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Selbst wenn es keinen anderen Bieter gibt, sollte Salesforce Twitter nicht kaufen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.10.2016, 08:00  |  713   |   |   
BILDQUELLE: TWITTER

Zuerst waren es Salesforce  (WKN:A0B87V) und Alphabet  (WKN:A14Y6H). Dann waren es Salesforce, Alphabet, Disney (WKN:855686) und Microsoft (WKN:870747) und … einen Moment…Verizon (WKN:868402)

Wer blickt denn da noch durch, bei all den Gerüchten und all den potenziellen Käufern von Twitter (WKN:A1W6XZ)?

Zum Glück waren Disney und Alphabet aber so nett Recod mitzuteilen, dass sie keine Pläne hätten, Gebote für das Social-Media-Unternehmen abzugeben

Da bisher wenige Details über das Interesse von Verizon und Microsoft durchgesickert sind, wollen wir einfach mal annehmen, dass diese beiden Unternehmen auch aus dem Rennen sind (abgesehen davon haben die beiden dieses Jahr zusammen ja schon 31 Mrd. US-Dollar ausgegeben).

Realistischerweise bleibt nur noch Salesforce übrig – zumindest im Moment. Ich glaube, dass CEO Mark Benioff nicht glücklicher darüber sein könnte. Der Chef von Salesforce hat immerhin keinen Hehl aus seinem Interesse an Twitter gemacht, seit die Gerüchte Ende September in Umlauf kamen.

Jetzt, wo all die zahlungskräftigen Konkurrenten den Tisch verlassen, könnte Benioff Twitter zu einem deutlich vernünftigeren Preis erstehen – es sei denn, ein weiterer Interessent aus dem Bereich Venture Capital würde sich doch noch finden.

Unglücklicherweise ist selbst ein günstiges Angebot für Twitter immer noch sehr teuer für Salesforce.

Ein Blick auf die Bücher

Salesforce hat über 1 Mrd. US-Dollar in liquiden Mitteln in der Bilanz, aber die 2,5 Mrd. US-Dollar Schulden entsprechen auch 40 % des Eigenkapitals des Unternehmens.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes, am 06. Oktober, ist Twitter 17 Mrd. US-Dollar wert. Selbst wenn niemand sonst ein Gebot abgeben würde, würde Salesforce wahrscheinlich immer noch über 20 Mrd. US-Dollar zahlen müssen. Aber wie kann ein Unternehmen, das nur 1 Mrd. US-Dollar hat, eine Rechnung über 20 Mrd. US-Dollar zahlen?

Schulden und Verwässerung

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Salesforce das nötige Geld durch Schulden und Aktien zusammenkratzt. Um die Sache hier einfach zu halten, sagen wir einfach mal 10 Mrd. werden an Schulden aufgenommen und 10 Mrd. an weiteren Aktien ausgegeben. Damit würde sich die Schuldenlast des Unternehmens verfünffachen und damit auch das Doppelte des aktuellen Eigenkapitals erreichen. Basierend auf dem aktuellen Aktienkurs müsste Salesforce fast 150 Mio. für neue Aktien ausgeben, was die Zahl der ausstehenden Aktien um 22 % erhöhen und damit auch die Aktien der bestehenden Aktionäre deutlich verwässern würde.

Die tatsächlichen Bedingungen eines Angebotes werden zweifelsohne andere sein, aber selbst in unserem besprochenen Szenario sieht die Sache auf beiden Seiten schon sehr übel aus. Sollte das Angebot durch mehr Schulden oder durch mehr Aktien finanziert werden, dann haben wir am Ende ein Unternehmen, das entweder extrem verwässert oder extrem überschuldet ist.

Abgesehen davon, wäre das alles auch nur ein Störfaktor für ein Unternehmen, das Twitter eigentlich gar nicht braucht und das würde auch das aktuell profitable Geschäft von Salesforce wieder in die roten Zahlen drücken. Diese Übernahme wäre eine massive Wette auf die Fähigkeit von Salesforce, einen Rohdiamanten zu einer Geldmaschine zu machen. Das ist aber nicht garantiert, aber zumindest die Aktionäre können sich sicher sein, dass wenn es zu einer Übernahme kommt, sie es auf jeden Fall merken werden.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C), Twitter und Walt Disney. The Motley Fool besitzt LinkedIn und Microsoft. Motley Fool empfiehlt Salesforce.com.

Dieser Artikel wurde von Dylan Lewis auf Englisch verfasst und wurde am 06.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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