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Warum diese drei Trends für BMW und Daimler gefährlich werden können

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.10.2016, 08:04  |  972   |   |   
Foto: Pixabay, Comfreak

Manchmal erinnert mich das Auto an das iPhone von Apple. Eine Erfindung, die die Welt revolutionierte. Seit Nicolaus Otto 1876 den ersten Viertaktmotor präsentierte, gab es zwar jede Menge technische Entwicklungen auf vielen Gebieten – am Grundprinzip des Verbrennungsmotors hat sich aber nicht viel geändert.

Mit der Einführung der Elektromobilität und des autonomen Fahrens zeichnet sich hier eine Zeitenwende ab. Und dann gibt es da noch drei Trends, die die Automobilwelt, so wie wir sie heute kennen, völlig verändern könnten.

Trend Nr. 1: Urbanisierung

Weltweit zieht es immer mehr Menschen in die Städte. Arbeitsplätze, bessere Versorgung und ein breiteres Kulturangebot sind nur einige Gründe dafür. Dieses schnelle Wachstum bereitet vor allem der Verkehrsinfrastruktur Probleme: Es fahren mehr und mehr Autos in den Straßen, die für solche Massen gar nicht ausgelegt sind. Parkplatznot, Megastaus und Luftverschmutzung sind die Folge.

Die allermeisten Autos sind ohnehin fast die gesamte Zeit nur geparkt. Dennoch braucht man mindestens zwei Parkplätze dafür, einen zu Hause und einen bei der Arbeit. Autos prägen das Bild der Städte – und genau das könnte sich bald ändern.

Viele Metropolen drängen das Auto zugunsten der Passanten zurück. Als Beispiel sei hier Barcelona genannt, wo man von Smog und Lärm genug hat. Geplant ist, den Verkehr um 21 Prozent zu reduzieren und fast 60 Prozent des Platzes, der für Autos gebaut wurde, in Raum für Bürger umzuwandeln.

Solche Pläne haben viele Städte, was für die Hersteller von Fahrzeugen zum Problem werden könnte. Denn wenn mehr Platz für Fahrräder ist und Busse und Bahnen öfter fahren, kommt man vielleicht auch ohne Auto aus.

Trend Nr. 2: Share Economy

Share Economy ist ein Trend, der sich immer weiter verbreitet. Nach einer Umfrage planen 64 Prozent der Bundesbürger, in den nächsten zwei Jahren Angebote der Share Economy zu nutzen und 50 Prozent wollen selbst ein entsprechendes Produkt anbieten.

Die Idee dahinter ist, dass man Dinge gemeinsam nutzt und dadurch Geld spart. So braucht man etwa eine Bohrmaschine vielleicht zweimal im Jahr. Warum diese nicht einfach vom Nachbarn leihen statt selbst teuer zu kaufen? Dafür kann jemand anders meinen Rasenmäher nutzen.

Beim Auto ist dieses Vorgehen schon verbreitet. Fast jede größere Stadt bietet Carsharing-Modelle an, bei denen sich Mitglieder Autos dann leihen können, wenn sie sie gerade brauchen. Zusätzlich sorgen Start-Ups wie Uber dafür, dass die Notwendigkeit, ein eigenes Auto zu besitzen, entfällt.

Trend Nr. 3: Das Auto – ein Statussymbol?

Jahrzehntelang galt das Auto als Statussymbol. Man(n) konnte damit angeben und zeigen, wie toll man war und was man im Leben alles erreicht hatte (oder zumindest so tun als ob).

Bei der jungen Generation ist das anders. 37 Prozent der befragten Deutschen zwischen 18 und 34 Jahren geben an, der Besitz von Computern, Laptops oder Smartphones sei ihnen wichtiger als ein eigenes Auto. Vor 18 Monaten hatte dieselbe Frage nur eine Zustimmung von 31 Prozent erhalten.

Ebenfalls 37 Prozent erklärten, Carsharing sei für sie „eine gute Alternative zum eigenen Auto.“ Ähnlich viele bekennen sich dazu, sie könnten sich „ein Leben ohne Führerschein und Auto gut vorstellen.“

Und dieser Trend ist nicht nur auf Deutschland begrenzt. Im Autofahrerland USA machen immer weniger Jugendliche ihren Führerschein. Laut einer Studie von US-Forschern sank die Zahl der 17- bis 19-Jährigen US-Amerikaner mit Führerschein in den vergangenen 30 Jahren von 80 auf 60 Prozent.

Was machen die Automobilfirmen?

Am Bedeutungsverlust des Autobesitzes kann kein Zweifel bestehen. Das sind keine guten Nachrichten für BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403). Zwar glaube ich, dass die Trends erst langfristig wirken, aber sie sind da und sie sind nicht nur auf Europa beschränkt.

Für die drei bedeutet das, dass sie sich nicht mehr nur auf das Bauen und Verkaufen von Autos beschränken können. Und das haben sie schon erkannt. So forschen alle an der Elektromobilität und bieten darüber hinaus Carsharing-Programme an.

Trotzdem könnten die genannten Trends darauf hinauslaufen, dass insgesamt weniger Autos verkauft werden.

Die Sache mit den Goldgräbern und den Schaufeln

An dieser Stelle könnte es sinnvoll sein, sich an die Goldgräber und die Schaufeln zu erinnern. Im Goldrausch vor 120 Jahren wurden nämlich nicht die Goldgräber reich, sondern diejenigen, die sie mit allem Notwendigen versorgt haben.

Das israelische Unternehmen Mobileye (WKN: A119ES) zum Beispiel sieht sich selbst als Weltmarktführer für  Unfallpräventionssysteme. Die Continental AG (WKN: 543900) ist mit Sensoren im Markt, die für die Wahrnehmung des Fahrzeugzustandes und dessen Umgebung verantwortlich sind, wie zum Beispiel Sensorik für Fußgängerschutz, Raddrehzahlsensoren, Kameras oder Nah- und Fernbereichsradare.

Also könnte es sich auch heute auszahlen, weniger auf die Automobilbauer zu setzen, sondern auf Unternehmen, die die von den Herstellern verbaute Technik liefern.

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Peter Roegner besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: long Januar 2018 $90 Calls auf Apple und short Januar 2018 $95 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt Apple, BMW und Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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