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Globale Vermögensverteilung – auf der Suche nach der Mitte

Gastautor: Daniel Saurenz
29.09.2016, 09:00  |  473   |   |   

Börse_Bulle_Bär_4Die Allianz hat die siebte Ausgabe ihres „Global Wealth Reports“ vorgestellt, der die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert. Danach scheinen die „fetten“ Jahre im Vermögenswachstum erst einmal der Vergangenheit anzugehören: 2015 erzielte das globale Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte mit 4,9% eine Zuwachsrate, die nur noch knapp über der Wachstumsrate der allgemeinen Wirtschaftstätigkeit lag. Im zweiten Teil unseres Beitrags gehen wir weiter auf den Allianz-Report ein…

Hier gehts zum ersten Teil der Analyse…

Die Analyse der Vermögensverteilung zeigt ein heterogenes Bild. Die Wachstumsstory der Schwellenländer lässt dort immer mehr Menschen am allgemeinen Wohlstand teilhaben und eine neue globale Mittelklasse bilden. Parallel dazu ist die Armut in den vergangenen Dekaden weltweit deutlich zurückgegangen. Zwar gehört die überwiegende Mehrheit der fünf Milliarden Menschen in den von der Allianz untersuchten Ländern immer noch der globalen Vermögensunterklasse an. Statt 80% (2000) zählen aber heute  69% der Gesamtbevölkerung dazu.

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In den zurückliegenden Jahren ist immer mehr Menschen der Aufstieg in die Mittelklasse gelungen, insgesamt nahezu 600 Millionen. Die Zahl der Personen hat sich damit auf über eine Milliarde Menschen mehr als verdoppelt; der Anteil der Mittelklasse an der Gesamtbevölkerung kletterte von 10% auf rund 20%. Auch ihr Anteil am Weltvermögen hat sich gegenüber dem Beginn des Jahrtausends beinahe verdreifacht und erreichte Ende 2015 gut 18%. Die globale Mittelklasse wird also nicht nur immer größer, sondern auch immer reicher.

wealthreportGleichzeitig ist in den letzten Jahren auch die globale Vermögensoberklasse gewachsen, obwohl in den alten Industrieländern heute weniger Haushalte dazu gehören. Ende 2015 waren es weltweit etwa 540 Millionen Personen, gut 100 Millionen oder 25% mehr als noch im Jahr 2000. Sie ist deutlich heterogener als früher, als zu ihr nahezu ausschließlich Westeuropäer, Amerikaner und Japaner zählten: Der Anteil aus diesen Regionen/Ländern ist von über 90% auf 66% gefallen. Allerdings ging auch der Anteil der Oberklasse am globalen Geldvermögen zurück.

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Diese Entwicklung spiegelt, zumindest auf globaler Ebene, eine breitere Vermögensverteilung wider. „Das Entstehen einer echten globalen Mittelklasse in so kurzer Zeit ist eine der wichtigsten Entwicklungen für die Weltwirtschaft. Bisher wird dieser Prozess allerdings hauptsächlich von China getragen. Wenn es in Zukunft mehr bevölkerungsreichen Ländern wie Indien gelänge, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, kann sich diese Erfolgsgeschichte auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen“, kommentierte Heise.

In vielen Industrieländern verliert aber die Mittelklasse

Börse_USA_SymbolIn der nationalen Perspektive zeigt sich ein anderes Bild, vor allem in den Industrieländern. Zur Analyse der nationalen Vermögensverteilung hat die Allianz in diesem Jahr dazu den Anteil der Mittelklasse am Gesamtvermögen im Zeitverlauf untersucht. Ein einheitliches Muster ist dabei nicht zu erkennen. In etwa einem Drittel der untersuchten Länder verliert die Mittelklasse. Es lässt sich ein Prozess der schleichenden Auszehrung der Mitte beobachten, die immer weniger am Gesamtvermögen partizipiert. Dies trifft vor allem auf Eurokrisenländer (Italien, Irland, Griechenland) und alte Industrieländer (USA, Japan, Großbritannien) zu.

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In etwa der Hälfte der untersuchten Länder ist dagegen ein Anstieg des Vermögensanteils der Mittelklasse festzustellen. Die Mitte gewinnt und gleichzeitig sinkt die Vermögenskonzentration in der Spitze, die Vermögensverteilung wird gleicher. Vor allem in Schwellenländern wie der Türkei, Thailand oder Brasilien geht dies auch mit einem zahlenmäßigen Anstieg der Mittelklasse einher – durch Aufstieg aus der Vermögensunterklasse. In etwa einem Fünftel der Länder schließlich hat sich der Status der Mittelklasse über die letzten Jahre kaum verändert – dazu zählt auch Deutschland, das in Verteilungsfragen eine beachtliche Stabilität aufweist. Unterm Strich bleibt also ein gemischtes Fazit: Von einer allgemeinen Erosion, vom Abstieg der Mittelklasse als weltweitem Phänomen, kann keine Rede sein – wohl aber in vielen Industrieländern.

Spitze der Verteilungspyramide entfernt sich immer weiter vom Durchschnitt

EZB_Geldscheine2Aber auch dort, wo die Mittelklasse nicht verliert, ist die Verteilungsfrage nicht immer klar zu beantworten, wie die Beispiele Schweiz, Frankreich oder auch der Euroraum als Ganzes zeigen. Von den drei Vermögensklassen konnte hier nur eine Klasse zulegen, die Mittelklasse. Die Oberklasse schrumpfte insgesamt, sowohl was ihren Anteil an der Bevölkerung als auch am Netto-Geldvermögen angeht. Dies trifft aber nicht auf deren entscheidende Untergruppe zu, das reichste Bevölkerungsdezil. Dessen Anteil am Vermögen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Mehr Personen partizipieren also an einem durchschnittlichen Reichtum, aber gleichzeitig entfernt sich die Spitze der Verteilungspyramide immer weiter von diesem Durchschnitt – und wird immer dünner.

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Letztlich trifft dies auch auf die Verhältnisse im globalen Maßstab zu. „Die Verteilungsfrage ist komplizierter als es die Rede von der stetig wachsenden Ungleichheit suggerieren will“, kommentierte Heise. „Entsprechend differenziert sollte daher auch der politische Umgang mit Verteilungsfragen erfolgen. Was aber nicht ausschließt, dass es in einigen Ländern durchaus Handlungsbedarf gibt. Das Ende der Negativzinspolitik wäre sicherlich ein guter Anfang.“

Quelle: Allianz Global Wealth Report



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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