C-QUADRAT Gold Monatskommentar Gold und Goldaktien September 2016

Gastautor: Andreas Böger
12.10.2016, 09:58  |  2888   |   

Überblick
Der Edelmetallsektor konnte im September leicht zulegen. Die größeren Titel aus dem FTSE Gold Mines Index stiegen um +3,6%, der MV Junior Gold Mines Index um +5,2%, Silber um +2,2%, Gold fiel leicht um -0,1%, (alle Werte in EUR).

Marktüberblick

Im September bewegten sich die meisten Märkte seitwärts, wobei weiterhin die sogenannten „Risikomärkte“ bevorzugt wurden, in der Tendenz entwickelten sich also die „zyklischen“ Sektoren und Marktbereiche besser. Entsprechend zählten wie im Vormonat die Emerging Markets Aktien, Anleihen mit den größten Kreditrisiken und Rohöl zu den Gewinnern. Auf der anderen Seite verbuchten defensive Marktbereiche, wie amerikanische Staatsanleihen, defensive Aktiensektoren und Gold, leichte Verluste. Bei den Währungen konnte der EUR leicht zulegen, deutlicher waren die Gewinne bei den Emerging Markets Währungen. Die Zinskurven wurden weltweit steiler, d.h. die Zinsniveaus stiegen vor allem bei Anleihen mit längeren Laufzeiten an. Die Banken konnten hiervon nicht profitieren, nachdem Meldungen rund um die Deutsche Bank AG die schwelende Krise des Sektors wieder in den Fokus der Anleger rückten. Kursverluste von mehr als 50% im aktuellen Jahr sind keine Seltenheit mehr, Großbanken wie Credit Suisse, Unicredit oder eben die Deutsche Bank AG haben die Tiefststände der Finanzkrise 2008 unterschritten.

Die aktuelle Marktphase wurde aus unserer Sicht im August 2015 eingeläutet. In dem Monat gab die chinesische Regierung eine größere Abwertung der chinesischen Währung bekannt. Dies war der erste konkrete Hinweis, dass die oft beschworene „Wirtschaftserholung und Zinsnormalisierung“ nach der Finanzkrise 2008 ins Stocken geraten ist. Darüber hinaus stellten immer mehr Analysten dieses Konzept grundsätzlich in Frage, die Diskussion über die Effektivität der bisherigen Geldpolitik war plötzlich kein Randthema mehr. Es folgten einige Monate stark erhöhter Marktvolatilität, welche im Jan / Feb 2016 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte: Die Aktienmärkte drohten zum ersten Mal seit 2008 in eine größere Korrektur abzurutschen, Anleihen mit größeren Kreditrisiken wurden abverkauft, die andauernde Kursschwäche der Emerging Markets und der industriell genutzten Rohstoffe setzte sich ungebremst fort.

In dieser Phase gaben die großen Zentralbanken eine weitere Ausweitung der bisherigen Interventionen bekannt. Nachdem zuletzt das weltweit neu geschöpfte Notenbankgeld kaum noch positive Zuwächse erreichen konnte, brachten neue Maßnahmen der europäischen und japanischen Zentralbank diesen Wert auf über 200 Mrd. USD monatlich. Damit wurden allgemein die nominellen Preise gestützt, auch an den Kapitalmärkten hat dies zu einer Stabilisierung geführt. Allen voran konnten sich die Emerging Markets und die industriell genutzten Rohstoffe deutlich erholen, zunehmend sind nun auch Anzeichen steigender Inflationserwartungen zu erkennen.

In der Interpretation dieser Ereignisse neigen die Analysten nun wieder dazu, von einer „Wirtschaftserholung und Zinsnormalisierung“ zu sprechen. Sie deuten auf die positive Entwicklung der zyklischen Märkte, auf die steigende Zinskurve und auf die ein oder andere positive Wirtschaftsstatistik. Auf der anderen Seite scheint die reale Wirtschaft weiterhin schwach zu bleiben – die Unternehmensgewinne stagnieren, das weltweite Handelsvolumen fällt, Zahlen zum prognostizierten Wirtschaftswachstum werden kontinuierlich nach unten revidiert. Diese Diskussionen sind nicht neu und werden nun seit Jahren in regelmäßigen Abständen aufs Neue geführt, die Wachstumserwartungen haben dabei stets enttäuscht. Jedenfalls passen die Probleme im europäischen Bankensektor nicht in das Bild einer „Wirtschaftserholung“, vielmehr werden hierdurch ernsthafte Probleme im Markt der Bankenrefinanzierung angedeutet. Da dies zeitgleich mit sehr hoher Geldmengenausweitung erfolgt,  scheint die Wirkung der Zentralbankinterventionen langsam an seine (nominellen) Grenzen zu stoßen.

Gold
Gold und Goldminenaktien konsolidieren weiter die Kursgewinne des aktuellen Jahres. Spekulationen über die weitere Zinsentwicklung beeinflussen auf Tagesbasis die jeweilige Richtung der Kurse. Bei all der Spekulation dürften sich die primären Treiber des Sektors aber nicht maßgeblich ändern - die realen Zinsniveaus dürften unter null Prozent bleiben und das Gegenparteirisiko, insbesondere bei Banken, eher steigen.

Portfolio
Der Fonds konnte im August um +2,6% leicht zulegen. Der Aktienanteil blieb unverändert bei 98%, der Anteil der Silberaktien liegt bei 24%. Die gewichtete Marktkapitalisierung der Titel wurde stabil gehalten, der Fokus des Fonds bleibt auf den mittelgroßen Unternehmen des Sektors.

 

Das Fondsmanagement
C-QUADRAT Gold & Resources Fund

 

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Andreas Böger ist Senior Portfolio Manager bei der C-QUADRAT Asset Management GmbH, u.a. zuständig für den Bereich Aktien und Rohstoffe und Manager des C-QUADRAT Gold & Resources Fund. Weitere Informationen unter: www.c-quadrat.com.

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Andreas Böger ist Senior Portfolio Manager bei der C-QUADRAT Asset Management GmbH, u.a. zuständig für den Bereich Aktien und Rohstoffe und Manager des C-QUADRAT Gold & Resources Fund. Weitere Informationen unter: www.c-quadrat.com.

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