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CFDs + FX: Wie viel Hebel braucht man für beim Trading?

Gastautor: Sebastian Hell
30.09.2016, 10:49  |  806   |   |   

Liebe Leserinnen,

Liebe Leser,

aufgrund der aktuellen Diskussion um eine mögliche Intervention seitens des BaFin beim CFD- und Devisen-Trading, kommt immer mehr der Gedanke auf, dass auf jeden Fall die derzeit vorherrschenden Hebel von bis zu 400 regulatorisch reduziert werden. Dies ist bereits in Polen passiert sowie zuvor in den USA (CFDs sind hier verboten, es gibt nur FX) und in Japan. Auch Israel hat bereits reagiert und weitere Länder dürften folgen.

Braucht man Hebel von bis zu 400 für sein Trading?

Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich kurz in der Zeit zurückgehen. Ich habe selbst vor über 13 Jahren mit dem Handel begonnen. Damals mit börsengehandelten Futures (Terminkontrakten) sowie den dazu passenden Optionen. Damals war es üblich, dass man sein Handelskonto mit mindestens 10.000 US-Dollar eher mit 25.000 US-Dollar kapitalisiert hat, um am Markt zumindest im Kleinen mitmischen zu können.

Viele Trader in Deutschland haben zu der Zeit ebenfalls Terminkontrakte wie den FDAX an der EUREX oder Rohstoff-Futures an der CME und CBOE gehandelt. Die damals und auch heute noch vorherrschenden Hebel, liegen für diese Produkte meist bei 10 bis 20. Nur wer Daytrading betreibt, kann bei seinem Broker eine Daytrading-Margin beantragen. Diese ist meist doppelt so hoch wie die Übernacht-Margin und beträgt am Beispiel des DAX derzeit 25 (Übernacht-Margin für den DAX 13).

Die Antwort ist also, dass man nicht wirklich einen Hebel von 400 benötigt um erfolgreich traden zu können. Viel wichtiger ist, dass man sein Risiko genau im Griff hat und nur 1 bis 2 Prozent seines Kapitals pro Trade riskiert (aktive Daytrader noch viel weniger). Außerdem konnte ich feststellen, dass Kunden mit geringeren Hebeln und größeren Konten (10k und mehr) deutlich konservativer und dadurch erfolgreicher handeln.

Ja, aber …

Wann immer ich auf Messen mit Trading-Einsteigern über das obere Problem spreche, kommt meist die Antwort: „Ja, aber ich habe nur 500 Euro übrig.“. In diesem Fall machen auch Hebel von 400 wenig Sinn, da man bei einer Überhebelung sein Geld schnell verliert. Auch wer mit 500 Euro handelt, muss nicht das 400-fache dessen bewegen (200.000 Euro).

Auch mit wenig Geld und dank der verfügbaren Mini- und Mikro-Lots bei CFDs (Einheiten von 0,10 und 0,01), kann man auch mit 500 Euro erste Schritte gehen. Es reicht wenn man Positionen mit einer Größe von 5.000 oder 10.000 Euro handelt. Dies entspricht beim DAX einer Handels-Größe von etwa 0,02 bis 0,04. Der Erfolg stellt sich nicht durch den hohen Hebel ein, sondern dadurch, dass man Verluste begrenzt und Gewinne laufen lässt. Kurz gesagt: Risiko- und Moneymanagement sind entscheidend!

 

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

 



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Sebastian Hell hat International Finance in Deutschland und den USA studiert. Er berät Vermögensverwalter und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handelsstrategien und veröffentlicht regelmäßig im Auftrag von QTrade (www.qtrade.de) Kolumnen über die Finanzmärkte.

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