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Deutsche Bank - Planspiele Regierung plant Notfallplan für Deutsche Bank: Teilverkauf oder Teilverstaatlichung?

28.09.2016, 10:43  |  7170   |   |   

Nein! Oder doch? Allen öffentlichen Dementis zum Trotz bereiten die Bundesregierung und zuständige Finanzaufsichtsbehörden einen Rettungsplan für eine Schieflage der Deutschen Bank vor.

Wie die Wochenzeitung „Die Zeit" berichtet, arbeiten derzeit hochrangige Beamte in Berlin, Brüssel und Frankfurt an einem Konzept zur Rettung des größten deutschen Geldhauses. Es soll in Kraft treten, falls die Deutsche Bank zusätzliches Kapital benötigt, um ihre zahlreichen Rechtsstreitigkeiten beizulegen – und sich diese Mittel nicht selbst am Markt besorgen kann.
 
Diese Situation könnte eintreten, wenn sich das US-amerikanische Justizministerium im Fall um krumme Hypothekengeschäfte der Deutschen Bank unnachgiebig zeigt. Derzeit liegt eine Strafzahlung von 14 Milliarden US-Dollar im Raum.
 
Der Rettungsplan: Teilverkauf oder Teilverstaatlichung?

Welche Planspiele sind im Gespräch? Der Rettungsplan sieht vor, dass die Deutsche Bank im Fall der Fälle Teile ihres Geschäfts an andere Finanzinstitute verkauft. Die Preise würden so gesetzt, dass die Deutsche Bank dadurch entlastet würde und keine zusätzlichen Löcher in die Bilanz des Geldhauses gerissen würden, schreibt die "Zeit". Das könnte passieren, wenn die Unternehmensteile deutlich unter Wert verkauft werden müssten. Zur Not könnten die Transaktionen durch staatliche Garantien abgesichert werden.
 
Im äußersten Notfall würde sich auch der Staat direkt an der Bank beteiligen. In Teilen der Bundesregierung wird dem Bericht zufolge zwar der Einsatz des europäischen Abwicklungsmechanismus favorisiert, der für die Sanierung Not leidender Banken vorgesehen ist. Allerdings würden dann auch Gläubiger und Kunden an den Kosten beteiligt, was zu neuen Unruhen an den Finanzmärkten führen könnte. Deshalb ist auch eine Bundesbeteiligung in Höhe von 25 Prozent im Gespräch. Bislang handelt es sich allerdings nur um Planspiele. Die Regierung hofft weiterhin darauf, dass die Bank ohne Unterstützung auskommt.
 
Direkte Interventionen bei der US-amerikanischen Justiz werden in deutschen Regierungskreisen als potenziell kontraproduktiv angesehen, weil sie dazu führen könnten, dass die US-Behörden dies nicht gutheißen und ihre Linie noch verschärfen.

Vorstandsvorsitzender John Cryan sieht keinen Bedarf an Staatshilfen

In einem Interview mit der „Bild-Zeitung“ betonte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan, keinen Bedarf für eine staatliche Unterstützung seines Instituts zu haben. "Das ist für uns kein Thema." Zugleich wies er Spekulationen über angebliche Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Staatshilfen für die Deutsche Bank zurück. "Ich habe die Bundeskanzlerin zu keinem Zeitpunkt um Hilfe gebeten. Ich habe auch nichts dergleichen angedeutet.", sagte Cryan.

Und wie steht es um eine Kapitalerhöhung? Auch hier erteilte Deutsche-Bank-Chef entsprechenden Berichten eine Absage. "Die Frage einer Kapitalerhöhung stellt sich derzeit nicht", sagte Cryan. Die Bank erfülle alle aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Sie habe "weitaus weniger Risiken in den Büchern als früher" und sei "komfortabel mit freier Liquidität ausgestattet". Der Vorstandschef bezeichnete die Lage der Deutschen Bank als besser, als sie derzeit von außen wahrgenommen werde. 

Wertpapier: Deutsche Bank


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Kommentare

Teilverkauf könnte die Deutsche Bank bei etwaigem Bedarf auch selbst durchführen. Dazu bräuchte sie doch keine Bundesregierung oder so.
Natürlich würde die Dt. Bk. im Fall des Falles viele Banken und sogar ein paar US-Finanzinstitute in den Abgrund reißen. Doch so schlecht steht es wirklich nicht, aber würde sich ein bitteres Ende einmal abzeichnen, würden sogar die USA der Dt. Bk. beispringen, nicht nur weil US-Anleger in
großem Umfang in Aktien der Dt.Bk. investiert sind, sondern auch weil sie keine neue Finanzkrise
brauchen können... ;)
Warum soll der Steuerzahler ein bankrottes Unternehmen retten? Wenn Privatleute bankrott gehen, werden diese auch nicht vom Steuerzahler gerettet.

Oder ersetzt mir jemand meine Verluste aus Verlustgeschäften? NEIN.

Also ich hab kein Bock eine Bank - egal welche zu retten. Scheinbar sind wir im Kommunismus angekommen.

Warum soll der Steuerzahler unfähige Banker und Bankster, die Milliarden an Boni einkassieren zu Lasten der Sparer und Rentner und zukünftiger Generationen retten?

Sind wir im Tollhaus angekommen. Wenn die Deutsche Bank pleite geht sollte man diese abwickeln - ohne Garantien und ohne irgendwelchen Firlefanz.

Banker mit Milliarden subwentionieren, die Steuern womöglich erhöhen um korrupte Schwerverbrecher weiter walten zu lassen. Statt Rettung zu Lasten des Steuerzahlers sollte man prüfen ob die Verantwortlichen für Missstände bei der Deutschen Bank nicht vollumfänglich strafrechtlich verfolgt werden müssen.

Die Veruntreuungspraktiken und Manipulationen der Märkte sind sprichwörtliche Kapitalverbrechen - und bleiben bis heute ungesühnt. In den USA würde man solchen Managern lebenslänglich hinter schwedischen Gardinen verpassen. Und in D? Da gibt es auch noch Boni, Sonderzahlungen, Renten, Pensionen, die der Steuerzahler finanzieren soll....

Vollkommen inakzeptabel, es sei denn der Staat ersetzt private Verlauste genauso unbürokratisch und voll umfänglich wie bei den Bankstern.

Die Sparer kann man auch durch ein Trennbankensystem schützen und die Deutsche Bank dann abwickeln Das scheint aber den mit Millionen gehältern ausstaffierten und unfähigen Vorständen nicht zu gefallen. Denn auf Kosten der Sparer und Steuerzahler lebt es sich selbst bei marodierenden Geschäft immer noch fürstlich.

Die Kanzlerin mutiert zur Statthalterin der USA. Goldman Sachs müsste dabei selber mal mit 50 Milliarden verdonnert werden und Google?

Mir fehlen die Worte für soviel Unverfrorenheit seitens der Enteinungsparteien aus CDU, SPD und Grünen.

Wer regiert eigentlich in diesem Land...?
es geht um Diplomatie, amerikanische Firmen Apple, Facebook, Google gehen nicht gerade feinfühlig in der EU vor, drastische Strafen gab es nicht. Schrottpapiere wurden von Goldmann & Co. in MRD Höhe
an Landesbanken und Kommunen verscheuert, ebenfalls ohne Konsequenzen. Dt. Unternehmen müssen in den USA tätig sein dürfen ohne dassofortdie Existensauf dem Spiel steht.

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