn die Rallye symmetrisch zur Frühjahrsrallye verläuft, bis auf 100 Euro hieven.

Damit ergibt sich ein Kurspotential von 33% bei einem Risiko von lediglich 2,5%. Schade, dass diese charttechnische Betrachtung nicht durch eine fundamentale Unterbewertung begleitet wird.

 

Fazit

Die Chipindustrie ist stark zyklisch. Entsprechend steigen die Kurse der Aktien in guten Zeiten extrem an, fallen aber in schlechten Zeiten ebenso extrem ab. Es gibt eine Reihe von positiven Katalysatoren für NXP, die in den kommenden Monaten durchaus für eine ordentliche Rallye sorgen können. Doch in diesem volatilen Markt sind solche Unternehmen immer genau eine Meldung von der Katastrophe entfernt – beispielsweise schwächere Absatzzahlen im Automobilmarkt oder ggfls. ein zweiter Lieferant für Apple Pay Chips würden die NXP-Aktie umgehend in den Keller jagen.

Damit ist die Aktie eine attraktive Spekulation, die ich jedoch nur mit einem Stopp Loss knapp unter 74 Euro eingehen würde. 

 

Interessante Anlageideen arbeite ich in meinem Heibel-Ticker aus, schauen Sie doch mal rein. Wenn ich Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten soll, melden Sie sich doch einfach und unverbindlich für meinen kostenfreien Heibel-Ticker Börsenbrief an. 

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Stephan Heibel

Autor: Stephan Heibel, Chefredakteur & Herausgeber Heibel-Ticker.de Börsenbrief

Ersteller der Finanzanalyse

 

ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker.de Börsenbriefs, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

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Stephan Heibel legt seit 1998 seinen Schwerpunkt auf die Wissensvermittlung. Sein Motto: „Heiße Tipps“ gibt es wie Sand am Meer. Neue Trends frühzeitig zu erkennen und das eigene Portfolio rechtzeitig darauf auszurichten ist eine Kunst. Zuvor hatte er durch eine Banklehre bei der Deutschen Bank und ein VWL-Studium das notwendige Wissen erlernt, seine eigenen Aktivitäten an der Börse seit 1988 sorgen für einen reichen Erfahrungsschatz.

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